Stimmen gegen die Blockade
Von Ignacio RosaslandaLiz Oliva Fernández, kubanische Journalistin bei unabhängigen Medien (Belly of the Beast), beschreibt ihr Leben und das ihrer Familie als vollständig von den US-Sanktionen gegen Kuba geprägt. Sie argumentiert, dass diese Sanktionen nicht nur politische Maßnahmen seien, sondern eine Form langfristiger »ökonomischer Kriegführung«, die ganze Generationen in Kuba betreffe. Da sie selbst in den 1990er Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion geboren wurde, habe sie ihr gesamtes Leben in einer anhaltenden wirtschaftlichen Krise verbracht. Im Interview kritisiert sie, dass internationale und insbesondere US-amerikanische Medien die Auswirkungen der Sanktionen häufig unterschätzen oder nicht ausreichend erklären. Viele Probleme in Kuba würden ausschließlich der kubanischen Regierung zugeschrieben, während die strukturellen Folgen der US-Politik ausgeblendet würden. Sie hebt außerdem hervor, dass Sanktionen wie eine Form kollektiver Bestrafung wirken, da sie direkt den Zugang zu Nahrung, Medikamenten und grundlegenden Dienstleistungen einschränken und auch internationale Kooperationen – etwa im Bereich der Ölversorgung oder medizinischer Missionen – erschweren. Gleichzeitig betont Fernández die Errungenschaften Kubas im Bereich Bildung und Gesundheit, die sie als soziale Rechte versteht. Sie kritisiert die Vereinfachung des Kuba-Bildes in »Gut oder böse«-Narrativen und fordert eine differenziertere Betrachtung. Für sie liegt der Schlüssel zur Verbesserung der Situation in einer Aufhebung der US-Sanktionen, damit Kuba sich stärker auf interne Reformen konzentrieren könne, anstatt dauerhaft im Überlebensmodus zu agieren.
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