Kuba bereit zu Widerstand und Dialog
Am Sonnabend sprach der Außenminister Kubas, Bruno Rodríguez Parrilla, in der UN-Generalversammlung in New York. Ein Auszug:
In ungefähr drei Stunden werden genau 66 Jahre seit dem Ausspruch des Comandante en Jefe Fidel Castro Ruz vergangen sein, den er in einer denkwürdigen Rede an diesem Rednerpult äußerte. Ich zitiere: »Möge die Philosophie der Ausplünderung verschwinden, und damit wird die Philosophie des Krieges verschwunden sein! Mögen die Kolonien verschwinden, möge die Ausbeutung der Länder durch die Monopole verschwinden, und dann wird die Menschheit eine wahre Etappe des Fortschritts erreicht haben!«
Jedoch ist der Vormarsch des Expansionismus, der Akte von Usurpation und Eroberung sowie der militärischen und wirtschaftlichen Aggression alarmierend. Die Absicht der Regierung der USA, den Frieden mit Gewalt durchzusetzen, ist absurd und undurchführbar. Grundlegende Säulen des Völkerrechts und der UN, wie die souveräne Gleichheit der Staaten, stehen unter ständigem Angriff. Das Völkermordverbrechen des Zionismus gegen das palästinensische Volk, die Piratenangriffe auf Schiffe und die außergerichtlichen Hinrichtungen auf See in der Karibik und in Gebieten des Pazifiks, die militärische Aggression gegen die Bolivarische Republik Venezuela und der Krieg gegen die Islamische Republik Iran sind neue Erscheinungsformen dieser Grausamkeit. (…)
In Kuba stehen wir bekanntlich einer multidimensionalen Aggression der Regierung der Vereinigten Staaten gegenüber, einer andauernden, missbräuchlichen und erbarmungslosen Feindseligkeit, die nun schon fast sieben Jahrzehnte andauert. Seit Januar 2026 hat sie sich durch die Errichtung einer Energieblockade verschärft und ist grausamer und gefährlicher geworden. (…) Der Wirtschaftskrieg richtet sich gegen das Volk. Er trifft die kubanische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit. Er kostet Menschenleben, verursacht individuelles und kollektives Leid und erzeugt Ängste und Verzweiflung. Er ist kein »Kollateralschaden«. Es handelt sich um eine bewusst konzipierte Politik, die darauf abzielt, die kubanischen Familien an ihrem empfindlichsten Punkt zu treffen, ihr Wohlergehen zu verhindern und die Würde des kubanischen Volkes zu verletzen. Es handelt sich um einen Akt kollektiver Bestrafung, ein Verbrechen, das ebenfalls durch das humanitäre Völkerrecht verboten ist. (…)
Der Präsident der Vereinigten Staaten erklärte vor wenigen Tagen an diesem Rednerpult, Kuba sei ein gescheiterter Staat. Wenn dem so wäre, warum mussten sie dann eine Treibstoffblockade verhängen, warum führten sie Sekundärsanktionen ein, warum müssen sie alle Staaten der Welt bedrohen, verfolgen und unter Druck setzen? (…)
Wir waren stets bereit und sind es weiterhin, mit der Regierung der USA in einen Dialog zu treten, um zu versuchen, Lösungen für die bilateralen Differenzen zu finden – auf der Grundlage von Ernsthaftigkeit, Respekt, souveräner Gleichheit und der Einhaltung des Völkerrechts, ohne Einmischung in innere Angelegenheiten und ohne Vorbedingungen. (…)
Wir lehnen die Monroe-Doktrin und ihre Zusätze ab, ebenso wie wir jeden Versuch der Militarisierung, Einmischung oder imperialistischen Beherrschung Lateinamerikas und der Karibik zurückweisen, die 2014 in Havanna zur Friedenszone erklärt wurden. Als kleiner Inselstaat in Entwicklung bekunden wir unsere Solidarität mit unseren Brüdern und Schwestern, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, und mit ihrer Warnung angesichts des besorgniserregenden und unaufhaltsamen Fortschreitens des Klimawandels. (…)
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