Gegründet 1947 Donnerstag, 19. Februar 2026, Nr. 42
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Aktuell

  • 16.01.2026 19:30 Uhr

    »Der Hammer!«

    Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz war ein voller Erfolg. Unterstützt ihre Finanzierung!
    RLK-Vorbereitungskollektiv
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    Tausende vor Ort, Zehntausende im Livestream. Die 31. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz war ein voller Erfolg. »Die RLK dieses Jahr war der Hammer! Das hat richtig Kraft gegeben und Spaß gemacht.« Eine Rückmeldung, die stellvertretend für viele andere steht. Organisiert von der Tageszeitung junge Welt ist dieser politische Jahresauftakt der Linken ein Ort der Analyse, der Vernetzung, der Solidarität und des Widerstands. Ohne unzählige helfende Hände wäre das nicht zu schaffen. Vielen Dank dafür!

    Doch die Konferenz kostet jedes Jahr immer mehr Geld. Livestream, Übersetzungen, Technik, Saalmiete. Da wir nicht wollen, dass die Dicke des Geldbeutels über eine Teilnahme entscheidet, bieten wir jährlich ein solidarisches, dreistufiges Preismodell an. Doch kostendeckend lässt sich eine solche Veranstaltung einzig über Eintrittskarten nicht finanzieren.

    Deshalb rufen wir dazu auf: Unterstützt die Rosa-Luxemburg-Konferenz mit eurer Spende! Jede finanzielle Hilfe ermöglicht diesen Raum, in dem antimilitaristische, soziale und internationale Solidarität debattiert und erlebt werden kann. Die Rosa-Luxemburg-Konferenz ist kein kommerzielles Event, sondern ein politisches Projekt, solidarisch getragen von Lesern, Genossen, Teilnehmern, Unterstützern und Helfern. Spendet jetzt für die Rosa-Luxemburg-Konferenz, damit sie auch weiterhin durchgeführt werden kann.

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    In der kommenden Woche wird an dieser Stelle eine erste Auswertung der Konferenz erscheinen.

    Spenden an: Verlag 8. Mai GmbH
    IBAN: DE50 1001 0010 0695 6821 00
    BIC: PBNKDEFF
    Verwendungszweck: RLK 2026

    Online via: https://www.jungewelt.de/rlk/de/node/6.spenden.html

  • 16.01.2026 19:30 Uhr

    Größe und Breite

    Impressionen von der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz
    Große Saalmanifestation: Solidarität mit den Opfern imperialistischer Raubzüge
    Eröffnungskonzert der Band Kontrast
    Podiumsgespräch: »Butter statt Kanonen. Was tun gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsgefahr?«
    Sweet is the Punk. G.P.S. heizen ein
    Fäuste kann man auch ballen. Teilnehmer der Konferenz
    Francesca Albanese ist live zugeschaltet und spricht zu Israels Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung
    Ulrike Eiffler erinnert an den im Dezember verstorbenen Schauspieler, Gewerkschafter und Internationalisten Rolf Becker
    Jugend hört
    Jugend diskutiert. Nein zur Wehrpflicht!
    Reges Treiben in der Nachbarhalle, in der verschiedene Organisationen ihre Stände aufgebaut haben
    In Solidarität mit Mumia Abu-Jamal: Noelle Hanrahan, Gründerin von Prison Radio
    Manuel Pineda aus Spanien über Kubas Stellung in einer multipolaren Welt
    Szenische Lesung. Lamis Ammar: »Mein bedrohliches Gedicht«
    Jörg Goldberg spricht zur Epochenkrise des westlichen Kapitalismus und die Folgen für die BRD
    Kulturpodium: Jake Romm, Repräsentant der Hind Rajab Foundation aus den USA
    Robert Holbrook gibt Antworten auf die Frage, ob die USA vor einem Bürgerkrieg stehen
    Souverän und mit leichter Hand. Gina Pietsch gibt die bewährte Conférencière
    Klassenorientiert gegen den Krieg. Cinzia Della Porta spricht über Arbeiterproteste und Gewerkschaften
    Die Rolle der Medien bei der Militarisierung beleuchtet Irene Zugasti Hervás
    Rumpelkinder – Schmuddelstilzchen. Andreas Rebers singt Franz Josef Degenhardt

    Zwei alte Industriehallen, die das angemessene Ambiente schufen, mit interessiertem, mit internationalistischem, mit solidarischem Publikum zu füllen – das gelang beinahe mühelos: ein Rekord an verkauften Tickets zur nunmehr 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz (unter dem Motto: »Kopfüber in den Krieg. Gegen Rüstungswahn und mediale Mobilmachung«) am 10. Januar in den Wilhelm-Studios im Norden Berlins. Größe ist das eine. Breite und Vielfalt das andere. Referenten unterschiedlichster Provenienz zu unterschiedlichsten Themen, ein Grußwort aus dem Untergrund, eine Manifestation der Solidarität, die allerdings alle eines einte: die Kritik an den herrschenden Verhältnissen – weltweit. Dazu eine Kapelle, Chansons, Rap und Punk in kritischem Geiste sowie eine ganze Halle voller Material wider die Ordnung der Unterdrückung. So mannigfaltig, so buntscheckig war die Konferenz. Die kommende im Jahr 2027 soll der vergangenen darin nicht nachstehen. Das ist jedenfalls unser Anspruch. (jW)

  • 11.01.2026 19:30 Uhr

    Ihr wollt Wehrpflicht? Zieht euch warm an!

    Junge Leute setzten auf der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz Akzente. Und sie stellten die Mehrheit der Teilnehmer
    Arnold Schölzel
    Die Gruppe Kontrast eröffnet den Tag mit einem Umzug durch die Hallen
    Das Jugendpodium: »Nein zur Wehrpflicht!«
    Manuel Pineda (Kommunistische Partei Spaniens) – der erste Redner
    Die UN-Sonderberichterstatterin für Palästina, Francesca Albanese, spricht per Video
    Manifestation der Solidarität mit Venezuela, Palästina und Kuba
    Großer Ansturm auf den »Markt der Möglichkeiten«

    Die SDAJ hat an 40 Schulen gefragt: Was haltet ihr von der Wehrpflicht? Das Ergebnis: 80 bis 90 Prozent der Schüler sind dagegen. Das berichtete Marco Blum, der die Organisation auf dem Jugendpodium der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz vertrat, am Sonnabend in Berlin. Die Runde war sich einig: Der nächste Aktionstag gegen die Wehrpflicht am 5. März muss gemeinsam von linken Jugendorganisationen und Gewerkschaftern, aber auch mit Eltern und Großeltern vorbereitet werden, um den Erfolg der Schulstreiks vom 5. Dezember zu übertreffen. Marco riet den Herrschenden: »Zieht euch warm an!«

    Jubelnde Zustimmung im fast vollbesetzten Saal, der mit mehr als 2.000 Plätzen neue Dimensionen hat. Erneut stellten Jüngere die Mehrheit der Zuhörer. Mehr als 3.700 schafften es trotz Bahnchaos nach Berlin-Wilhelmsruh, rund 700 konnten ihre schon bezahlten Karten nicht verwenden – ein neuer Verkaufsrekord. Auch die rund 29.000, die das Geschehen am Bildschirm verfolgten, sind ein neuer Spitzenwert.

    Der große Zuspruch hatte aktuelle Gründe – Solidarität mit Venezuela, mit Palästina, mit Kuba – und zeigte das Bedürfnis, Analysen, Argumente für Protest und Widerstand zu hören. Beides bestimmte diese Konferenz, die von der Sängerin und Schauspielerin Gina Pietsch moderiert wurde, und kulminierte am Nachmittag in der Manifestation »Solidarität mit den Opfern imperialistischer Raubzüge«. Und schon den Auftakt mit Manu Pineda (KP Spaniens): Die Einstufung Kubas als »Terrorstaat« durch Trump ist eine neue Zäsur beim Versuch, die Revolution zu erwürgen. jW-Chefredakteur Nick Brauns teilt mit: Den Rosa-Luxemburg-Preis dieser Zeitung erhält am 11. April Aleida Guevara. Die folgende Ehrung für Rolf Becker ist bestimmt von seinem Engagement für Lateinamerika. Zum Nachlesen empfohlen sei das Referat des Wirtschaftswissenschaftlers Jörg Goldberg über den Zusammenhang von Krise und Übergang zu allgemeiner Gewaltförmigkeit in den internationalen Beziehungen. Der Filmemacher Dror Dayan, der Jake Romm (USA) befragt, illustriert das mit seinen Berichten über Gaza und die Westbank. Pablo Iglesias per Video und Irene Zugasti Hervás (beide Spanien) untersuchen die Kriegsmedien. Die Gewerkschafterin Cinzia Della Porta (Italien) schildert, wie es Hafenarbeitern gelingt, Waffenlieferungen an Israel oder die Ukraine zu verhindern. UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese geißelt per Livevideo Israels Krieg gegen die palästinensische Bevölkerung.

    Wer dabei war am Sonnabend, hat Klarheit und Wärme für Protest und Widerstand getankt.

  • 11.01.2026 17:29 Uhr

    Furioser Beginn mit der Band »Kontrast«

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    Die 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz ist eröffnet! Trotz eiskalter Temperaturen und Schnee ist der Andrang vor den Wilhelm-Studios im Berliner Stadtteil Reinickendorf groß – bis zum circa 300 Meter entfernten S-Bahnhof stehen die Menschen Schlange. Nur einige Genossinnen und Genossen aus dem Norden konnten wegen des eingestellten Zugfernverkehrs nicht anreisen. Doch über den RLK-Livestream auf der Startseite der jW-Homepage können auch die Daheimgebliebenen die Konferenz verfolgen.

    In den Hallen füllte sich vor allem der »Markt der Möglichkeiten« schnell, während in der großen Konferenzhalle die Band »Kontrast« pünktlich um 10.30 Uhr begonnen hat zu spielen. Mit ihrer Mischung aus anatolischem Folk, Rock und Balkanmusik ziehen die acht Musikerinnen und Musiker immer mehr Besucherinnen und Besucher an. Wer sich über die Band informieren möchte, kann das Interview in der jW-Ausgabe vom 30. Dezember 2025 nachlesen.

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    Um elf Uhr eröffnete Moderatorin Gina Pietsch offiziell die Konferenz. Zunächst verwies sie auf die in der Halle ausgestellten Plakate zum Thema Frieden aus dem jW-Plakatwettbewerb. Für den späten Nachmittag kündigte sie Botschafter aus Venezuela und Kuba an. Bei Pietschs Aufforderung: »Den Kriegstreibern muss das Handwerk gelegt werden«, brandete Beifall auf. Damit leitete Pietsch über zum ersten Referat der Konferenz: Manuel Pineda von der Kommunistischen Partei Spaniens spricht über die multipolare Weltordnung. (mp)

  • 11.01.2026 17:28 Uhr

    »Die USA führen einen Wirtschaftskrieg gegen Kuba«

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    Als ersten Referenten der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz begrüßen wir Manuel Pineda von der Abteilung für internationale Beziehungen der Kommunistischen Partei Spaniens. Er sprach vor allem über die Bedrohung Kubas durch die USA. Pineda wies auf die verheerenden Folgen der Wirtschaftsblockade durch die USA hin, die auf der Insel zu großen materiellen Problemen führt. Vor allem die Lebensmittelversorgung und die medizinische Versorgung sind bedroht. Washington will damit gezielt die Wirtschaft auf Kuba strangulieren und soziale Verwerfungen sowie Proteste gegen die Regierung hervorrufen. Dennoch führe Kuba sein sozialistisches Projekt trotz der Einkreisung weiter.

    Bekämpft werden auch, so Pineda, alle Regierungen, die mit Kuba zusammenarbeiten. Auch der kubanische Internationalismus wird von den USA attackiert. Dennoch wird etwa die Entsendung von Ärzten und medizinischen Brigaden in arme Länder weitergeführt, ein glänzendes Beispiel für den sozialistischen Internationalismus. Pineda rief unter Jubel dazu auf, sich gegen die US-Blockade zur Wehr zu setzen. US-Präsident Donald Trump sei ein Faschist. Er strebe an, dass Kuba zusammenbreche. Damit das nicht passiere, brauche es Solidarität mit dem sozialistischen Kuba. Diese müsse mehr sein als nur ein Che-Guevara-Plakat aufzuhängen.

    Eine ganz besondere Ankündigung hatte im Anschluss jW-Chefredakteur Nick Brauns zu machen: Unter Beifall gab er bekannt, dass der im Jahr 2025 erstmals vergebene Rosa-Luxemburg-Preis im Jahr 2026 an Aleida Guevara verliehen wird – für ihr Engagement als Ärztin und Botschafterin des sozialistischen Kubas. Am 11. April 2026 wird der Preis in Berlin im Kino Babylon an die Tochter von Che Guevara verliehen. Emphatisch rief Brauns schließlich auch noch zu Solidarität mit Kuba auf. (mp)

  • 10.01.2026 12:51 Uhr

    In einer epochalen Krise

    Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Goldberg zur Lage des Kapitalismus
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    Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Goldberg referiert auf der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz

    Nach einem kurzen Intermezzo, bei dem der jüngst verstorbene Rolf Becker (vgl. junge Welt vom 15.12.2025) geehrt wurde – unter anderem würdigte ihn die Linkspartei-Politikerin Ulrike Eifler –, ging es weiter mit einem Referat des Wirtschaftswissenschaftlers Jörg Goldberg. Er sprach vor mittlerweile mehreren tausenden Konferenzbesuchern über die »Epochenkrise des westlichen Kapitalismus und die politischen Folgen in der BRD«. Goldberg war Mitarbeiter des Instituts für Marxistische Studien und langjähriger wirtschaftlicher Berater der Regierungen von Benin und Sambia. Seinen Vortrag gruppierte Goldberg um zwei Kernfragen: Erstens, was sind die Ursachen und Folgen der zunehmenden Gewalt in den internationalen Beziehungen? Zweitens, wer sind die Anstifter und Profiteure dieser Politik?

    Wir befinden uns, so Goldberg in einer epochalen Krise. Durch die Finanzialisierung des Kapitalismus seien neue Widersprüche und Probleme entstanden, wie die große Krise von 2008/09 demonstriert hat. Es handelte sich dabei um eine Krise des westlichen Kapitalismus, während zahlreiche Länder im globalen Süden eigene Wege gehen. Es habe Ansätze zu einem progressiven Ausweg aus dieser Krise gegeben, etwa durch die Politik von Jeremy Corbyn in Großbritannien, die Partei Podemos in Spanien oder durch Graswurzelbewegungen wie »Blockupy«. Diese Bewegungen seien jedoch vorübergehend gescheitert.

    Doch zunehmend werde die westliche Hegemonie von aufsteigenden Volkswirtschaften des globalen Südens, darunter vor allem die Volksrepublik China, in Frage gestellt. Die Staaten des westlichen Kapitalismus in Europa und Nordamerika setzen daher wieder auf Aufrüstung und direkte militärische Konfrontation. Dies führe zu einer wachsenden Gewaltförmigkeit in den internationalen Beziehungen. Wer angesichts dessen noch von einer »regelbasierten Gewaltordnung« schwadroniere, so Goldberg, dem sei eigentlich nicht mehr zu helfen. Das Militärische erhalte im westlichen Kapitalismus das Primat. Auch die BRD wolle ihre europäische Vorherrschaft mit militärischer Stärke sichern und rüste dafür drastisch auf.

    In seinem profunden Vortrag ging Goldberg des weiteren auch auf den Sozialstaatsabbau ein, durch den die Herrschenden die Aufrüstung finanzieren. Wer mehr zur Lage des gegenwärtigen Kapitalismus, vor allem des Neoliberalismus, wissen will, kann Jörg Goldbergs Beitrag auf den Thema-Seiten der jungen Welt vom 3. Dezember 2025 lesen. (mp)

  • 11.01.2026 17:27 Uhr

    Hoher Andrang bei RLK 2026

    jW-Geschäftsführer Sebastian Carlens verkündet Verkaufsrekord bei Tickets
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    Blick in den schon gut gefüllten Konferenzsaal

    In einem Zwischenprogramm wurde um 12.30 Uhr das Aktionsprogramm der DKP zur Frage von Krieg und Frieden vorgestellt. Der jW-Geschäftsführer Sebastian Carlens rief dazu auf, die junge Welt als Veranstalter der jährlichen Rosa-Luxemburg-Konferenz (RLK) mit einem Abonnement oder einer Spende zu unterstützen. Kollegen aus dem jW-Aktionsbüro stellten kurz vor, wie man die Zeitung fördern kann. Spenden sind erforderlich, um die Konferenz weiter ausrichten zu können.

    Unterdessen stehen immer noch Menschen am Eingang an, um zur Konferenz eingelassen zu werden; der Andrang ist enorm. Laut Carlens erzielte die diesjährige RLK einen Ticketverkaufsrekord. Ob es auch ein Besucherrekord wird, sei noch nicht sicher, da das Wetter die Anreise einiger Menschen verhinderte. Doch mehrere tausend Besucherinnen und Besucher sind bereits in den Hallen. (mp)

  • 11.01.2026 17:27 Uhr

    Stehen die USA vor einem Bürgerkrieg?

    Robert Saleem Holbrook über die Situation in Nordamerika / Solidarität mit politischen Gefangenen
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    Robert Saleem Holbrook

    Ab 12.45 Uhr referierte der Anwalt Robert Saleem Holbrook. Er ist Geschäftsführer des Abolitionist Law Center und war selbst 27 Jahre in den USA eingesperrt, nachdem er als 16jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Holbrook erinnerte daran, dass bereits Rosa Luxemburg eine politische Gefangene war und widmete sich in seinem Vortrag dem gegenwärtigen rassistischen Gefängnissystem in den USA. Trump versuche das amerikanische Volk mit Rassismus zu spalten, so Holbrook. Die entscheidende Frage sei, ob sich das Volk einen könne im Kampf gegen die Milliardäre und die neue Weltordnung.

    Mehr zum Thema Rassismus und Gefängnissystem in den USA kann man auf den Thema-Seiten der jungen Welt vom 17. Dezember 2025 nachlesen.

    Im Anschluss folgte ein kurzer, von Gina Pietsch moderierter Block zu politischen Gefangenen. Nach der Rezitation eines Gedichts von Bertolt Brecht durch Pietsch sprach Noelle Hanrahan, die Direktorin des US-amerikanischen Prison Radio, über den seit 1982 inhaftierten Journalisten Mumia Abu-Jamal und die brutalen Haftbedingungen, denen er ausgesetzt ist. Im Anschluss gab es ein bewegendes Audiogrußwort von Mumia Abu-Jamal. Er prangerte den US-Neokolonialismus, der auf einer verschärften Ausbeutung der Menschen durch das Kapital basiert, an. Sebastian Carlens richtete kämpferische Grüße von der RLK an Mumia aus und erinnerte daran, dass nun auch der venezolanische Präsident Nicolás Maduro ein politischer Gefangener, genauer gesagt ein Kriegsgefangener, ist.

    Während ein Grußwort von Daniela Klette aufgrund ihrer Haftbedingungen nicht zustandekam, erreichte die junge Welt eine Grußbotschaft des verfolgten Burkhard Garweg, die von Moderatorin Gina Pietsch teilweise vorgelesen wurde. Die ganze Botschaft Garwegs wird demnächst auf der Homepage der jungen Welt dokumentiert. (mp)

  • 10.01.2026 19:34 Uhr

    Mittagseinlage mit Punkrockband G.P.S. und Ausschnitt aus Dokfilm über die junge Welt

    Nach vielen Vorträgen freut sich das Publikum über eine musikalisch und eine filmische Einlage
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    Zum frühen Nachmittag gibt es ein Intermezzo der Berliner Punkband G.P.S. Die fünf Musikerinnen und Musiker unterhielten das Publikum der Konferenz mit einer halbstündigen Einlage. Unverkennbar sind die verschiedenen musikalischen Genreeinflüsse, die sich in den Songs der Band niederschlagen – neben Punk auch Blues, Metal, und Grunge. Neben der Musik konnte sich das Publikum auch über die energiegeladene Bühnenperformance freuen. Nach den inhaltlich anspruchsvollen Vorträgen des bisherigen Tages lieferten G.P.S. eine so willkommene wie passende kulturelle Anregung. Nicht nur im Konferenzsaal, sondern auch auf den Gängen der »Wilhelmhallen« ließen junge Fans der Band beim spontanen Tanzen ihrer Energie freien Lauf.

    Eine weitere freudige Botschaft: Die Spendensammlung für Mumia Abu-Jamal hat weit mehr als 1.000 Euro eingebracht.

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    Im Anschluss ging mit einem Ausschnitt aus einem Film »Träume und andere Realitäten« über die Geschichte der jungen Welt und des Verlags 8. Mai, an dem die Filmemacherin Clara Erhardt, Mitarbeiterin des Verlags, zur Zeit arbeitet, weiter. »Es ist ein immer drängenderes Thema, linken Medien Sichtbarkeit zu verschaffen«, sagte Erhardt. »Die vielen juristischen Prozesse, denen die junge Welt ausgesetzt ist, zeigen, wie wichtig ein solches Medium ist«.

    »Wer bei der jungen Welt anfängt, hat einen kritischen Standpunkt«, sagt der seit Dezember amtierende Geschäftsführer Sebastian Carlens in dem kurzen, gezeigten Abschnitt. Zur Sprache kommen vom ehemaligen Geschäftsführer Dietmar Koschmieder bis zum langjährigen Chefredakteur Arnold Schölzel viele zu Wort, die zum Aufbau der jungen Welt, wie sie heute existiert, beigetragen haben. Der Film feiert seine Kinopremiere am 14. Februar.

  • 11.01.2026 17:26 Uhr

    »Die Wehrpflicht ist eine politische Entscheidung gegen die Jugend«

    Beim Jugendpodium der SDAJ wird sich klar und deutlich gegen den militarisierten deutschen Imperialismus und die Wehrpflicht gestellt
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    Auf dem Jugendpodium: Sam, Marco Blum, Hannes Werner, Moderatorin Luisa, David Christner und Selima Pfistner

    Weiter geht es mit dem Podium der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) »Nein zur Wehrpflicht«. Thema: Die Militarisierung der BRD und die faktische Wiedereinführung der Wehrpflicht. »Das ist doch ganz eindeutig eine Bedrohung für das Leben aller Jugendlichen im Land«, so Hannes Werner vom IJV zur Eröffnung der Diskussionsrunde. Man müsse »jede Möglichkeit, die sich bietet«, nutzen, um gegen die Militarisierung und für die Interessen der Jugend zu kämpfen. Klar erkennbar sei, dass es in der Jugend eine immer stärkere Politisierung gebe.

    David Christner, Teil der Jungen Linken, die sich von der Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen abgespalten haben, stellt klar: »Wir haben die Grünen nicht aus moralischer Empörung verlassen, sondern aus politischer Notwendigkeit.« Man müsse die Wiedereinführung der Wehrpflicht als Frage des Klasseninteresses begreifen und analysieren, wer für welche Interessen auf seine Freiheit verzichten und sich zum Töten und Sterben abkommandieren lassen soll. Politisches Gebot der Stunde sei es, einen praktischen Gegenentwurf zu Repression und Militarisierung aufzubauen.

    Für die Linksjugend sprach Selina Pfister. Es sei auch Aufgabe der Linken im Parlament, durch kritische Nachfragen der Militarisierung entgegenzuwirken. Der Erhalt der Daseinsfürsorge und eine greifbare Verbesserung der Lebensbedingungen, zum Beispiel durch eine Anhebung des Mindestlohns, könne die Bundeswehr als »Arbeitgeber« ganz praktisch unattraktiver machen.

    Marco Blum (SDAJ) lobte den enormen Mut der zehntausenden Schülerinnen und Schüler, die sich beim Schulstreik gegen die Wehrpflicht teils enormer Repression entgegengestellt haben. »Die Jugend will die Wehrpflicht nicht!«, so Blum. Teils seien Schüler in den Schulen eingeschlossen oder mit Schulverweisen bedroht worden. Die Wehrpflicht rücke als Klassenfrage immer mehr in das Bewusstsein. Zudem machten sich junge Leute nicht nur Sorgen um die eigene Zukunft, sondern auch um ihre Freunde, Geschwister, Klassenkameraden. »Die Wehrpflicht ist eine politische Entscheidung gegen uns, gegen die Jugend, gegen die Arbeiterklasse.« Angesichts der US-Angriffe gegen Venezuela rief Blum dazu auf, sich nicht von angeblichen Kämpfen gegen den Drogenschmuggel hinters Licht führen zu lassen. Von Massenstreiks in den Munitionsfabriken sei man zwar weit entfernt, doch die Politisierung der Jugend sei ein erster, wichtiger Schritt. »Eure Kriege führen wir nicht«, legte er am Ende der Veranstaltung nach.

    Für das Schulstreikkomitee Göttingen sprach Sam. Er wird vermutlich bald selbst seinen Musterungsfragebogen erhalten. Auch er war vom Erfolg der Initiative überrascht: »Plötzlich gab es Social-Media-Kanäle in jeder größeren Stadt, die zu der Aktion aufgerufen haben«. Auch er wurde von seinen Lehrern und der Schulleitung mit Einschüchterungsversuchen konfrontiert. Die wichtigste Lektion aus den zurückliegenden Streiks sei das gewonnene Wissen um die praktischen Fragen der Organisation gewesen. »Unsere Aufgabe ist jetzt, unsere Positionen zu festigen und das Thema zu einem ständigen Faktor an den Schulen zu machen.«

    Die Gewerkschaften wurden durch Max Radtke von Verdi vertreten. Er war wegen des Schneechaos im Norden per Liveschalte dabei. Auch er sprach über die materiellen Sorgen junger Menschen. Niedrige Auszubildendengehälter und Jugendarmut würden genutzt, um junge Menschen in die Bundeswehr zu drängen. Dort liegt die Besoldung deutlich höher. »Das ist praktisch die ökonomische Erpressung von Jugendlichen ohne wohlhabende Elternhaushalte im Rücken.« Die Jugend müsse erkennen, wem eine Aufrüstung nützt und wem sie schadet. Es obliege den Gewerkschaften, für eine Verbesserung der Lohnsituation zu kämpfen. Max kritisierte das Verbot von politischen Streiks in der BRD. Darum sei ein praktischer Kampf gegen die Wehrpflicht seitens der Gewerkschaften nur bedingt zu erwarten. Es brauche den Aufbau starker Bündnispartner, an deren Seite sich die Gewerkschaften stellen können. (lvl)

  • 11.01.2026 17:26 Uhr

    »Die straffreie Welt für israelische Täter wird kleiner«

    Beim Gespräch zwischen dem Filmemacher Dror Dayan und dem Menschenrechtler Jake Romm geht es um das israelische Apartheidregime und das Ende der »regelbasierten Weltordnung«
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    Jake Romm: »Solange die Täter leben, können sie auch verfolgt werden«

    Ursprünglich wollte Susann Witt-Stahl, die Chefredakteurin von Melodie & Rhythmus, das Kulturpodium am Nachmittag moderieren. Wegen Krankheit wird sie vom Filmjournalisten Dror Dayan vertreten. Dem Publikum wurde ein Ausschnitt aus einem Film über den israelischen Genozid an den Palästinensern gezeigt. Mit dem Menschenrechtsanwalt und Mitherausgeber des Literaturmagazins Protean Jake Romm spricht Dayan über den Kampf gegen die Rechtlosigkeit in der kolonialen Weltordnung. »Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten wir eine internationale Ordnung mit UNO, Genfer Konvention und anderen internationalen Organisationen, die nominell eine Welt ohne Aggression erreichen sollte. Doch sie wurde selbst von aggressiven kolonialen Staaten eingerichtet und konnte sich daher von vornherein nie realisieren«, so Romm.

    Die imperialen Kernstaaten wie die USA seien bereit gewesen, sich weitgehend innerhalb dieser Ordnung zu bewegen, solange es ihre Interessen nicht behinderte. Doch mit dem Krieg gegen Gaza oder auch dem US-Angriff gegen Venezuela sei klar, dass diese Zeit vorbei ist. Die Hind Rajab Foundation (HRF), für die Romm arbeitet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbrechen israelischer Soldaten gegen Palästinenser international zu verfolgen. »Internationale Institutionen haben keine Zähne, außer Staaten geben ihnen die Möglichkeit, das Völkerrecht durchzusetzen.« Doch oft entledigten sich Staaten gerade unter Verweis auf die Zuständigkeit internationaler Gerichte ihrer Verantwortung. Daher klage die HRF israelische Soldaten auf der ganzen Welt an, denn viele hätten eine doppelte Staatsbürgerschaft und hielten sich in anderen Staaten als Israel auf. »So wird die straffreie Welt für israelische Täter immer kleiner.«

    Romm erinnerte daran, dass die BRD als zweitgrößter Waffenlieferant Israels nicht nur moralisch, sondern völkerrechtlich Komplize beim Genozid an den Palästinensern sei. Nicht nur beteiligte Politiker, sondern auch Waffenlieferanten, Logistik- und Informationsdienstleister müssten zur Verantwortung gezogen werden. In den Niederlanden konnten zum Beispiel erfolgreich Verurteilungen von Zulieferbetrieben von Giftwaffen erwirkt werden.

    »Der gesamte Konflikt, die gesamte Nakba ist kriminell«, sagte Romm. Die fortwährende extreme Gewalt gegen die Palästinenser sei ein Prozess der fortwährenden Dehumanisierung, und nur durch das Aufzeigen rechtlicher und praktischer Konsequenzen könne hier ein »Realitätscheck« erreicht werden. Am 7. Oktober 2023 habe Israel eine militärische Niederlage erlitten, die tief in einen nationalen Opferkomplex hereinwirke. Dies werde nun durch die unvergleichliche Grausamkeit in Gaza kompensiert, und es werde darauf gesetzt, dass die Verbrechen irgendwann in Vergessenheit geraten. »Doch solange die Täter leben, können sie auch verfolgt werden, und das werden wir auch versuchen.«

    Mit Blick auf die Kultur müsse man attestieren, dass Kunst und Medien kein hinreichendes Mittel seien, sich der Barbarei entgegenzustellen. Doch es sei die Aufgabe von Kulturschaffenden, die Grausamkeiten zu dokumentieren, damit man sich ihrer eines Tages, in einer besseren Zukunft, erinnern könne.

    Ein Beispiel hierfür ist der Film »Deutschland gegen den Palästina-Kongress«, bei dem Dror Dayan Regie führte. Er dokumentiert das Vorgehen der deutschen Staatgewalt gegen palästinasolidarische Menschen, allen voran den Kongress »Wir klagen an« im April 2024, der von der Polizei brutal unterbunden wurde. Von diesem wurde ein längerer Ausschnitt gezeigt. (lvl)

  • 11.01.2026 17:26 Uhr

    Wider das betreute Denken

    Andreas Rebers präsentiert Franz J. Degenhardt
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    Gewohnt bissig gegen die eingeforderte Kriegstüchtigkeit: Andreas Rebers

    Poesie ist das Gegenteil von Social Media: So formuliert es der Musiker und Kabarettist Andreas Rebers auf der Bühne. Er und die beiden Gitarristen André Matov und Samuel Halscheidt würdigen den »Poeten« Franz Josef Degenhardt im Programm »Rumpelkinder – Schmuddelstilzchen«. Und Rebers ist es ernst. Was, wenn der Kapitalismus mit dem Digitalismus die ultimative Waffe kreiert hat, die den Endsieg des Materialismus über den Humanismus besiegeln könnte? Aber: Wir stellen Fragen und lassen uns nicht mit betreutem Denken abspeisen.

    Zwischen den Darbietungen der Texte Degenhardts teilt Rebers auch gewohnt bissig gegen die eingeforderte Kriegstüchtigkeit aus: Mit wem wollten die Herrschenden denn das erreichen? Mit »wohlstandsverwöhnten Kindern, die Jahrzehnte in handgeschnitzten Kinderwägen« verbracht haben? »Bei uns« dagegen »saß der Nationalsozialismus noch mit am Tisch« und mit Künstlern wie Degenhardt konnte man damals erkennen, »Moment, man kann diese Dinge überstehen«. Vom »großen Väterchen Franz« erklingt unter anderem »Das Lied vom Vorstadtfeierabend«.

    Die »denkwürdigen Zeiten«, in denen wir leben, charakterisiert Rebers so: »Lügner nennen Lügner Lügner, Antisemiten beklagen Judenhass und jeder bedient das, was seinem Portofolio nützt. Der Egoismus ist nur eine Tugend des Kapitalismus. Was zurückgekommen ist, ist der Krieg.« Das einzige, was sich zum entsprechenden Titel »Ein schönes Lied« aus dem Jahr 1963 geändert habe, »sind die Fluchtrouten«. (jW)

  • 11.01.2026 17:26 Uhr

    Alternative zu Kriegsmedien

    Pablo Iglesias und Irene Zugasti sprechen über einen Journalismus, der lediglich den Herrschenden dient
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    Irene Zugasti vor Ort und Pablo Iglesias zugeschaltet per Video sprechen über entkontextualisierenden Journalismus

    Der frühere Generalsekretär der spanischen Linkspartei Podemos, Pablo Iglesias, betont in seiner Videobotschaft an die Konferenz, dass Venezuela nach dem US-Überfall Ausgangspunkt der heutigen Analyse sein muss. Der Politiker und Publizist ist gegenwärtig Direktor des von ihm gegründeten linken Senders Canal Red, wo er politische Analysen und Debatten moderiert. Er kommt nicht umhin, anzuerkennen, dass US-Präsident Donald Trump ein Profi im Umgang mit Medien ist. Er nutze als Kommunikation »den direkten Protagonismus« und habe begriffen: »Die große außenpolitische Botschaft ist er selbst.« Die europäischen Staaten seien mit ihrer Bereitschaft, fünf Prozent des BIP für die NATO auszugeben, zu einer »Provinz des Imperiums« verkommen.

    Live in Berlin erklärt seine Canal-Red-Kollegin Irene Zugasti den Anspruch ihres Projekts: »Wir wollen das Kräfteverhältnis in der Medienlandschaft ändern.« Denn »dieses führt in den Krieg«. Sie hat einige Beispiele der Hunderttausenden Schlagzeilen mitgebracht, deren Inhalte besagen, dass der Krieg nicht zu vermeiden sei. Zugasti und ihr Team machen eigentlich »Journalismus für Journalisten«, um diesen zu verdeutlichen, dass sie »Teil dieser Strategie sind, die uns in den Krieg führt«. Wer hinter sich mächtiges Kapital wisse, könne veröffentlichen, was er wolle, so die Politikwissenschaftlerin. Die Spanierin spricht in Schlaglichtern auch die deutsche Staatsräson als Richtlinie für hiesige Medien und vor allem deren Verleger ebenso an wie die politische Verfolgung des Journalisten Hüseyin Doğru durch die Europäische Union.

    Um einem entkontextualisierenden Journalismus etwas entgegenzusetzen, müsse man sich das gesamte Bild ansehen – so wie es Lenin sagte: »Welche Klassen führen Krieg und zu welchem Zweck?« Dagegen habe Canal Red als »Kommunikationsmedium für den Frieden« eine Reihe von Strategien aufgebaut, um kritische Stimmen, die unterdrückt werden, hörbar zu machen. »Wir müssen diejenigen begleiten, die versuchen, einen anderen Journalismus zu machen!« (jW)

  • 11.01.2026 17:25 Uhr

    »Bitte macht weiter«: Internationalistische Manifestation für Venezuela, Palästina und Kuba

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    »Lasst die Finger von Venezuela!«

    »Alle Mädels, alle Jungs sagen: Oh,/Trump ist ein Hundesohn.« und »Lasst die Finger von Venezuela!« – Rapperinnen und Rapper holen die Teilnehmer der Rosa-Luxemburg-Konferenz von den Sitzen und leiten die Manifestation der Solidarität für das von den USA angegriffene Venezuela, für die Menschen in Gaza und für das mit neuerlichen Drohungen der USA konfrontierte sozialistische Kuba ein.

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    Von der Bühne wendet sich der Botschaftsrat der venezolanischen Botschaft in Deutschland, Martin Saatdjian, an das Publikum. Bei dem US-Angriff zum Jahresbeginn handele es sich um eine klare Verletzung des Völkerrechts. Im Zentrum stehe nun die Forderung nach der unverzüglichen Freilassung von Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores. Alle Staatsinstitutionen in Venezuela seien weiter aktiv und arbeiteten zusammen. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez verfüge über alle nötigen Vollmachten. Man habe den spontanen Ausdruck der Solidarität dankbar entgegengenommen.

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    Ein palästinensischer Redner erklärt anschließend, es sei ein Irrtum, anzunehmen, dass der Krieg in Gaza vorbei sei: »Das ist nicht wahr.« Die Situation der Menschen in Gaza sei katastrophal: 80 Prozent der Häuser in Gaza seien beschädigt oder zerstört. Die internationale Solidaritätsbewegung sei aufgerufen, weiter aktiv zu bleiben: »Bitte macht weiter!« Es gehe darum, gemeinsam zu kämpfen für das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Er schließt mit: »Freiheit für Venezuela, Freiheit für Palästina, es lebe die internationale Solidarität!«

    Anschließend spricht die Botschafterin Kubas in der BRD, Juana Martínez González. Sie erinnert an die Worte Fidel Castros, dass Kriege aus dem Wunsch heraus entstehen, andere Menschen auszubeuten. Die Ausbeutung der Länder durch die Monopole müsse enden. Die imperialistische Essenz sei immer dieselbe geblieben. Es gehe um die Unterwerfung der Armen durch die Reichen. Kuba habe den Angriff auf Venezuela als terroristischen Akt verurteilt. Kuba seinerseits sei seit mehr als 60 Jahren einer »genozidalen Blockade« auf wirtschaftlicher und politischer Ebene ausgesetzt. Das seien »leise Bomben«. Dennoch kämpfe Kuba mit seiner ganzen Kraft auch gegen das, was in Palästina geschehe. Die heutige Konferenz sei ein Zeichen dafür, dass die progressiven Kräfte nicht aufgegeben haben. Dafür gibt es viel Beifall, im Publikum ertönt der Ruf »Viva Cuba socialista«. (jW)

  • 11.01.2026 17:24 Uhr

    Vermittlung wird zur Komplizenschaft

    Cinzia della Porta spricht über die Aufgaben und die Rolle klassenorientierter Gewerkschaften
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    Die italienische Gewerkschafterin Cinzia della Porta (USB) referiert nun am Beispiel der Arbeit ihrer Organisation über die »Rolle einer klassenorientierten Gewerkschaft« im Kampf gegen »Wiederbewaffnung und Kriegswirtschaft«. Hintergrund der aktuellen Entwicklungen – auch des Angriffs der USA auf Venezuela – sei die tiefe Krise in den USA, so della Porta. Deren Staatsverschuldung sei außer Kontrolle, eine gigantische Finanzblase stehe vor dem Platzen. Trump habe sich für Krieg entschieden. Die ganze Strategie ziele darauf ab, Kontrolle über Ressourcen zu erhalten, ein »Monopol auf Energie«, um den Niedergang zu stoppen.

    In der EU sei die »permanente Kriegswirtschaft« inzwischen eine »strategische Priorität«. Auch in Italien konzentrierten sich öffentliche Investitionen auf Rüstungsunternehmen. Zu beobachten sei eine Umorientierung der Produktionsketten, ein »neuer Zyklus der kapitalistischen Akkumulation«. Dazu gehöre die Militarisierung von Forschung und Bildung und die Umleitung von Ressourcen vom sozialen Bereich zur Rüstung – alles mit Verweis auf »Sicherheit«.

    Die externen Kriege führen zu einem internen krieg gegen die Arbeiterklasse. Die alte »Sozialpartnerschaft« stoße an ihre Grenzen. Im militarisierten Kapitalismus werde Vermittlung zur Komplizenschaft. Dennoch richteten sich auch in Italien die großen Gewerkschaften nach der wirtschaftspolitischen Logik der Militarisierung aus. Die USB sei die einzige echte Alternativ. Sie verbinde als klassenorientierte Gewerkschaft die Verteidigung der Interessen der Arbeiter mit der strukturellen Kritik am kapitalistischen System. Für eine klassenorientierte Gewerkschaft sei Internationalismus ein entscheidender Punkt.

    Die Aufrüstung sei ein Modus der kapitalistischen Akkumulation, betont della Porta. Nur eine unabhängige Organisierung könne die Kriegswirtschaft tatsächlich herausfordern. Allein der Internationalismus der Arbeiterklasse sei in der Lage, die Kriegswirtschaft zu konfrontieren »und die Arbeiterklasse als historisches Subjekt wiederherzustellen«. Vor diesem Hintergrund führe die USB in italienischen Häfen und auf Flughäfen Blockaden von Waffenlieferungen ins Ausland durch, insbesondere Richtung Israel und Ukraine. So könne gezeigt werden, dass Widerstand gegen Militarisierung und Krieg von den Arbeitern ausgehen kann und muss. Mit dem Kampf gegen den Krieg würden von der USB alle anderen Aspekte des gewerkschaftlichen Kampfes verknüpft: »Der Krieg mag woanders stattfinden, aber es ist auch ein Krieg, der sich gegen uns und unsere Klasse richtet.« (jW)

  • 11.01.2026 17:24 Uhr

    Es kommt auf jeden Einzelnen an

    UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese spricht über Israels Völkermord in Palästina und worauf es im Kampf dagegen ankommt
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    Unermüdlich für die Rechte der Palästinenser unterwegs: Francesca Albanese spricht per Live-Schaltung über Israels Genozid

    »Heute ist der 824. Tag des Genozids«: Damit beginnt die letzte Referentin des Tages, Francesca Albanese, ihr Referat über Israels Krieg gegen die Menschen in Palästina. Die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Gebiete betont, dass der Völkermord nicht vorbei sei, denn wenn es Frieden gäbe, »wie können wir dann die Tatsache erklären, dass seitdem 400 Menschen durch israelische Angriffe in Gaza ums Leben gekommen sind? Wie können wir die Präsenz der israelischen Armee in mehr als 50 Prozent des Gazastreifens erklären? Wie können wir die Tatsache erklären, dass Israel weitermacht mit der Zerstörung dessen, was übrig geblieben ist – die verbleibenden zehn Prozent der Wohngebäude, die noch stehen.«

    »Wie können wir erklären, dass diese zwei Millionen Menschen nun ungeschützt in Zelten wohnen müssen, ohne Krankenhäuser, ohne Medikamente, ohne Nahrungsmittel? Wie können wir erklären, dass nur 30 Prozent der Notwendigkeiten, auf die man sich in dem Waffenstillstand geeinigt hat, ins Land gekommen sind – zum Kauf, nicht als Unterstützung? Wie können wir erklären, dass 48 Hilfsorganisationen von Israel verboten worden sind?«

    Das sei die Realität, so Albanese. »Der Völkermord geht weiter, nicht nur in Gaza.« Sie erinnert daran, dass dahinter die Absicht stehe, eine Bevölkerungsgruppe zu zerstören. Und es habe sich von Anfang an um einen klaren Fall gehandelt, denn »die Dehumanisierung der palästinensischen Menschen nahm extreme Ausmaße an und es war schon extrem vor dem 7. Oktober«. Aber auch nach 824 Tagen »reagiert die Welt noch immer nicht«. Und Deutschland und Italien sind die wichtigsten Komplizen in Europa. »Wir sehen hier den dritten Genozid, an dem das deutsche Volk Anteil hat, in weniger als 100 Jahren.«

    Die UN-Sonderberichterstatterin ruft Rosa Luxemburg ins Gedächtnis: »Jene, die sich nicht bewegen, bemerken ihre Ketten nicht.« Aber es gibt auch Bewegung. So sei die Israel-Boykott-Kampagne BDS deutlich stärker geworden, allerdings handele es sich um eine »tiefverwurzelte Unterdrückung« innerhalb eines Systems, das »bis in den Kern verfault ist«. Das Völkerrecht funktioniere nicht automatisch, »es muss aktiviert werden«. Und wenn dies nicht von der Politik getan werde, »muss es von den Menschen aktiviert werden«. Es gibt »keinen Respekt für das Völkerrecht, wenn es keine Bevölkerung gibt, die das unterstützt«. Aber für das kranke System gebe es ein Heilmittel – »wir sind das«. (jW)

  • 10.01.2026 23:08 Uhr

    Mit dem Rücken zur Wand

    Gegen den Aufrüstungs- und Kriegskurs: Die abschließende Podiumsdiskussion hat begonnen
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    Die abschließende Podiumsdiskussion der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz stellt die Frage: »Was tun gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsgefahr?« Mit jW-Chefredakteur Daniel Bratanovic diskutieren der SPD-Bundestagsabgeordnete Jan Dieren, der Bundestagsabgeordnete Ulrich Thoden (Die Linke), Yusuf As (DIDF), Tatjana Sambale (DKP) und Nadja Rakowitz vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ).

    Daniel Bratanovic weist eingangs darauf hin, dass die forcierte Aufrüstung im Grunde »mit einem einzigen dürren Satz« begründet werde: Russland sei 2029 bereit und willens, die NATO bzw. die EU anzugreifen. Dazu trete jetzt der Verweis auf den neuerdings unsicheren Verbündeten USA. Im Inland laufe unterdessen eine neue Kampagne gegen den Sozialstaat. Die erste Frage richtet sich an Jan Dieren, der als einziger SPD-Abgeordneter bei Abstimmungen im Bundestag gegen den Aufrüstungskurs aufgetreten ist. Wie halte er es mit seinen Positionen in der SPD aus? Dieren sagt, es sei manchmal anstrengend, aber er habe sich ja nicht entschieden, in die SPD einzutreten, weil er »einen entspannten Zeitvertreib« gesucht oder angenommen habe, dass in der SPD seine politischen Positionen zu 100 Prozent vertreten werden. Er glaube, dass die Debatte über diese Fragen auch in der SPD geführt werden müsse. Und in der Partei als solcher seien die Mehrheitsverhältnisse gar nicht so einseitig wie in der Bundestagsfraktion. Bei Bundesparteitagen habe es 40 Prozent der Delegiertenstimmen für kritische Anträge zum Aufrüstungskurs gegeben.

    Ulrich Thoden wird daran erinnert, dass im März 2025 im Bundesrat zwei Länder, in denen die Linkspartei mitregiert, für die Grundgesetzänderungen gestimmt hätten, die die Aufrüstung von der sogenannten Schuldenbremse ausnimmt. Was bleibe da noch vom antimilitaristischen Anspruch der Linkspartei? Thoden sagt, ihn habe das Abstimmungsverhalten erschüttert. Es sei klar, »dass das ein Skandal ist«. Das sei allerdings eine Entscheidung der vier von der Linkspartei gestellten Mitglieder der Landesregierungen in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern gewesen, die auch von Teilen der Fraktionen dort und vom Parteivorstand nicht unterstützt worden sei. Wenn man sich die Mitglieder der Partei anschaue, sei das Bild ein ganz anderes. Und die neue Bundestagsfraktion habe sich »stabil« gezeigt in der Außenpolitik und in der Verteidigungspolitik.

    Tatjana Sambale, die als nächste zu Wort kommt, ist »erbost«. Sie sagt, sie könne die beiden Vorredner und ihre Parteien nicht aus der Verantwortung dafür entlassen, dass der Widerstand gegen die beispiellose Aufrüstung so schwach sei. Man kämpfe etwa gegen die Stationierung der Mittelstreckenraketen, gegen einen »gesellschaftlichen Mainstream« oft »mit dem Rücken zur Wand«, »weil die Gegenseite ihren Job gut macht«. Da sei es kein »Ausrutscher«, wenn keine klare Antikriegsposition bezogen werde: »Und diese Situation haben wir an dieser Stelle.« Als Beispiel nennt sie Dietmar Bartsch, der vorgeschlagen hatte, ehemalige NVA-Abgeordnete als Reservisten heranzuziehen. Wenn man es ehrlich meine mit den Forderungen nach Umverteilung, »dann muss ich mich von diesem Staatsräsonkurs« verabschieden und »Teil der gesellschaftlichen Gegenwehr werden«.

    Yusuf As spricht über den Schülerstreik gegen die Aufrüstung Anfang Dezember. 2025 sei ein »Scheißjahr« gewesen, aber es könne konstatiert werden, dass viele junge Menschen an Demonstrationen teilgenommen haben. »Die Politisierung bei jungen Menschen nimmt zu«, sagt er. Die Wehrpflicht sei ein großes »Thema in den Pausen«, es werde über Krieg und Frieden gesprochen. Trotz zunehmender Repression werde das gemacht. »Wir müssen die Bewegung verbreitern«, betont er. 50.000 Teilnehmer beim Schülerstreik seien eine gute Zahl, aber es seien nicht genug. Es komme insbesondere darauf an, die jungen Arbeiterinnen und Arbeiter zu erreichen. Dabei müsse das Bewusstsein gestärkt werden, dass es um Selbstorganisierung gehe. Es seien nicht Parlamente und Parlamente, die für sie kämpfen werden. Es gebe in der Friedensbewegung auch die Haltung, sich an Russland und China als »Friedensmacht« zu orientieren. Yusuf As: »Die Friedensbewegung muss erkennen, dass die Jugend und die Arbeiterklasse die Friedensmacht ist.« Wenn die Jugend und die Arbeiterklasse ein Teil der Friedensbewegung werde, werde man sehen, »wie sich das Blatt wenden wird«.

    Nadja Rakowitz weist darauf hin, dass bei einem Krieg in Osteuropa mit 1.000 toten und verletzten Soldaten pro Tag gerechnet wird. Da wären »die Bundeswehrkrankenhäuser in zwei Tagen voll«. Dann brauche es zivile Kapazitäten. Dafür werde ein »Gesundheitssicherstellungsgesetz« – das in den 80er Jahren von der Friedensbewegung abgewehrt worden sei – vorbereitet, um das Gesundheitswesen der Bundeswehr zu »unterwerfen«. Das fange bei der Frage an, wo Krankenhäuser gebaut werden, oder bei verpflichtenden Fortbildungen von medizinischem Personal für »Kriegsmedizin«. Es gehe hier um eine Militarisierung des Gesundheitswesens und auch die Orientierung darauf, Soldaten wieder »fit für die Front« zu machen. Im Hintergrund stehe auch der Anspruch, die Illusion zu verankern, dass Kriege führbar und gewinnbar seien. An der Front würden letztlich die Kinder der Arbeiterklasse, nicht die der Ärzte bluten. (jW)

  • 05.01.2026 12:01 Uhr

    Kommt zur Manifestation und zur Rosa-Luxemburg-Konferenz!

    Gaza, Venezuela - und Kuba? Gegen die imperialistische Offensive
    RLK-Vorbereitungskollektiv
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    Auf zur Rosa-Luxemburg-Konferenz! (Legales) Graffiti im Berliner Mauerpark.

    Der Imperialismus gönnt der Menschheit keine Atempause - gerade einmal zwei Tage war das neue Jahr alt, als der nächste völkerrechtswidrige Angriffskrieg angezettelt wurde: der US-Überfall auf Venezuela, der zur kriminellen Verschleppung des Präsidenten Venezuelas, Nicolas Maduro und seiner Frau, führte. Das US-Kapital unter Donald Trump hat die direkte Kolonialisierung des rohstoffreichen Landes angekündigt, das künftig von Angehörigen der US-Regierung »verwaltet« werden soll. Es geht, das wird unverblümt ausgesprochen, um das venezoelanische Öl, das - so Trump - den USA »gestohlen« worden sei. Das ist kein »Neokolonialismus«, sondern der alte, nackte Kolonialherrengeist, der unter der Trump-Administration mit Verweis auf die »Monroe-Doktrin« von 1823 (!) das unmittelbare Eigentum am gesamten südamerikanischen Kontinent für die USA beansprucht.

    UNO, Völkerrecht und internationale Regeln spielen keine Rolle mehr, nur die Gewalt der Waffen entscheidet. Auf eine irgendwie geartete »demokratische« Verkleidung des geplanten Regime Changes wird offenkundig ganz bewusst verzichtet, um allen anderen Ländern des Kontinents und darüber hinaus klarzumachen: Nur vollständige Unterwerfung wird akzeptiert.

    Nach Venezuela, das hat Trump direkt bestätigt, wird Kuba das nächste Ziel der Washingtoner Staatsterroristen werden. Die sozialistisch regierte Insel, seit 1959 Opfer unzähliger (und allesamt gescheiterter) Umsturzversuche, muss in die Knie gezwungen werden, wenn die restliche Unterwerfung Lateinamerikas gelingen soll. Es geht, daran sollte kein Zweifel bestehen, um die Vorbereitung des alles entscheidenden Schlags gegen die Volksrepublik China.

    Wir wollen ein kraftvolles Signal gegen Imperialismus und Krieg setzen - auf der 31. Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar in Berlin. Wir können, bei all den Brandherden und kriegerischen Auseinandersetzungen, die bereits jetzt auf der Welt toben, nur einzelne Aspekte der imperialistischen Generaloffensive in den Fokus nehmen. Der US-Angriff auf Venezuela und die wilden Drohungen gegen Kuba, Kolumbien und weitere Staaten des Kontinents haben das Pontential, ganz Südamerika ins Chaos zu stürzen. Gleichzeitig geht das Morden in Nahost weiter, dies darf nicht vergessen werden: Auch die Massaker, die durch die israelischen Streitkräfte angerichtet werden, sind Teil des großen Arrondierungskrieges unter Führung des US-Kapitals. Gaza und Caracas sind zwei Seiten derselben Medaille.

    Wir fordern: Hände weg von Lateinamerika und Palästina! Venezuelas Souveränität muss geachtet, der legitime Präsident des Landes, Nicolas Maduro, und seine Frau müssen unverzüglich freigelassen werden. Kuba darf nicht angegriffen werden!

    Kommt zur Rosa-Luxemburg-Konferenz und beteiligt euch an der Manifestation! Wir wollen ein kraftvolles Bild nicht nur am Veranstaltungsort in Berlin-Wilhelmsruh, sondern über unseren Livestream (auf deutsch, englisch und spanisch) um die ganze Welt senden. Mit Hilfe unseres Streamingpartners TeleSur erreichen wir gute Teile Südamerikas und auch Venezuela - zeigen wir den Menschen, dass sie nicht alleine stehen. Wir sind an ihrer Seite!

    Lasst uns gemeinsam Bühne und Saal der Konferenz für eine eindrucksvolle Demonstration der Völkerfreundschaft nutzen. Bringt dazu Transparente, Plakate und Spruchbänder mit Bezug zu Kuba, Venezuela, Lateinamerika und/oder Palästina mit! Diese können beim Einlass zur Konferenz abgegeben werden, später teilen wir sie an der Bühne wieder aus. Wir wollen kraftvolle Bilder der Solidarität mit möglichst vielfältigen Forderungen und Slogans abbilden.

    Der Ticketverkauf für die Konferenz verläuft erfreulich - noch sind Tickets für die Konferenz online erhältlich. Eine Tageskasse können wir nur so lange offen halten, wie Plätze im Veranstaltungsort verfügbar sind - besser also vorher kaufen.

  • 02.01.2026 19:30 Uhr

    Jede ­Unterstützung zählt!

    Rosa-Luxemburg-Konferenz als Beginn eines Prozesses, die junge Welt zu stärken
    Verlag, Redaktion und Genossenschaft
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    Eine Tageskonferenz kann herausfordernd sein. Eine Herausforderung für die Konzen­tration, aber am Ende des Tages wird man sich entscheiden müssen, welche Programmpunkte man mitnimmt und welche man ausspart. Der Besuch der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz wie auch das Lesen der Tageszeitung junge Welt, welche die Veranstaltung organisiert, sind ebenso bewusste Entscheidungen.

    Die Konferenz erfährt seit Jahren wachsenden Zuspruch und die junge Welt ebenfalls. Immer mehr entscheiden sich für ein Abonnement oder unterstützen die Zeitung finanziell, indem sie Mitherausgeber bzw. Mitherausgeberin in der Genossenschaft LPG werden. Oder sie tragen ihre Inhalte weiter: am Arbeitsplatz, in der Parteigruppe, auf der Straße. Diese Entwicklung zeigt: Kritischer, linker Journalismus wird gebraucht – gerade in Zeiten, in denen herrschende Narrative verengt, oppositionelle Stimmen ausgegrenzt und gesellschaftliche Alternativen systematisch unsichtbar gemacht und zum Schweigen gebracht werden sollen.

    Doch dieser Zuspruch ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen und gemeinsamer Anstrengungen. Im Verlag, in der Redaktion und in der Genossenschaft. Entscheidungen für eine klare politische Haltung an der Seite der lohnabhängig Beschäftigten, für Frieden, Antifaschismus und Internationalismus. Anstrengungen in der Ausweitung der Reichweite der jW, im Internet wie auch gedruckt, durch das Einwerben von Abonnements, Verteilaktionen und die Mitarbeit in Unterstützerinitiativen. Wenn viele Menschen aktiv werden, entfaltet das Wirkung – politisch wie praktisch.

    Die junge Welt wird nicht zufällig angegriffen oder marginalisiert. Ihre Analysen, ihre Perspektiven und ihre Unabhängigkeit stören die Mächtigen. Ziel soll sein, ihre Reichweite zu begrenzen und ihre Wirkmächtigkeit zu schwächen. Damit finden wir uns nicht ab. Die beste Antwort darauf ist, das Gegenteil zu tun: die Zeitung zu stabilisieren, ihre Verbreitung auszuweiten und ihre Stimme zu stärken. Jede und jeder kann etwas beitragen – und jede einzelne Unterstützung zählt. Ob durch ein Print- oder Digitalabo, durch eine Spende, durch das Weiterempfehlen der Zeitung, durch das Verschenken eines Abos oder durch die aktive Verbreitung von Artikeln im eigenen Umfeld: All das stärkt die Basis der jW und erhöht ihre gesellschaftliche Präsenz.

    Auf der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz nächste Woche gilt daher: Jede, jeder einen Beitrag! Vor Ort im Konferenzsaal oder zu Hause im Livestream. Wer die junge Welt liest, ist bereits Teil einer kritischen Öffentlichkeit – der nächste Schritt ist, diese Öffentlichkeit bewusst zu stärken. Während der kommenden Wochen wird immer wieder dazu eingeladen, aktiv zu werden und andere mitzuziehen. Es geht darum, eine gemeinsame Dynamik zu entwickeln: Solidarität praktisch werden zu lassen und zu zeigen, dass unabhängiger Journalismus keine Ware wie jede andere ist, sondern ein politisches Projekt, das von vielen getragen werden muss, damit es funktionieren kann.

    Nach der Konferenz ist immer auch vor der (nächsten) Konferenz; die Zeitung gibt es an sechs Tagen in der Woche, sie will erstellt und gedruckt werden. Die kommende Rosa-Luxemburg-Konferenz soll nur der Auftakt sein für die Kämpfe, die 2026 auf uns zukommen.

  • 02.01.2026 19:30 Uhr

    Ein kraftvolles Signal vorbereiten

    Mit Ihrer Hilfe gelingt es, ein Zeichen der internationalen Solidarität zu setzen
    RLK-Vorbereitungskollektiv
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    Die Zahl der Konfliktherde wächst von Woche zu Woche und jeder einzelne verdient eine fokussierte Würdigung: das fortgesetzte Gemetzel im Nahen Osten, die Einkreisung und Terrorisierung Venezuelas, die US-Militärschläge in Afrika, der Bürgerkrieg im Sudan – und so weiter und so fort. Doch all diese Ereignisse können nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Sie sind allesamt Teil einer globalen Großoffensive des Kapitals und der westlich-imperialistischen Mächte. Darum wird die Saalmanifestation bei der 31. Rosa-Luxemburg-Konferenz am 10. Januar 2026 ganz im Zeichen der internationalen Solidarität stehen.

    Insofern handelt es sich um eine zeitlich notwendige Begrenzung, wenn wir für unsere Manifestation Venezuela, Gaza und Kuba als Schwerpunkte auswählen. Diese Auswahl steht stellvertretend für die brutale Geostrategie, mit der das Kapital einen Rollback in Lateinamerika und im Nahen Osten vorbereitet, um sich auf den großen Krieg gegen China vorzubereiten. Die Lage ist derart instabil, dass wir nicht einmal absehen können, ob beispielsweise der Krieg gegen Venezuela bis zum Konferenztag schon »heiß« geworden ist.

    Die Rosa-Luxemburg-Konferenz soll für ein kraftvolles Signal der Solidarität genutzt werden. Der Kartenverkauf läuft übrigens erfreulich gut, und in diesem Jahr ist es erstmals möglich, über das Ticketingsystem noch bis zur letzten Minute eine Eintrittskarte zu kaufen – theoretisch noch in der Schlange vor dem Einlass. Wer allerdings eine persönliche Teilnahme plant, besorgt sich besser schon vorher sein Ticket, um möglichen Internetproblemen vorzubeugen. Weiterhin wird es auch eine durchgehend geöffnete Tageskasse geben – wir gehen davon aus, dass jede und jeder, der vorbeikommen möchte, auch eine Karte erhalten wird. Wir freuen uns auf Teilnehmer – auf der Bühne und im Publikum – aus vielen Ländern. Wir werden Aktivisten aus der Schweiz, Italien, Österreich, Dänemark und Großbritannien begrüßen, die in verschiedenen Solidaritätsbewegungen aktiv sind. Aus Venezuela hat der Botschafter Ramón Orlando Maniglia Ferreira sein Kommen angekündigt. Außerdem hat Juana Martínez González, Botschafterin der Republik Kuba in der BRD, ihre Teilnahme an der Manifestation bestätigt.

    Nicht nur die internationalen Gäste, sondern alle Besucherinnen und Besucher der Konferenz sind eingeladen und aufgefordert, an der Manifestation teilzunehmen. Lassen Sie uns gemeinsam Bühne und Saal der Konferenz für eine eindrucksvolle Demonstration der Völkerfreundschaft nutzen. Bringen Sie dazu Transparente, Plakate und Spruchbänder mit Bezug zu Kuba, Lateinamerika und/oder Palästina mit! Diese können beim Einlass zur Konferenz abgegeben werden, später teilen wir sie an der Bühne wieder aus. Wir wollen kraftvolle Bilder der Solidarität mit möglichst vielfältigen Forderungen und Slogans abbilden – nicht nur für die Menschen im Saal, sondern auch für jene, die unseren in drei Sprachen übersetzten kostenlosen Live­stream nutzen.

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