Leuchtschwert des Tages: Roboterkoch in Leipzig
Das Gemeine an der Zukunft ist, wir müssen morgens nach dem Aufstehen in ihr leben. Und wenn ich ehrlich bin, früher war die Zukunft eindeutig besser. Denken wir nur an R2-D2 und C-3PO (»Hör auf zu piepsen, du machst mich ganz nervös«), die ursympathischen Roboterfiguren aus dem Star-Wars-Universum. Ja, und nun? Nun kommt es so, dass nächsten Mittwoch am Leipziger Hauptbahnhof das »Robyn’s«, ein Roboterrestaurant, eröffnet wird. Sicher wird dort das Gemüse mit dem Lichtschwert geschnippelt. Oder ist es eher wie bei Star Trek, wo man den Replikator nutzte, wo »reine Energie« in Materie, also wahlweise in Thüringer Klöße oder bayrische Weißwurst, umgewandelt wurde? Nein, diese Zukunft war dann doch zu altbacken.
Pustekuchen, in Leipzig werden nämlich »die Speisen vollautomatisch frisch zubereitet«, vermeldete der Deutschlandfunk. Vollautomatisch frisch also? Das klingt nach dem Mathebuch meiner Tochter. Da ist es üblich, 62 Wassermelonen zu kaufen. Die Realität ist natürlich eine andere. Unser C-3PO mit Kochmütze benutzt nach der Bestellung (am Tastenfeld) seinen Greifarm, fischt sich die geschnittenen Zutaten aus dem Kühlautomaten und erhitzt sie in Schnellzeit. Das Leipziger Allerlei bietet asiatische Nudel- oder Reisgerichte, Porridge, Pasta und sogar Kaiserschmarrn. Natürlich auch Salate, vegetarisch, vegan, asbest- und alkoholfrei, das ganze Programm. Am Ende landet alles in einer Pappschachtel.
Fassen wir zusammen: Bestellung über Tastenfeld, vorgefertigte Speisemodule, hektisch rührender Greifarm und Pappschachtel. Das klingt nach McBurger & Co. KG, nur mit ohne Menschen. Deutschlandfunk: »Das Konzept soll auch eine Antwort auf den Personalmangel in der Gastronomie sein.« Aha. Was sagt R2-D2 dazu? »Biep, bop, wooo, rülps!«
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