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Waffenproduktion

Rheinmetalls Munitionsfabrik im Wedding – Was sagen die Menschen im Kiez?

Das ehemalige Pierburg-Werk von Rheinmetall wird schrittweise von einem Standort der Automobilzulieferindustrie zu einer Fabrik für Munitionskomponenten umgebaut. Künftig sollen dort Hülsen für Artilleriemunition gefertigt werden – mitten in einem dicht besiedelten Arbeiterkiez. Der Umbau steht exemplarisch für den industriepolitischen Kurs der Bundesregierung: Während Milliarden in Aufrüstung, Bundeswehr und die Expansion der Rüstungsindustrie fließen, orientieren Unternehmen ihre Produktion zunehmend am militärischen Bedarf. Doch wie wird dieser Kurs im Kiez selbst wahrgenommen? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir mit Anwohnerinnen und Anwohnern im Wedding gesprochen.

Für Rheinmetall ist der Standort Wedding dabei nur ein Baustein eines europaweiten Ausbaus der Munitionsproduktion. Gegen diese Entwicklung formiert sich seit Monaten Widerstand. Im Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion haben sich Nachbarschaftsinitiativen, antimilitaristische Gruppen und Palästina-Solidaritätsorganisationen zusammengeschlossen. Sie kritisieren die Umwandlung des Werks als Symbol einer umfassenden Militarisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und warnen davor, dass zivile Industrie zunehmend in die Kriegsproduktion eingebunden wird.

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Nach Demonstrationen, Nachbarschaftsversammlungen und einer Besetzung des Fabrikdachs versuchten Aktivistinnen und Aktivisten Ende Mai erneut, die Werkseinfahrt zu blockieren. Die Polizei unterband die Aktion mit einem großen Aufgebot; Aufnahmen, die einen Beamten mit gezogener Schusswaffe gegen Protestierende zeigen, sorgten anschließend für breite Kritik. Am kommenden Wochenende soll der Protest weitergehen. Das Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion ruft am 10. und 11. Juli zu Aktionstagen im Wedding auf.

Geplant sind Kundgebungen, Demonstrationen, Informationsveranstaltungen und kreative Protestformen gegen die Munitionsproduktion. Die Organisatorinnen und Organisatoren verstehen die Aktionen nicht nur als Widerstand gegen eine einzelne Fabrik, sondern als Protest gegen den politischen Kurs einer Gesellschaft, in der Rüstungsproduktion zunehmend als wirtschaftliche Zukunftsstrategie gilt und Krieg immer stärker zum Motor der Industriepolitik wird.

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Erschienen am 08.07.2026, Inland

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