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Bischof abgesetzt

Armeniens Kirchenoberhaupt steht vor Gericht

Foto: Vahram Baghdasaryan/Photolure via Reuters
Karekin II am Freitag im Gerichtssaal in Etschmiadsin

Jerewan. In einem Machtkampf zwischen Regierung und Kirche in Armenien ist das orthodoxe Kirchenoberhaupt Karekin II. vor Gericht gestellt worden – ein bislang einmaliger Vorgang in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Der Katholikos und sechs mitangeklagte Bischöfe erschienen am Freitag persönlich zum ersten Prozesstermin in Etschmiadsin nahe der Hauptstadt Jerewan, wie Reporter berichteten. Hintergrund ist ein jahrelanger Streit mit Ministerpräsident Nikol Paschinjan, dessen Brüssel-affine Regierung im Juni mit absoluter Mehrheit wiedergewählt worden ist.

Die Anklage legt Karekin zur Last, sich über das Urteil eines weltlichen Gerichts hinwegzusetzen. Dieses verlangt die Wiedereinsetzung eines abgesetzten, dem Regierungschef Paschinjan treuen Bischofs. Weigert sich der Kirchenführer weiterhin, drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft. Das Gericht nahm in geschlossener Sitzung die Personalien auf und beendete dann den Verhandlungstag, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der Fortgang des Prozesses ist vorerst ungewiss, weil der Richter sich für befangen erklärte.

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Die Staatsmacht wolle die Freiheit der Kirche einschränken, beklagte Karekin vor zahlreichen Anhängern. »Mit Schmerz stellen wir fest, dass unsere heilige Kirche und die Geistlichkeit seitens des Staates mit Verfolgung überzogen werden«, sagte er. Er sprach von »illegalen und fabrizierten Anklagen« gegen Kirchenvertreter und Gläubige. (dpa/jW)

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Erschienen am 08.08.2026, Ausland

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