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Stichwahl

Zähe Auszählung in Peru

Enges Rennen: Wahlergebnis soll erst Mitte Juli feststehen

Foto: Anadolu Agency/IMAGO
Auf ihm ruhen alle Hoffnungen: Roberto Sánchez lässt sich am Sonntag in Lima von Anhängern feiern

Vier Tage nach der Stichwahl zwischen dem linken Kandidaten Roberto Sánchez von der Partei Juntos por el Perú (Zusammen für Peru) und der Diktatorentochter Keiko Fujimori von der Partei Fuerza Popular (Volkskraft) vom Sonntag ist der Ausgang noch immer offen. Der Nationale Wahlausschuss geht davon aus, dass die Bekanntgabe der Endergebnisse am 15. Juli erfolgen wird. Der Gewinner soll für fünf Jahre das Präsidentenamt übernehmen. Im vergangenen Jahrzehnt hatte das Land acht verschiedene Staatschefs – bedingt durch aufeinanderfolgende Amtsenthebungsverfahren, die vom Parlament angestrengt wurden.

Es bleibt ein Kopf-an-Kopf-Rennen, und unabhängig vom endgültigen Ausgang der Stichwahl dürften sich die Konflikte in den kommenden Jahren weiter zuspitzen. Die bisherige Auszählung zeigt ein zutiefst gespaltenes Land. Am Montag nachmittag hatte Sánchez noch mit rund 36.000 Stimmen vor seiner Konkurrentin gelegen. Nach Eingang von Wahlzetteln aus dem Ausland verringerte sich sein Vorsprung bis Mittwoch abend auf etwas mehr als 6.000 Stimmen. Kurz vor Mitternacht erklärte die Wahlbehörde ONPE, dass sich das Blatt gewendet habe. Nach Auszählung von 98,21 Prozent der Stimmen lag Fujimori laut ONPE mit 9.032.651 Stimmen (50,002 Prozent) vor Sánchez, der mit 9.032.000 Stimmen auf 49,998 Prozent kam. Der Abstand zwischen beiden betrug jedoch lediglich 651 Stimmen.

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Im weiteren Verlauf könnte sich das wieder ändern. Einerseits treffen zwar noch immer Stimmzettel aus Wahllokalen im Ausland ein, die eher Fujimori begünstigen, andererseits sind etliche Stimmen aus entlegenen ländlichen Regionen des Landes noch nicht ausgewertet, wo Sánchez meist vorn liegt. Schließlich gibt es noch mehr als 1.500 Wahlprotokolle mit rund 250.000 bis 320.000 zu validierenden Stimmen, die vom Nationalen Wahlgericht geprüft werden, das dann über ihre Gültigkeit entscheidet. Die Bearbeitung und Klärung der Einwände kann aufgrund rechtlicher Bestimmungen mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Überschattet wird die Auszählung von Äußerungen des US-Botschafters Bernie Navarro. Der Diplomat hatte erklärt, er werde den Prozess so lange beobachten, »bis die offiziellen Ergebnisse bekanntgegeben werden«. Javier Idelfonso Carreño, der Anwalt von Expräsident Pedro Castillo, forderte die Regierung daraufhin auf, Navarro wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Landes zur persona non grata zu erklären, da er weder peruanischer Staatsbürger noch ein zur Wahlbeobachtung befugter Beamter sei.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.06.2026, Seite 7, Ausland

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