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Aus: Ausgabe vom 04.04.2026, Seite 7 / Ausland
Nahostkonflikt

Teheran hält dagegen

USA greifen zivile Infrastruktur an und drohen Iran mit totaler Zerstörung. Der ist in der Lage, seinen Beschuss feindlicher Ziele noch zu intensivieren.
Von Lars Lange
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Nach US-Angaben wurden über die Brücke Raketen transportiert. Dabei war sie nicht einmal fertiggestellt (Karadsch, 3.4.2026)

Mit der Bombardierung der Autobahnbrücke »B-1« zwischen Teheran und der nahegelegenen Stadt Karadsch haben die USA ihre Angriffe auf die Transportinfrastruktur Irans am Donnerstag nochmals ausgeweitet. Das 136 Meter hohe, umgerechnet rund 400 Millionen US-Dollar teure Bauwerk stürzte teilweise ein. Acht Menschen wurden getötet und 95 verletzt, meldeten iranische Medien. US-Beamte begründeten den Angriff gegenüber dem Portal Axios damit, dass die Brücke als Nachschubweg für Raketen genutzt worden sei. Ein zweiter Beamter sprach hingegen lediglich von einer »geplanten« Route. Iranischen Angaben zufolge war die Brücke zum Zeitpunkt des Angriffs nämlich noch nicht in Betrieb. Mehr als 100 US-Völkerrechtler warnten laut Reuters noch am selben Tag, die Angriffe könnten völkerrechtswidrig sein und den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllen.

US-Präsident Donald Trump teilte auf seiner Plattform »Truth Social« Videoaufnahmen des Einsturzes und schrieb, die Brücke sei nun »nie wieder zu benutzen« – auch werde »viel mehr folgen«. An Iran gerichtet, fügte er hinzu, es sei »Zeit für einen Deal, bevor nichts mehr übrig ist«. Das US-Militär habe »noch nicht einmal damit angefangen, zu zerstören, was im Iran noch übrig ist«, erklärte er. Als nächste Ziele nannte er Elektrizitätswerke und weitere Brücken. In einer Fernsehansprache hatte Trump zuvor gedroht, alle iranischen Kraftwerke »sehr hart und wahrscheinlich gleichzeitig« zu treffen. Allerdings hat der US-Präsident im Verlauf des Krieges wiederholt wechselnde Zeitpläne und Zielsetzungen formuliert. Iran meldete zudem schwere Schäden am Pasteur-Institut, einem medizinischen Forschungszentrum in Teheran. Derartige Angriffe sind völkerrechtlich strikt untersagt. Medizinische Einrichtungen stehen unter besonderem Schutz nach den Genfer Konventionen, solange sie nicht nachweislich für militärische Zwecke genutzt werden.

Iran reagierte mit dem Beschuss der Energieinfrastruktur im Golfraum: Eine kuwaitische Ölraffinerie wurde in Brand gesetzt, Luftabwehrsysteme in Saudi-Arabien, Bahrain und den VAE sprangen an, Israel meldete eingehende Raketen. Videoaufnahmen sollen zeigen, wie eine iranische »Fattah-1«-Hyperschallrakete zwölf Abfangversuche überwand – die Entwickler geben ihre Endgeschwindigkeit mit mehr als Mach 13 an. Die Iranischen Revolutionsgarden behaupteten zudem, am Freitag erneut einen US-Tarnkappenjet des Typs »F-35« getroffen zu haben. Auf veröffentlichten Fotos seien laut dem Internetmagazin The War Zone allerdings Wrackteile einer »F-15« zu sehen. Auf X kursierten zudem unbestätigte Berichte über den Abschuss einer Drohne des chinesischen Typs »Wing Loong 2« über iranischem Territorium, die demnach entweder von den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Saudi-Arabien betrieben worden sein soll.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich am Mittwoch in einem offenen Brief an die US-Bevölkerung gewandt. Darin betont er, dass Iran in seiner modernen Geschichte nie einen Krieg begonnen habe und diesen als Reaktion auf US-israelische Aggression führe – nicht als Angreifer. Die USA agierten als »Stellvertreter Israels«. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der Amerikaner den Krieg ab. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus bleibt unterdessen weiter stark eingeschränkt, was der globalen Wirtschaft die Luft abschnürt. Auf einer von Großbritannien am Donnerstag einberufenen Videokonferenz zu dem Thema konnten sich die Teilnehmer aus rund 40 Ländern jedoch auf keine konkreten Beschlüsse einigen. Die USA nahmen erst gar nicht teil.

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