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Kuba vor US-Angriff?

Foto: Xinhua/IMAGO
Demonstration gegen die US-Anklage gegen Raùl Castro am Freitag in Havanna

Mehrere Zeitungen erörterten am Wochenende die US-Aggression gegen Kuba. Nach der Anklage der US-Justiz gegen den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro am Mittwoch und der Verlegung des US-Flugzeugträgers »USS Nimitz« vor die Küste der Insel hatte US-Außenminister Marco Rubio am Donnerstagabend vor Journalisten Kuba zu einer jahrelangen Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA erklärt. Die Insel sei mit den US-Gegnern Russland und China verbunden. Parallel dazu erklärte Donald Trump im Weißen Haus gegenüber Reportern, seit Jahrzehnten hätten US-Präsidenten eine Intervention in Kuba erwogen, es sehe jedoch so aus, als werde er »derjenige sein, der es tut«. Er fügte hinzu, er wäre »glücklich«.

Die in Bratislava erscheinende Tageszeitung Pravda kommentierte das Geschehen am Freitag: »Nach Jahrzehnten des von der CIA gelenkten Staatsterrorismus der USA gegen Kuba, gar nicht zu reden vom Wirtschaftskrieg oder den Mordversuchen gegen (den verstorbenen ehemaligen kubanischen Präsidenten) Fidel Castro, ist nun die Anklage gegen (dessen Bruder und ebenfalls Expräsidenten) Raúl Castro das neueste Kapitel in dieser Geschichte und könnte als Vorwand für den Übergang zum offenen Krieg gegen Kuba dienen, der sich indirekt gegen ganz Lateinamerika richten würde. Es gibt kein anderes Land auf der Welt, gegen das ein Angriff mehr über die rassistische, kolonialistische und ausbeuterische Logik der Politik der sogenannten westlichen Demokratien aussagen würde.«

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Die in Heidelberg erscheinende Rhein-Neckar-Zeitung schrieb dazu am Sonnabend: »Europa taumelt geschichtsvergessen in eine schwer beherrschbare Konfrontation mit Russland. Und so kann ein US-Außenminister Rubio beim NATO-Treffen in Schweden damit drohen, sollten die Europäer nicht die konventionelle Verteidigung des alten Kontinents allein übernehmen, steige Trump aus der NATO aus. Was für eine Chuzpe! Die USA sind unter Trump genau nicht die Verteidigerin von Demokratie und Freiheit. Alle außenpolitischen Züge dienen ausschließlich dem wirtschaftlichen Wohl der USA. Ob Ukraine, Iran, ob Grönland, Venezuela oder jetzt Kuba: Es geht ums Geschäft.«

Eine andere Auffassung vertritt die FAZ. Sie schreibt am Sonnabend, anders als in Venezuela gehe es den USA in Kuba nicht um wirtschaftliche Kontrolle, sondern: »Viele junge Menschen sehen für sich keine Zukunft mehr. Sie sind erschöpft und haben sich innerlich vom kommunistischen System entfremdet. Die Anklage gegen Castro bedient auch diese Kluft. Sie erhöht nicht nur den Druck auf das Regime als Ganzes. Sie zielt direkt auf den Mythos Castro und damit auf den innersten Kern der Kubanischen Revolution.« (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.05.2026, Seite 2, Ansichten

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