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Käfigkampf vorm Kanzleramt

Foto: Lynne Sladky/AP/dpa
Eine Allegorie auf seine Politik: Schaukampf vor den Augen des Showmasters

In der Nacht zum Montag sollte um 2 Uhr MESZ vor dem Südflügel des Weißen Hauses in Washington das »historisch bedeutendste Sportereignis aller Zeiten« beginnen. Das teilte die Ultimate Fighting Championship (UFC) mit, eine Profiliga für den in den USA populären Vollkontakt-»Sport« Schlagen, Treten, Ringen usw., genannt Mixed Martial Arts. Anlass war der 80. Geburtstag Donald Trumps am Sonntag. 4.000 Zuschauer sollten gegen jeweils einen Millionenbetrag drumherum sitzen, im benachbarten Park wurden 120.000 Fans erwartet. Viele Medien widmeten sich dem Blutspritzfestival und dem Geburtstag.

Der britische Guardian veröffentlichte am Sonntag Glückwünsche. So dankte der Autor und Journalist Cory Doctorow Trump für seine Verdienste: »Sie haben mehr für die Entdollarisierung der Welt getan als jeder andere amerikanische Staatschef in der Geschichte. Ohne Sie würde Äthiopien seine Staatsschulden nicht auf Yuan umstellen.« Die Publizistin Jennifer Egan lobte: »Sie haben das Präsidentenamt in eine Orgie aus Korruption und Selbstbereicherung verwandelt, bei der selbst die ›Raubritter-Kapitalisten‹ des letzten Jahrhunderts vor Scham erröten würden.« Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg kündigte an, sie werde Trump eine »Buchstabensuppe« schenken: »Die Sätze, die du auskackst, werden zusammenhängender sein als alles, was du je gesagt hast.« Und die US-Schriftstellerin Siri Hustved hielt fest: »Der MAGA-Zauber verwandelte Ihren echten, dicken Körper eines alten Mannes in den spektakulären Körper des Faschismus amerikanischer Prägung: kugelsicher, muskelbepackt, ewig.« Und zählte auf: »Von der ICE begangene Morde, Internierungslager für Einwanderer, schwangere Frauen, die mangels einer Abtreibung auf Parkplätzen verbluten, Masernausbrüche, eine enorme Zahl an Todesopfern nach dem Abzug von USAID, zerbrochene Bündnisse und ein Krieg, den niemand wollte – all dies sind die handfesten Folgen einer Wahnvorstellung.«

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Die FAZ würdigte das Kampfspektakel für Trump vorm Weißen Haus bereits am Sonnabend: »Vielleicht führt er auch Maduro vor, wie es Cäsar mit Vercingetorix tat, oder schickt ihn sogar in den Käfig. Dann denkt doch keiner mehr daran, dass ein kleines gallisches Dorf namens Teheran immer noch Widerstand gegen das Imperium Americanum leistet.« Als mögliches Opfertier nach römischem Brauch komme »nur der Albino-Wasserbüffel aus Bangladesch in Frage, der Trumps Namen trägt, weil das Tier und der Präsident sich sehr ähneln, natürlich nur äußerlich«. Allein Käfigkämpfe vorm Kanzleramt könnten jetzt zeigen, »dass wir keine Weicheier sind«: Trump öffnet Perspektiven. (as)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2026, Seite 2, Ansichten

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