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02.06.2026
- → Sport
Doppelt hält besser
Paris Saint-Germain gewinnt gegen Arsenal London verdient das Finale der Champions League
Das 71. Champions-League-Finale zwischen Titelverteidiger Paris Saint-Germain und Arsenal London war eine Neuauflage der Halbfinals des vergangenen Jahres. Im Emirates Stadium waren die Nordlondonder damals den Asterixen durch einen Treffer quasi direkt aus der Umkleidekabine von Sportsfreund Ousmane Dembélé mit 0:1 unterlegen. Auch der Rückkampf im Parque de los Príncipes an der Rue du Commandant-Guilbaud ging mit 2:1 an das Team von Balltret-Magier Luis Enrique.
Im Fußball, so eine Binsenweisheit, gibt es immer eine Revanche. Die Möglichkeit ergab sich also am Sonnabend für die Gunners vor 61.035 Zuschauern in der Puskás-Arena von Budapest. 4.000 Freunde und Helfer waren dort aus diesem Anlass aufgeboten, damit sich ja niemand zu ausgelassen freut (ungesetzlich!) – allein in Paris waren es doppelt so viele. Vergangene Saison hatte PSG im Münchner Finale Internazionale Milano mit 5:0 gedemütigt. Es war klar, dass Arsenal derlei nur durch eine frühe Führung eindämmen konnte, die würde sie vielleicht in die Verlängerung bringen.
Bei Arsenal sah man das wohl ähnlich. Nach wenigen Minuten antizipierte der Ex-Leverkusener Kai Havertz einen Blooper in der Hintermannschaft der Pariser nahe der Mittellinie, zog auf und davon und hämmerte das Ballgerät schließlich aus Schmauchspurdistanz in den Kasten von Matvéi Safónov. Der hatte die kurze Ecke abgedeckt, aber auf unten spekuliert – Havertz drosch die Pille wie ein Berserker nach oben, ein Kunstschuss. Der russische Elfmeterheld von Katar (im Endspiel um den Weltpokal parierte er im Dezember sage und schreibe vier Penaltys gegen Flamengo aus Rio de Janeiro) war der einzige, der im letzten CL-Finale bei PSG nicht in der Startelf stand (damals Gianluigi Donnarumma). Nun kam es tatsächlich zum erhofften Nervenkrimi von Budapest, einem Duell der Spielstile.
Das Ballett um Weltfußballer Dembélé entfachte das gewohnte Kurzpassfestival, doch am gegnerischen Schützengraben war Sense. Arsenal hatte gezielt Betonmischmaschinen von der Marke »442« plaziert. Kein Durchkommen, nirgends. Die Londoner grätschten wie die Weltmeister, Havertz köpfte jede Ecke weg, allerorten flogen lebensmüde Leiber in jeden sich aufmandelnden Ball. Désiré Dou, Dembélé und Khvicha Kvaratskhelia, der beste Angriff Europas (weil erfolgreicher als der Münchner Trident), waren abgemeldet, zum Eckenliegerblues. Gegen die Bayern hatte PSG noch sechsmal eingelocht. Arsenal ist nicht Bayern. Die einzige Möglichkeit, solche Riegel zu brechen, sind Angriffe über die Flügel. Rechts hinten absolvierte der 21jährige Spanier Christhian Mosquera (Innenverteidiger) erst sein sechstes Pflichtspiel auf dieser Position. Nach einer Stunde war es schließlich »Khvichadona«, einer der drei besten europäischen Kicker dieser Saison, der Mosquera vernaschte, Strafstoß: Dembélé glich souverän zum 1:1 aus. Verlängerung, Elfertreten, Arsenal setzte gleich zwei neben den Kasten. Seit die Champions League so heißt, war das die erste Titelverteidigung seit 2017 (Real Madrid). Im Europapokal der Landesmeister schafften das zuvor ebenfalls die Königlichen (in den 50ern), anschließend Benfica Lissabon, Inter Mailand, Ajax Amsterdam, Bayern München, FC Liverpool, Nottingham Forest und der AC Mailand.
Für PSG war es das dritte Endspiel insgesamt (seit 2020), für Arsenal das zweite (nach der Niederlage 2006 im Stade de France gegen das Barça von Puyol, Iniesta und Ronaldinho, Arse-Trainer war Arsène Wenger, im Kasten Jens Lehmann). Trotz des Triumphs schrieb Le Figaro von den »fragwürdigen Praktiken von Mikel Arteta« (Arsenal-Coach, Exassistent von Pep Guardiola bei den Citizens). War denen der Arsch auf Grundeis gegangen? Denn worauf gründet der Erfolg der Gunners? Richtig, sie haben von allen großen europäischen Ligen die wenigsten Gegentreffer kassiert! Woran liegt das? An einer Männerfreundschaft. Einer Pariser Männerfreundschaft. Zwischen Arteta und Gabriel »Gringo« Heinze (hat auch einen deutschen Pass), dem argentinischen Fußballidol. Beide kickten in der Saison 2001/02 bei PSG zusammen (der Baske Arteta wurde damals von Barca B ausgeliehen). Seit Juli 2025 ist der Bielsa-Jünger Heinze sein erster Assistenztrainer. Sein exklusiver Job? Die Abwehr! Ohne Heinze hätte Arsenal niemals den ersten Premier-League-Titel seit 22 Jahren eingetütet. Dort war er nicht nur verantwortlich für die beste Innenverteidigung der Welt (William Saliba und Gabriel Magalhães). Auch bei Nullnummern und taktischer Disziplin führt Arsenal in Europa. Wie gewinnt man eine WM? Hinten mit der Null. Weiß jeder Depp. Nicht alles, was Tor schreit, ist schlau.
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