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Aus: Ausgabe vom 07.03.2026, Seite 3 (Beilage) / Wochenendbeilage

Deutsche Kriegsgemeinschaft

Von Arnold Schölzel
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Bisher galt: Beginnt der Krieg, spaltet sich die Linke. Das ändert sich gerade: Die Partei, die sich hierzulande für jene hält, steht bei der Einstufung des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran nicht hinter der Bundesregierung und deren medialem Tross zurück. Linke-Chef Jan van Aken sah am vergangenen Sonnabend in einer Erklärung zum Angriff kein völkerrechtliches »Dilemma« wie der Kanzler, ließ sich aber wie der nicht vom russischen Hauptfeind ablenken: »Wenn der Westen selbst das Völkerrecht verletzt, wird es um so schwerer, globale Unterstützung für die Ukraine und den Kampf gegen den Völkerrechtsverletzer Putin zu gewinnen. Für Putin war das heute daher wieder einmal ein guter Tag.« Russenhass geht bei van Aken über alles, jedenfalls über eine Benennung der Völkerrechtsverletzer Trump oder Netanjahu als solche. Wäre ja auch Antisemitismus.

Der grassiert schon in der Linkspartei, »gesteht« Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow am Donnerstag bei Bild im Ronzheimer-Podcast. Sagt Bild-Redakteur Filipp Piatov. Ramelow antwortet dort auf die Frage, warum der Gazakrieg eine viel größere Aufmerksamkeit bekam als etwa Kriege im Jemen oder Sudan: »Das ist das, was ich empfinde als den aufblühenden Antisemitismus. Und der ist viel weiter als nur ein wenig bei mir in der Partei. Bei mir in einer Partei ist er jetzt sichtbar, und ich bin die Folie, an der es abprallt. Deswegen habe ich das auch auf mich genommen, zu sagen: Ja, ich duck’ mich jetzt nicht weg.« Wolfram Weimer, der endlich die Berlinale von dem befreit, was er für Antisemitismus hält, muss unbedingt Ramelow in den neuen Berlinale-Wächterrat berufen. Die dort zu versammelnden Weimer-Mullahs sollen die Meinungsfreiheit in den intellektuellen Grenzen des Kulturstaatsministers schützen, da ist Ramelow gesetzt.

Der Schulterschluss von Linken und uneingeschränkten USA- und Israel-Unterstützern ist aber noch nicht vollendet. Ulf Poschardt, Herausgeber bei Springer von Welt, Politico und Business Insider, begrüßt am Montag in der Welt mit »Endlich!« den Kriegsbeginn, hält beiläufig über Iraner fest: »Diese Menschen sehen aus wie wir«, und er erklärt ihnen und seinen Lesern, Trump sei »einer der großen amerikanischen Präsidenten, der sich entschieden hat, nicht länger zuzusehen«. Jeder Anhänger von Freiheit und Demokratie müsse »den Amerikanern und den Israelis die Daumen drücken«. Mit Völkerrecht hält sich ein Schreibtischfreiheitskämpfer und Demokrat wie Poschardt nicht auf, sein Augenmerk gilt Pazifisten, also den Hauptfeinden im eigenen Land, »den deutschen Moraldarstellern«. Macht aber schlapp und nennt als einzige die meist olivgrüne Claudia Roth.

In einem Dämmermoment seiner Kriegsbesoffenheit muss Poschardt die eine Frau zuwenig gewesen sein. Jedenfalls titelt er am Donnerstag in der Welt: »Alice Weidel ist die neue Heidi Reichinnek.« Poschardt benötigt für Halluzinationen keinen Spezialstoff, er sieht auch so das Problem dreifach: »Dass Alice Weidel, Heidi Reichinnek und Annalena Baerbock nach dem Angriff der USA und Israels auf den Iran nahezu dieselben Völkerrechtsversatzstücke bemühten, um den amerikanisch-israelischen Einsatz zu kritisieren und damit nolens volens den Mullahs und ihren russischen und chinesischen Freunden zur Seite zu springen, konnte nur diejenigen überraschen, die nicht so genau hinsahen in den vergangenen Jahren.«

Wenn drei Frauen vom Völkerrecht reden, helfen sie Mullahs, Putin und Xi Jinping – alten Männern. Das auszusprechen trauen sich van Aken oder Merz nicht, die reden drumherum. Poschardt spricht endlich die deutsch-kriegsgemeinschaftliche Wahrheit aus. Wie im Suff.

Wenn drei Frauen vom Völkerrecht reden, helfen sie Mullahs, Putin und Xi Jinping – alten Männern. Das auszusprechen trauen sich van Aken oder Merz nicht, die reden drumherum. Poschardt spricht endlich die deutsch-kriegsgemeinschaftliche Wahrheit aus. Wie im Suff.

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