Der spanische Regisseur Daniel Sánchez Arévalo belebt in seinem tragikomischen Ensemblefilm »So klingt das Leben« die Tradition der Rondalla, um die versehrten Mitglieder einer traumatisierten, in Trauer gefangenen Dorfgemeinschaft zu verbinden.
Die tunesische Regisseurin Leyla Bouzid etabliert in ihrem ruhig und verhalten erzählten Familiendrama »Mit leiser Stimme« (»À voix basse«) eine spiegelbildliche Geschichte, um den Konflikt zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlicher Unterdrückung zu thematisieren.
»Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?«, lautet der Titel von Alexandre Koberidses vorhergehendem Film. Was sehen wir, wenn wir »Dry Leaf« schauen, könnte man angesichts seines neuen, dreistündigen Werkes fragen.
Von leichtem Wellengang bewegt, wiegen sich Eisschollen am Ufer einer kleinen Felseninsel im finnischen Schärenmeer. Kurz berühren sie sich, stoßen sich voneinander ab, als würde die Zeit stillstehen und ihr schaukelnder Kräfteausgleich ewig so weitergehen.
»Man weiß, wie es gemacht ist, fällt aber trotzdem darauf rein«, sagt der langjährige WDR-Filmredakteur Werner Dütsch (1939–2018) gleich zu Beginn von Christiane Büchners Film »Erzählungen eines Kinogehers« über den Wesenskern des Kinos.
Goldene Farbe fließt zäh über einen nackten Frauenkörper, bevor die Dreharbeiten für einen Amateurporno beginnen. Muriel d'Ansembourgs Spielfilmdebüt »Truly Naked« steht unter dem Motto »Wenn Porno zur Norm geworden ist, wird die Intimität zum neuen Tabu.«
Comme des Cinemas/Cinq de Trefle Productions/eksystent
Die Olympischen Sommerspiele 2024 scheinen freudig beschwingt zu sein, was vielleicht auch an Bachs Badinerie aus seiner 2. Orchestersuite liegt, mit der die ersten Szenen von »Ein Sommer in Paris« unterlegt sind.
Nach und nach wird der erschöpfte Held in Pedro Pinhos dreieinhalbstündigem Film »I only rest in the storm« lernen müssen, sich körperlich und geistig den neuen Verhältnissen anzupassen.
Der preisgekrönte ungarische Regisseur László Nemes hat sich für seinen neuen Film »Andor Hirsch«, der im Original »Árva« (»Waise«) heißt, von der Geschichte seines eigenen Vaters anregen lassen.
Markus Schleinzers dritter Spielfilm »Rose« handelt von der Selbsterfindung der von Sandra Hüller gespielten Titelfigur, die nach dem Dreißigjährigen Krieg zum Zweck eines Erbantritts eine männliche Identität annimmt.
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»Menschen sind Rosen. Familien sind Rosenstöcke. Rosenstöcke muss man stutzen«, lautet in Anspielung auf den Filmtitel eines jener absurden in »Rosebush Pruning« erfundenen Sprichwörter.