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Kino

Vorstadtkrokodile

Aus der Urzeit der 80er Jahre: David Robert Mitchells Familienmonsterfilm »The End of Oak Street«

Foto: Landmark Media/IMAGO
Der neue Nachbar stellt sich und seine Krallen vor

Wenn man sich den Trailer von »The End of Oak Street« ansieht, könnte man denken, dass es sich um eine Fortsetzung der »Jurassic Park«- oder der »Jurassic World«-Reihe handeln würde. Dinosaurier hetzen Menschen durch die Straßen. Eine Kleinfamilie samt Hund wehrt sich verzweifelt gegen den Ansturm der Urzeitechsen. Doch weder Steven Spielberg noch andere Macher des »Jurassic«-Franchise sind an dem neuen Monsterfilm beteiligt. Regie führt vielmehr David Robert Mitchell, der 2014 mit »It Follows« einen beachtlichen Coming-of-Age-Horror-Kritikerliebling drehte und mit »Under the Silver Lake« (2018) einen Neo-Noir-Kultfilm folgen ließ. Doch nach Betrachten der 99 Minuten von »The End of Oak Street« macht sich Enttäuschung breit: Der Dinofilm hat ungeachtet diverser spektakulärer Szenen beträchtliche dramaturgische und handwerkliche Mängel.

Im Zentrum des Geschehens steht Familie Platt. Vater Greg (Ewan McGregor), Mutter Denise (Anne Hathaway) sowie die Kinder Audrey (Maisy Stella) und Brian (Christian Convery) führen mit Vierbeiner Starbuck (gespielt abwechselnd von Brisket und Bizz) im Jahre 1982 ein glückliches Leben in einer Vorstadt. Zumindest scheinen sie nach außen hin glücklich, während im Inneren Eheprobleme dräuen. Greg ist permanent unterwegs, um Pizza auszuliefern, während die Autorin Denise an einer Geschichte arbeitet, die auf ihrem eigenen Leben basiert und ihre aktuellen Probleme schildert. Eines Nachts fällt ein helles Licht durch die Fenster, und die gesamte Nachbarschaft wird plötzlich in die Urzeit versetzt. Allerlei prähistorische Bestien durchstreifen den Ort. Schon bald beginnen die Fleischfresser, die Vorstadtbewohner aufzufuttern und sich gegenseitig auf offener Straße zu bekämpfen. Während die Zahl der Überlebenden schnell schwindet, muss sich die Familie auf sich allein gestellt gegen die Bedrohung stemmen.

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Trotz Besetzung mit zwei großen Namen wirkt das Ganze unausgegoren. Der Einsatz von Split-Diopter-Linsen für die dramatischen Szenen verstärkt diesen Eindruck noch. Die Technik, die es erlaubt, in einer Einstellung die Schauspieler sowohl im Vordergrund als auch im Hintergrund scharf zu zeichnen, lässt viele Szenen seltsam unnatürlich wirken. Es sieht so aus, als wären sie nicht wirklich gefilmt, sondern lediglich ein Bild über das andere gelegt worden. Zudem weist der Film grundlegende Probleme bei den Blickrichtungen der Schauspieler auf, wenn diese auf die CGI-Dinosaurier schauen. Besonders drastisch ist es, wenn die Akteure auf einem Dach stehen und eigentlich den Hügel hinauf etwas in der Ferne, das sich weit oben befindet, betrachten sollen. In der Nahaufnahme sehen sie jedoch eindeutig nach unten.

Die Handlung (Drehbuch ebenfalls von Mitchell) ist dünn. Es gibt keine ersichtliche Motivation für die grotesken Ereignisse. Am Ende wird wenig bis nichts erklärt, und man fragt sich wiederholt: »Was soll das Ganze eigentlich?« Die schwache Nebenhandlung um Denise und Greg, deren Beziehung vor dem Aus steht, ist für das Geschehen völlig überflüssig. Der eigentliche Star ist der Hund, der als einziger keine Probleme hat und tapfer die Familie schützen will. Das Ende, das völlig unvorbereitet in eine Art »Zurück in die Zukunft«-Finale abdriftet, ist einfach nur noch lächerlich.

→ »The End of Oak Street«, Regie: David Robert Mitchell, USA/Kanada/Australien 2026, 99 Min., bereits angelaufen

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.08.2026, Seite 11, Feuilleton

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