Imageschaden des Tages: Laschet-Lacher
Wer findet, die Politikwissenschaft an deutschen Universitäten sei ein Ärgernis aus Politklatsch und Regierungsberatung, muss dieses Urteil hinterfragen. Diese Wissenschaft ist dicht dran an den großen Problemen unserer Zeit. Die Pressestelle der Universität Mainz konnte am Donnerstag die Klärung einer offenen Frage melden: »Laschet-Lacher: Kein Einfluss auf Wahlverhalten nachweisbar«.
Politikwissenschaftler von gleich zwei Universitäten (Mainz und Frankfurt am Main) haben demnach in einer Studie zur »Wirkung unangemessener emotionaler Reaktionen von politischen Führungspersonen« exzellenzclustermäßig herausgefunden, dass der bei einem Ortstermin nach der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 herzhaft lachende Kanzlerkandidat Laschet nicht als Erklärung für die Niederlage der Union bei der Bundestagswahl zwei Monate später taugt. Zwar zeigten die Daten einen »Imageschaden« für Laschet persönlich an. Constantin Wurthmann, der Mitteilung zufolge »seit April 2026 Professor für Politisches Verhalten und Repräsentation«, stellt indes »die entscheidende Frage«, nämlich die, »ob ein solcher Imageschaden am Ende auch das politische Verhalten der Menschen verändert«. Offenbar nicht: Der Auftritt habe keinen »signifikanten Effekt« auf das Wahlverhalten gehabt.
Aufatmen darf nicht nur Laschet, sondern auch der Bundeskanzler, der, so über Kreuz läuft das manchmal, nach der Scholz-Episode nun doch von der CDU gestellt wird. Merz ist extrem anfällig für unangemessene »emotionale« Reaktionen. Und überhaupt für unangemessene Reaktionen: Sein Auftritt bei der Generaldebatte im Bundestag am Mittwoch dürfte die Union nur deshalb nicht sofort weitere zwei Prozentpunkte in den Umfragen gekostet haben, weil sich niemand mehr diese Debatten anschaut. Fein raus ist Merz trotzdem nicht: Gerüchte besagen, dass eine weitere Studie in Vorbereitung ist, laut der die Wahlentscheidung von 2021 etwas mit Politik zu tun hatte.
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