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Das bekannte Schema
Nach dem Drohnenfund am Leipziger Flughafen sind die Hintergründe unklar. Dennoch werden NATO-Konsultationen gefordert und Moskau beschuldigt
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff bestückten Drohne am Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen. Die offizielle Version der Geschehnisse lautet so: Ein Busfahrer, der nach einer nächtlichen Besuchertour auf dem Flughafengelände unterwegs war, habe am späten Dienstag abend kurz vor Mitternacht eine offenbar nur knapp über dem Boden schwebende Drohne gesichtet, diese eingefangen, zu Boden gebracht und dort festgehalten. Herbeigerufene Polizisten sollen dann an dem Fluggerät eine Sprengvorrichtung mit 800 Gramm tschechischem Semtex-Plastiksprengstoff festgestellt haben. Die Drohne wurde am Mittwoch nachmittag auf dem Rollfeld entschärft.
Entdeckt wurde das Fluggerät den Angaben zufolge in unmittelbarer Nähe zu einer oder mehreren Transportflugzeugen vom Typ Antonow AN-124, die von der staatlichen ukrainischen Fluglinie Antonov Airlines für Transporte in die Ukraine verwendet werden. Eine dieser Maschinen war laut Leipziger Volkszeitung zum Zeitpunkt des Drohnenfunds mit Munition beladen. Der Flugverkehr wurde anschließend kurz nach Mitternacht für etwa zwei Stunden komplett unterbrochen. Daher musste ein sich bereits im Landeanflug befindliches DHL-Frachtflugzeug umgeleitet werden. Dieses soll dabei mit einem weiteren kleinen Flugobjekt kollidiert sein. Nach der Landung seien leichte Schäden am Leitwerk der Maschine festgestellt worden, ein Vogelschlag sei laut Tagesschau.de mittlerweile ausgeschlossen worden.
So weit, so unklar. Dennoch wurde der Vorfall umgehend zur Staatsaktion aufgebauscht. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterbrach seinen Italien-Urlaub und eilte nach Leipzig, um vor der dort versammelten Presse von einem »neuen Bedrohungsszenario«, »einem hybriden Anschlagsszenario« und einer »neuen Gefahrenqualität« zu sprechen. Die Aktion sei »nicht von Amateuren durchgeführt« worden, sondern »sehr professionell vorbereitet« und setze »ein hohes Maß an Technikerfahrung« sowie Erfahrung mit Sprengstoff voraus. »Das alles deutet nicht auf amateurhaftes Vorgehen hin. Wir reden hier von einer professionellen, hybriden Bedrohungslage, mit der wir uns weiter auseinandersetzen«, sagte Dobrindt. Zu möglichen Verantwortlichen wollte sich der CSU-Politiker nicht äußern und raunte statt dessen etwas von »fremden Mächten«, deren Beteiligung nicht ausgeschlossen werden könne. Fragen zur Drohne und ihrer Herkunft seien »jetzt Teil der Aufklärung« und sollten »bitte auch dieser Aufklärung überlassen werden«.
Soviel Zurückhaltung verärgerte offenbar Konstantin von Notz, der für Bündnis 90/Die Grünen im Geheimdienstgremium sitzt. Er warf Dobrindt am Donnerstag vor, den Schuldigen nicht klar zu benennen. Im Gespräch mit dem WDR bezeichnete er es als »ein sehr naheliegendes Szenario, dass es sich hier um eine Aktion russischer Dienste handelt«. Diese »naheliegende These« könne der Innenminister ruhig »auch aussprechen«. Von Notz’ Parteikollegin, die Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge, forderte am Donnerstag die Einberufung einer Sitzung des sogenannten Nationalen Sicherheitsrates der Bundesregierung. Auch sie sprach gegenüber dpa von einem »erheblichen und schweren hybriden Angriff«. Viele Fragen seien zwar noch offen, viel spreche aber dafür, dass ein staatlicher Akteur dahinterstecke. »Das wäre dann Staatsterrorismus, auf den es eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland braucht.«
Für CDU-Hardliner Roderich Kiesewetter stehen die Verantwortlichen schon längst fest. Er gehe »von einem gezielten hybriden Angriff, also einem versuchten Terrorakt, gesteuert von Russland aus«, wie er der Augsburger Allgemeinen sagte. Moskau habe seine »hybride« und »kognitive« Kriegführung verstärkt, die BRD sei »im Mittelpunkt solcher Angriffe«, was daran liege, »dass Deutschland eine zentrale Logistikdrehscheibe der NATO und für die Unterstützung der Ukraine ist«. Kiesewetter forderte die Bundesregierung auf, »zumindest Artikel-4-Konsultationen in der NATO« anzustrengen. Artikel 4 des NATO-Vertrags erlaubt es jedem Mitgliedstaat, Konsultationen mit den anderen Mitgliedern zu beantragen, wenn er seine territoriale Unversehrtheit bedroht sieht.
Flankiert werden solche Behauptungen mit der üblichen »Expertise« von sattsam bekannten Politikberatern. Der »Sicherheitsexperte« Nico Lange etwa behauptete gegenüber Phoenix, der Drohnenfund passe »ins Schema der russischen hybriden Angriffe gegen Deutschland«. Was bislang keiner der »Experten« ausspricht: Der Vorfall passt ebenso gut – wenn nicht sogar besser – ins Schema von inszenierten Provokationen unter falscher Flagge.
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Stefan H. Heuer aus Rostock 7. Aug. 2026 um 14:32 UhrWir sehen ein perfektes Zusammenspiel von Politik und Medien: Handelnde Politiker (Dobrindt) äußern sich formal zurückhaltend, bringen aber die bekannten Reizworte (»hybrider Krieg«, »Bedrohung«). Die Medien greifen das auf und verschärfen die Tonlage bis zum faktischen Tatvorwurf. Niemand sagt: »Russland hat es getan.« Gearbeitet wird mit abschwächenden Begriffen (könnte, möglich) und Fragestellungen. Man stellt die eigenen, unbewiesenen Vermutungen (und Unterstellungen) als sehr wahrscheinliche Begebenheit heraus. Darauf folgt dann die Wiederholung der Unterstellungen und Behauptungen in Endlosschleife. Für Menschen mit geringerer Sprachsensibilität reicht das völlig. Und die permanente Wiederholung verfestigt das Gelernte. Nach Beweisen fragt niemand mehr. So funktioniert Gehirnwäsche. Das Niveau der Maßnahmen, mit denen Politik und Medien uns hierzulande hinter die Fichte zu führen versuchen, ist unterirdisch, die Logik fehlt völlig. Der ganze Zirkus ist vollkommen grotesk und einer dystopischen Satire gleichend. Es steht zu befürchten, dass diese Art der Aufführung nicht der Inkompetenz der Handelnden entspringt, wie gewisse pseudo-alternative Medien stets behaupten, sondern exakt so gewollt ist, weil man damit die Zielgruppe erreicht. Es ist anzunehmen, dass sie damit Erfolg haben werden. Die jetzt gekochte Paniksuppe, gänzlich fade für die Genießer des logischen Denkens, aber pikant und sättigend für die geistiges Junkfood gewöhnte Masse, wird (wie schon ihre Vorgänger) die gewünschten Effekte bei der Zielgruppe erreichen. Um die kleine Minderheit der obstinaten Selberdenker kümmern sich der Inlandsgeheimdienst, die gesteuerte Justiz und die Auftragsschmierer der Plutokratiemedien. Fazit: Leipzig zeigt »das bekannte Schema«. Die junge Welt stellt erneut (als einzige) die richtigen Zusammenhänge her. Danke!
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Eine Anmerkung: Semtex ist kein Plastiksprengstoff, sondern ein plastischer Sprengstoff, also formbar/verformbar, knetbar. Wissen wohl Zehntausende (lange vor Wikipedia) aus dem Grundwehrdienst z.B. in einem Pionierbataillon der NVA, weil dort u.a. Sprengübungen mit einer Weiterentwicklung von Semtex ausgeführt wurden – mit PlNP 10 (der zweite Buchstabe ist ein kleines L), dem plastischen Nitropenta-Sprengstoff mit Anteilen von Wachsen und Bindemitteln, der zehn Prozent beträgt. Daher ist er knetbar und formbar. Zwei Minuten in der KI zu diesem Produkt nachhaken: Aufschlussreich!
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Wilfried Schubert aus Güstrow 7. Aug. 2026 um 11:24 UhrDrohnenfund auf dem Leipziger Flugplatz. Politik und Medien in heller Aufregung: eine Drohne mit Sprengstoff bei einer mit Munition beladenen ukrainischen Maschine. Das Flugzeug hatte aber keine Munition als Fracht. Da es bei circa 415.000 privaten Drohnen, weiteren illegalen und pfiffigen Bastlern in Deutschland, davon eine sein könnte, kommt natürlich nicht in Betracht. Ein bisschen Sprengstoff beschaffen, es war tschechischer, müsste auch möglich sein. Die Russophobie ist nicht zu überbieten. Deutschland half der Ukraine bisher mit 55 Milliarden Euro den Krieg zu führen. So mit 103 Panzern – Leopard 1A5 und 165 Schützenpanzern Marder. Damit werden russische Menschen getötet und verletzt. Was passiert, wenn die Russen dafür Vergeltung üben würden? Wie wohltuend sind da die Worte von Altkanzler Helmut Schmidt: »Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.« Die deutsche politische Führung will das nicht. Sie rüstet gegen Russland. Russland ist der Feind.
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Rudi Eifert aus Langenhagen 7. Aug. 2026 um 16:59 UhrIch kann Herrn Schubert nur beipflichten. Die genannte Zahl von 415.000 privat genutzten Drohnen in der BRD darf ich ruhigen Gewissens auf 600.000 erhöhen – was die Sache eigentlich noch explosiver und undurchschaubarer macht, sprich: noch weniger beweisbar. Allen Sicherheitsvorschriften der Behörden zum Trotz, Privatdrohnen nicht in der Nähe von Flughäfen einzusetzen: Viele dürften sich gar nicht daran halten. Der eine oder andere private Drohnen-Besitzer mag ja durchgeknallte Pläne haben, was in der Gemengelage, in der eigentlich zwanghaft stets von staatlich gelenkten Angriffen schwadroniert wird, völlig untergehen. Der stereotype Fingerzeig Richtung Moskau, wie bereits vielfach beobachtet, scheint mittlerweile zur Dauerbewegung geworden zu sein. Hinzu kommt mangels Beweislage hinsichtlich des Urhebers ein von der Politik bewusst betriebener halluzinierter Alarmismus.
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B S. aus Ammerland 7. Aug. 2026 um 10:29 UhrDas alte Lied: Wenn etwas nicht klappt, war es der Russe! Nord Stream II – »CUM-EX Olaf der Vergessliche« saß neben dem senilen Ex-US-Präsidenten Biden, als der den Startschuss für die Sprengung der Pipeline gab. Aber natürlich hat Putin die Pipeline »gesprengt«, weil ihm die Milliarden Euro Devisen falsch vorkamen. Das Minsk-II Abkommen wurde von Mutter-Blamage Merkel und dem Ex-Peinlich-Staatspräsidenten Hollande torpediert … aber who done it? Der Russe bzw. Putin brauchen nichts zu machen, gerade in der BRD sind die Medien im Verbund mit den kriegsgeilen Parteien ständig – ohne gerichtsnotorische Beweise – dabei, ihre Aufrüstung und Einschränkungen der bürgerlichen Rechte und Freiheit zu untermauern. Und wenn ihr Kind das Abitur nicht schafft … Putin war es!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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