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Aufruhr um Afrikacup

Foto: Misper Apawu/AP/dpa
Die Presseschau zu Senegal fällt eindeutig aus: Der Skandal um den Afrikacup ist das Topthema (Dakar, 18.3.2026)

Die Entscheidung des afrikanischen Fußballverbandes CAF vom Mittwoch, der Herrenmannschaft Senegals die Afrikameisterschaft zu entziehen und diese Marokko zuzusprechen, hat einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. In Dakar fordern Demonstranten, die Beziehungen zu Rabat abzubrechen und statt dessen die Westsahara-Befreiungsfront Polisario diplomatisch anzuerkennen.

Senegals Fußballverband FSF kündigte unmittelbar an, vor den Internationalen Sportgerichtshof zu gehen. Staatspräsident Bassirou Diomaye Faye verlangte zusätzlich eine »internationale Untersuchung über Korruption« in der CAF. Auf Facebook tauschte Faye sein Profilbild aus. Nun steht der Afrikapokal direkt hinter ihm im Bücherregal und soll vorerst auch nicht abgegeben werden.

Auf Instagram schrieb Senegals Spielführer Sadio Mané: »Was geschehen ist, geht zu weit. Das ist nicht der Fußball, für den wir kämpfen, nicht das Afrika, an das wir glauben. Es gibt viel zuviel Korruption in unserem Sport, und sie erstickt die Leidenschaft von Millionen Fans. Die Spieler geben auf dem Rasen alles, aber am Ende wird abseits des Platzes über Spiele und Titel entschieden. Ich bin zutiefst enttäuscht, nicht nur für Senegal, sondern für den gesamten afrikanischen Fußball. Wir verdienen Besseres. Die Fans verdienen Fairness, Transparenz und Respekt.«

Der ehemalige ivorische Stürmerstar Didier Drogba wandte sich mit einem ähnlichen Statement an die »Schwestern und Brüder im afrikanischen Fußball«: »Im Januar sahen wir, wie Senegal mit Mut kämpfte und Marokko in einem historischen Finale besiegte. Es war eine Nacht voller Leidenschaft, Opferbereitschaft und Stolz. Von Dakar bis Abidjan, von Lagos bis Nairobi – Afrika feierte seine Champions.« Doch Monate später habe die CAF alles über den Haufen geworfen und die »Glaubwürdigkeit, die Würde und die Seele des afrikanischen Fußballs« in Frage gestellt.

Senegals Spieler El Hadji Malick Diouf mahnt auf Instagram mit Blick auf den Afrikapokal: »Diese Trophäe gewinnt man auf dem grünen Rechteck«, nicht am grünen Tisch. Teamkollege Idrissa Gueye versichert: »Wir wissen, was wir an jenem Abend in Rabat erlebt haben. Das kann uns niemand nehmen.« Manchesters Exrekordschütze Wayne Rooney antwortete angesichts des Skandals so kurz wie prägnant im Fernsehen: »Es ist verrückt. Senegal hat Marokko fair und ehrlich geschlagen.« Zum CAF-Urteil hat er einen klaren Rat: »Wenn ich ein marokkanischer Spieler wäre, würde ich das nicht akzeptieren.« (jt)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.03.2026, Seite 2, Ansichten

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→Leserbriefe
  • Wolfgang Schlenzig aus Berlin-Mariendorf 20. März 2026 um 12:13 Uhr
    Drogba nennt nur Orte in Schwarzafrika. Marokko wie auch Algerien und Tunesien gehören nicht dazu. Sollte das dabei eine Rolle gespielt haben und noch spielen?
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