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Unblock Cuba!

Sieg durch Überleben

Kubanische Delegation berichtet in Berlin über Probleme und Solidarität

Foto: Joshua Regitz/jW
jW-Chefredakteur Daniel Bratanovic (l.) moderierte den Abend mit Katiuska Blanco, Georgina Alfonso und René González Barrios (Berlin, 20.10.2026)

René González Barrios zeigt sich tief beeindruckt. Von »der Liebe und dem Respekt, die Menschen hierzulande der Kubanischen Revolution und Fidel Castro« entgegenbringen. Der Direktor des kubanischen Centro Fidel Castro Ruz habe das nicht nur während der dreitägigen Konferenz der Linke-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) gespürt, aus deren Anlass er und seine Delegation in Berlin weilten. Auch beim Ansehen von Plakaten in der Stadt, auf denen die Kubanische Revolution verteidigt wurde, sei er von diesem Gefühl ergriffen worden. Barrios betonte, dass diese Solidarität in der Tradition der mehr als 36 Deutschen stehe, die im kubanischen Unabhängigkeitskampf gekämpft hatten. Nach seiner Rückkehr wolle er einen Artikel über die Deutschen schreiben, die dabei gefallen seien.

Barrios und die übrigen Mitglieder der Delegation berichteten am Dienstag abend in der vollbesetzten junge Welt-Maigalerie von den gravierenden Schwierigkeiten, unter denen das Land und die kubanische Bevölkerung aufgrund der extrem verschärften US-Blockade leidet. Im Rahmen der von jW-Chefredakteur Daniel Bratanovic moderierten Abendveranstaltung kam aber auch die Entschlossenheit der Bevölkerung zur Sprache, die Revolution trotz Widrigkeiten erhalten zu wollen. Während am Dienstag mit der Delegation über die Frage diskutiert wurde, ob es noch eine Überlebenschance für Kuba als sozialistischen Staat gibt und wie das Volk die Revolution verteidigen kann, ging es bei der Konferenz der RLS am Wochenende auch um »die Zukunft der kubanischen Revolution«.

In Kuba heute zu überleben, sei bereits ein Sieg, sagte die Botschafterin der Republik Kuba in der BRD, Juana Martínez. Bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten im Jahr 1959 hatte Fidel Castro erklärt, dass Kuba mit dem Rest der Welt solidarisch sein werde. Diesem Anspruch sei das Land seither durch die Unterstützung zahlreicher anderer Völker gefolgt. Georgina Alfonso González, Direktorin des Instituto de Filosofía de Cuba, erinnerte daran, dass über Generationen hinweg Kubanerinnen und Kubaner für Würde, Menschenrechte und Selbstbestimmung gekämpft hätten. Dieser soziale, politische und antiimperialistische Prozess habe sich unter dem Einfluss prägender Persönlichkeiten wie José Martí und Fidel Castro im kubanischen Volk als revolutionärem Subjekt gefestigt. Sie räumte ein, dass viele Menschen mit der gegenwärtigen Situation unzufrieden seien, betonte jedoch, dass die bestehenden Probleme nicht allein der Revolution angelastet werden könnten. »Kein gesellschaftlicher Prozess ist perfekt«, sagte die Institutsleiterin. Kuba bekomme den Druck und die Repression der Vereinigten Staaten zu spüren, »weil es gewagt habe, nur wenige Kilometer vor der amerikanischen Küste eine Revolution durchzuführen«.

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Besonders schwierig sei die Lage für die Jugend, der es wirtschaftlich schlechter gehe als ihren Eltern. Solidarität, gegenseitige Unterstützung und das Teilen seien zentrale Werte der Revolution. Junge Menschen, die zur Auswanderung gezwungen seien, könnten andernorts zwar bessere materielle Bedingungen finden, sie hätten aber nicht unbedingt die Möglichkeit, diese Form des gemeinschaftlichen Lebens weiterzuführen. Katiuska Blanco Castiñeira, kubanische Journalistin und Biographin Fidel Castros, war mit der Delegation nach Berlin gereist und erinnerte daran, dass es zu den Grundprinzipien der Revolution gehört, sich nicht vom Gegner überraschen zu lassen und die Verteidigung rechtzeitig vorzubereiten.

An einer Debatte im Programm der RLS-Veranstaltung nahm die Linke-Kovorsitzende Ines Schwerdtner teil und betonte, dass Die Linke viel von der Kubanischen Revolution lernen könne. Der Widerstand gegen die imperialistische Aggression der Vereinigten Staaten sei inspirierend. »Derzeit wird gezielt versucht, den Widerstand der kubanischen Bevölkerung zu brechen«, erklärte Schwerdtner und unterstrich die Bedeutung des Internationalismus.

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Erschienen in der Ausgabe vom 22.10.2026, Seite 4, Inland

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