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Festivalsommer

Bunt statt blau

Das Folk- und Weltmusikfestival in Rudolstadt hat begonnen

Foto: Martin Schutt/dpa
Weltoffen und Spaß dabei: Das Rudolstadt-Festival

Parallel zum am Donnerstag begonnenen Folk- und Weltmusikfestival in Rudolstadt (2.–5.7.) findet am Wochenende im 50 Kilometer entfernten Erfurt der AfD-Parteitag statt. In der Messehalle der Thüringer Landeshauptstadt trifft sich alles, was rechts denkt und einen frischen Faschismus erstrebenswert findet. Mehr als 20 Gegendemonstrationen mit über 50.000 Teilnehmern sollen stattfinden. Alle Demos wurden genehmigt.

In Rudolstadt wird Jahr für Jahr zelebriert, was der AfD und ihren Anhängern überhaupt nicht passt: Hier feiern Menschen aus aller Welt gemeinsam, hören die Musik unterschiedlichster Länder, tanzen, bis der Morgen graut. Und man ist freundlich zueinander: Alle Besucher helfen einander und nehmen Rücksicht.

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In diesem Jahr ist Österreich der Länderschwerpunkt. Auf den vielen Bühnen, in der Stadt, auf der großen Bühne im Heinepark, in der Kirche oder auch auf der Burg, treten Musikerinnen und Musiker aus den verschiedensten Winkeln der Alpenrepublik auf. Mal erklingt ein Wienerlied oder Austropop, dann der eigenartige Krowodnrock, aber auch Schrammelmusik. Mit dabei sind A Schwoazzes Gebiss, die Altbadseer Musi und die eine Mischung aus Austropop und originaler österreichischer Volksmusik präsentierende Kapelle Der Nino aus Wien. Wie das Organisationsteam mitteilte, wird die Liedermacherin Dota Kehr am Sonntag den Deutschen Weltmusikpreis »Ruth« erhalten.

Das restliche Programm kann sich natürlich auch sehen lassen: Blechlawine aus Dresden sind dabei, Cosmonautix erfreuen Fans von Speedfolk und Balalaikasound und Lüü-Türr aus Estland wollen zeigen, dass auch ein Männergesangsensemble das Publikum zum Tanzen bringt. Sturle Dagsland überraschen an zwei Tagen mit radikalen Klangexperimenten, chinesischer Zither und Geräuschexplosionen. Die Geschwister Kitty, Daisy & Lewis aus Großbritannien spielen die Musik ihrer Eltern und holen mit Swing, Blues, Country, Bluegrass und Rock ’n’ Roll die Musik der Fifties auf die Heinepark-Bühne (Do., 17.30 Uhr). Neben dem Mandolinenorchester Wanderslust aus Rudolstadt gibt es eine Mischung aus Afrobeat, House und Techno zu hören: Das Quintett Nana Benz Du Togo gastiert am Donnerstag ab 20.30 Uhr im Heinepark. Neben der Musik gibt es Speis’ und Trank aus aller Welt, die Musikinstrumentenmeile und einen großen Bereich nur für Kinder.

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Erschienen am 02.07.2026, Feuilleton

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