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Druck auf Riad wächst
Jemen: Weitere Angriffe durch Ansarollah
Saudi-Arabien wird militärisch weiter unter Druck gesetzt. Unmittelbar nach der Unterzeichnung des Verteidigungspakts zwischen Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistan in Mekka haben die jemenitischen Ansarollah (»Huthis«) eine der intensivsten Angriffsserien seit Jahren gegen die saudische Diktatur und mit ihr verbündete Kräfte im Jemen eröffnet. Die Eskalation dürfte damit zu den ersten Bewährungsproben für das neue Bündnis gehören. Ob und wie Pakistan oder die Türkei im Falle weiterer Angriffe reagieren würden, blieb laut Reuters offen.
In der Nacht auf Sonntag griffen die Ansarollah die Saudi-Aramco-Raffinerie in Dschasan im Südwesten Saudi-Arabiens mit einer Drohne an. Die Anlage kann rund 400.000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten, war allerdings außer Betrieb. Das saudische Energieministerium erklärte, ein Feuer sei ausgebrochen und gelöscht worden; Verletzte habe es nicht gegeben.
Wenige Stunden später verlagerte sich der Schwerpunkt auf die jemenitische Hafenstadt Al-Makha. Dort wurden bei Raketen- und Drohnenangriffen zunächst mindestens elf Menschen getötet; am Sonntag abend folgte eine zweite Angriffswelle mit sieben Toten, berichtete Al-Dschasira. Die Luftabwehr der offiziellen Regierung des Jemen habe elf Drohnen abgefangen, zwei ballistische Raketen seien ins Meer gestürzt. Ziel seien saudische Truppenkonzentrationen und Waffendepots gewesen, von denen zahlreiche getroffen worden seien, wie Ansarollah-Sprecher Jahja Saree laut Reuters erklärte. Die Gruppierung begründete die Angriffe mit einem angeblichen Truppenaufbau entlang der jemenitischen Westküste und in der Provinz Taiz. Al-Majadeen berichtete unter Berufung auf eine anonyme Militärquelle, der Angriff habe eine bevorstehende saudische Bodenoffensive vereitelt.
Auch im nördlich der Provinz Taiz gelegenen Gouvernement Hodeida traf eine ballistische Rakete im von der Regierung kontrollierten Bezirk Al-Khawkhah ein. Der von den Saudis unterstützte Gouverneur Al-Hassan Taher überlebte den Einschlag, wie ein lokaler Fernsehsender berichtete.
Die beiden angegriffenen Ziele liegen nahe der Zufahrt zur Meerenge Bab Al-Mandab. Für Riad ist die Route strategisch wichtig, weil Öltransporte über die Westküste und das Rote Meer an Hormus vorbeigeführt werden können. Gerade wegen der weiterhin eingeschränkten Passage durch die Meerenge gewinnt diese Ausweichroute an Bedeutung. Während die Verhandlungen zwischen den Anrainern der Straße von Hormus, Iran und Oman, andauern, erklärte die dänische Containerreederei Mærsk am Montag, gemeinsam mit ihrem Hamburger Partner Hapag-Lloyd ihre schrittweise Rückkehr in das Rote Meer und den Suezkanal fortzusetzen, statt wie zuletzt den langen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung zu nehmen.
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