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Kino

Die Drei von der Tankstelle

Soldatische Killermaschinen im Trailerpark: Adam Wingards wüster Splatterfilm »Onslaught«

Foto: Richard Foreman/Courtesy of A24
Erbarmungslos: Cockroach (Dave Campbell), Butcher (Alex Pereira) und Crybaby (Tyler Hall)

»Um eine Killermaschine zu stoppen, musst du selbst eine werden«, heißt es vielversprechend im deutschen Trailer zu »Onslaught«. Adam Wingards Home-Invasion-Thriller schildert den Überlebenskampf gegen nahezu perfekte menschliche Waffen aus Sicht der Kriegsveteranin Celeste (Adria Arjona) und ihrer kleinen Tochter Daisy (Blake Kennedy). Dabei ist quasi eine Umkehrung von Roland Emmerichs »Universal Soldier« (1992) entstanden, die so grotesk brutal ausfällt, als hätte Horroraltmeister John Carpenter sich plötzlich dem Splattergenre verschrieben.

Nach einem aus dem Ruder gelaufenen Militärexperiment zieht eine Einheit genetisch modifizierter Supersoldaten eine Schneise der Zerstörung durch das US-amerikanische Hinterland. Die erbarmungslosen Krieger Butcher (Alex Pereira), Cockroach (Dave Campbell) und Crybaby (Tyler Hall) wurden programmiert, jeden anzugreifen, der sich ihnen in den Weg stellt. Derweil versucht die eingangs erwähnte, ehemalige Scharfschützin Celeste, die traumatischen Folgen ihres letzten Auslandseinsatzes zu verarbeiten. Dennoch trainiert sie weiterhin fleißig ihre Muskeln, was sich schon bald als lebensrettend erweisen wird. Denn die drei Killer nehmen ausgerechnet Kurs auf die abgelegene Wohnwagensiedlung, in der Celeste mit Daisy inzwischen lebt.

Nach »You’re Next« (2011) und »The Guest« (2014) ist »Onslaught« Adam Wingards Abschluss seiner Trilogie über die Verwerfungen der US-amerikanischen Militärmaschinerie. Der Regisseur, Drehbuchautor, Cutter und Produzent in Personalunion bezeichnet nach den zwei eher mittelprächtigen Kassenhits »Godzilla vs. Kong« (2021) und »Godzilla × Kong: The New Empire« (2024) seinen neuesten Streich als »A-Plus-B-Movie«. Er versucht nämlich, die exzentrische Wildheit eines Exploitationfilms mit der handwerklichen Glätte eines Blockbusters zu verbinden. Wingard beweist zwar zweifellos sein formales Geschick, doch der suggerierte Spaß kommt ab und an zu kurz, wenn er sich im Mittelteil allzu sehr seinen skurrilen Nebenfiguren widmet.

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»Onslaught« entwirft ein Szenario, in dem die Regierung Killer nach dem Vorbild von Michael Myers aus dem »Helloween«-Franchise (1978–2022) oder Jason Voorhees aus der »Freitag, der 13.«-Reihe (1980–2009) designen lässt. Der böse deutsche Wissenschaftler Hans Kammler (ziemlich durchgeknallt gespielt von Wingard-Stammdarsteller Dan Stevens, der hier mit Glasauge und Halbglatze Mut zur Hässlichkeit beweist) bezeichnet sie als »menschliches Äquivalent einer wärmesuchenden Rakete«. Bei seinem ersten Auftritt leckt er zum Frühstück devot die Pantoletten seiner Gattin (Rebecca Hall, ebenfalls immer wieder gern bei Wingard eingesetzt), bevor er zu den schmachtenden Klängen von Karel Gotts »Rot und Schwarz« in den geheimen Forschungskomplex marschiert. Nach einem Fehlschlag im Labor werden seine Kreaturen auf die lokale Bevölkerung losgelassen. Da der Schauplatz mitten in der Wüste liegt, ist die Zahl der Betroffenen überschaubar: Es trifft in erster Linie die unglücklichen Bewohner eines Trailerparks, der von Adria Arjona (»Das Belko-Experiment«, 2016; »A Killer Romance«, 2023) verwaltet wird. Interessanterweise wirkt deren Filmtochter Blake Kennedy deutlich gefestigter als sie selbst.

»Onslaught« spart wahrlich nicht mit drastischen Szenen. Vor allem der Angriff des Killertrios auf eine Tankstelle bleibt im Gedächtnis. Dabei wird vollständig auf musikalische Untermalung verzichtet, denn der Amoklauf der aus dem Nebel Kommenden hat seinen eigenen Soundtrack. Die Sinfonie des Grauens besteht aus wummernden Schüssen, den Stimmen der um ihr Leben flehenden Menschen und den Geräuschen eines Hackebeils, das immer wieder auf Körper niedersaust. Am Ende schlägt aber die recht kräftige Adria Ajorna nicht minder grausam zurück. Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit.

→ »Onslaught«, Regie: Adam Wingard, USA 2026, 92. Min., bereits angelaufen

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.09.2026, Seite 11, Feuilleton

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