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Lizenz zum Töten – in drei Jahren
USA erlauben Ukraine Produktion von »Patriot«-Raketen
Nein, es gibt keine Wende für die ukrainische Luftabwehr. Die Zusage von US-Präsident Donald Trump, Kiew die Lizenz zur Herstellung von »Patriot«-Raketen zu erteilen, hilft nichts gegen russische Angriffe mit ballistischen Raketen in der aktuellen Phase des Krieges. Selbst wenn es gelingen sollte, die benötigten Produktionsstätten in der Ukraine rasch zu errichten und sie erfolgreich vor russischem Beschuss zu schützen: Für den Bau einer »Patriot«-Rakete muss man zwei Jahre einplanen, für den Bau ihres Motors sogar zweieinhalb. Einsetzen könnte die Ukraine die selbstgefertigten »Patriots« also kaum vor 2029. Eklatanten Mangel an Abwehrwaffen hat sie aber jetzt.
Wozu dann die Lizenzvergabe? Nun, die US-Raketenindustrie steckt in einer ambivalenten Situation. Einerseits produziert sie auf Teufel komm raus. Allein die im Iran-Krieg wohl auf die Hälfte oder weniger geschrumpften US-Bestände an »Patriots« wieder aufzufüllen wird geschätzte drei Jahre dauern. Andererseits benötigen viele weitere Länder neue Abwehrraketen: weil sie sie im Iran-Krieg verschossen haben, wie etwa die arabischen Golfstaaten, oder weil sie sie an die Ukraine geliefert haben und jetzt ihre Lager ebenfalls neu bestücken müssen. »Patriots« aber gehen jetzt vorrangig, na klar, in die USA.
Das ist die Chance schlechthin für Frankreich und Italien, ihr Flugabwehrsystem SAMP/T und die zugehörigen »Aster«-Abwehrraketen loszuschlagen. Dänemark hat sie schon bestellt – es will Raketen, die bei einem US-Angriff auf Grönland nicht abgeschaltet werden können. Frankreich will noch in diesem Jahr die modernste SAMP/T-Version an die Ukraine liefern, wo sie umgehend praxisgetestet und optimiert werden kann. Mehrere europäische Staaten denken angesichts der »Patriot«-Lieferlücke bereits darüber nach, auf SAMP/T umzusatteln, und auch im Nahen Osten tun sich aus gleichem Grund für die Produzenten Thales (Frankreich) und MBDA (Frankreich/Italien) Absatzmärkte auf. Die könnten für den »Patriot«-Hersteller Lockheed Martin, wenn er in einigen Jahren die US-Bestände aufgefüllt hat, zumindest zum Teil an die Konkurrenz verloren sein. Besser also, der Ukraine jetzt die Lizenzproduktion zu gestatten: Das hilft, den Absatz wenigstens dort zu sichern, wenngleich wohl erst nach dem Krieg.
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