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Forschungszentrum El Arenosillo

»Ganz Andalusien wird zu einem militärischen Ziel«

Spanien: Anti-NATO-Bündnis protestiert gegen Forschungszentrum. Ein Gespräch mit Mariano Junco

Foto: Gabriel Luengas/Europa Press/IMAGO
In Spanien wurde der Beitritt zur NATO trotz Volksabstimmung in den 1980er Jahren von den Sozialdemokraten durchgesetzt (Madrid, 14.6.2026)

Südwestlich von Sevilla befindet sich direkt an der Küste das militärische Forschungszentrum El Arenosillo. Dort wird seit 2024 mit Drohnen experimentiert. Welche Bedeutung hat das für die Militarisierung der Region?

Die Anlage wurde auf 75 Hektar öffentlichem Waldgebiet errichtet, auf Grundstücken, die an das Naturschutzgebiet Espacio Natural de Doñana angrenzen. Die Forschung im Bereich der Drohnen ist sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke bestimmt, was angeblich der Kostenoptimierung dient, aber die Priorität liegt eindeutig auf dem militärischen Bereich. Die Militarisierung des Gebiets ist umfassend, und das Zentrum wird zur Bewertung von Waffensystemen, zur Zulassung und Zertifizierung von Raketen sowie zur Ausbildung von Kampfeinheiten genutzt.

Welche Risiken stellen Einrichtungen wie El Arenosillo dar?

Jede militärische Forschung und ganz besonders die im Zusammenhang mit Drohnen oder Raketen zieht unsere Region in die Unterstützung des ­ukrainischen Marionettenregimes hinein. Huelva und ganz Andalusien werden dadurch sowie durch die US-Militärstützpunkte in Rota und Morón, den britischen Stützpunkt in Gibraltar und den Stützpunkt der Fremdenlegion in Viator im Dienste der NATO zu einem militärischen Ziel.

Welche gesellschaftlichen Folgen hat die Erhöhung der Militärausgaben in Spanien und in Europa insbesondere für Andalusien?

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Eines der chronischen Probleme Andalusiens, bedingt durch seine koloniale Abhängigkeit seit der kastilischen Eroberung, ist die Arbeitslosigkeit, der Einsatz billigerer Arbeiter zur Lohndrückerei, die Deindustrialisierung usw. Um die Vorzüge einer Erhöhung der Militärausgaben und des Ausbaus militärischer Einrichtungen zu »verkaufen«, wird daher immer wieder darauf verwiesen, dass dadurch Arbeitsplätze geschaffen würden und dies der andalusischen Arbeiterklasse zugutekommen würde.

Das Gegenteil ist der Fall. Ein andalusisches Sprichwort sagt: Brot für heute und Hunger für morgen. Millionen Euro werden in die Industrie des Menschenmords investiert, während die andalusische Arbeiterschaft unter einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitswesens, des Bildungswesens und der Sozialleistungen sowie unter einer brutalen Verteuerung ihrer Lebensbedingungen, des Wohnraums, der Lebensmittel und der Versorgung leidet. Die Militärausgaben im spanischen Staat überstiegen 65 Milliarden Euro im Jahr 2025. In diesem Jahr ist Madrid auf dem besten Weg, die 80.000 Millionen Euro zu überschreiten.

Für November organisieren Sie erneut einen Marsch zu den Militärstützpunkten. Was ist Ihr Ziel?

Von der Plattform »Bases fuera, OTAN no« (»Stützpunkte raus, NATO nein«, jW) aus Andalusien, die von verschiedenen Organisationen wie »Nación Andaluza« ins Leben gerufen wurde und in der ich aktiv bin, haben wir für den 8. November den zehnten Fußmarsch gegen den Militärstützpunkt der Legion in Viator in Almería organisiert. Wir fordern die Schließung dieser Einrichtung, die den imperialistischen Abenteuern des spanischen Staates dient. Hier finden ständig Manöver statt. Der Stützpunkt dient dazu, Streitkräfte des spanischen Staates bei NATO-Operationen einzusetzen und ukrainische Truppen auszubilden.

Wie steht es um die Friedensbewegung und welche Rolle spielt die Izquierda Unida, IU, dabei?

Die Friedensbewegung und reformistische Kräfte wie die IU haben die Mobilisierung gegen die NATO und ihre Stützpunkte vernachlässigt. Bereits seit Beginn dieses Jahrhunderts zeichnete sich das ab. Führende Politiker der Sozialdemokratie gehen mittlerweile so weit und sagen, es sei notwendig, die Verpflichtungen Spaniens gegenüber der NATO zu erfüllen. So wurden die Anstrengungen für einen traditionellen jährlichen Marsch gegen den US-Stützpunkt in Rota eingestellt. Wir und andere Organisationen der andalusischen revolutionären Linken haben deshalb mit bescheidenen Mitteln, aber fester antiimperialistischer Haltung, die Plattform »Bases fuera, OTAN no« gegründet und den Marsch neu organisiert. Im April hatten wir den 38. Protestzug nach Rota auf die Beine gestellt.

Mariano Junco war Sozialarbeiter, ist Mitbegründer der kommunistisch-separatistischen Partei Nación Andaluza und organisiert jedes Jahr einen Protestmarsch gegen die NATO-Militärbasis in Viator in Almería.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.10.2026, Seite 3, Ausland

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