Zum Inhalt der Seite
Unblock Cuba!

Eine Frage der Würde

Das Solidaritätskonzert »Canto por Cuba« im Berliner Kino Babylon

Foto: Santiago Flores / jW
Der Virtuose: Nicolás Miquea

Was seit Jahrzehnten schon gilt, ist nun um so dringlicher: Kuba braucht die Solidarität aller progressiven Kräfte weltweit. Nach 65 Jahren erdrosselnder Blockade will der gerade als Kriegsherr im Iran scheiternde US-Präsident Trump seinem Außenminister einen Herzenswunsch erfüllen: Schluss soll sein mit den sozialistischen Umtrieben im Hinterhof. Die Drohungen und Lockungen: Raúl Castro soll in den Knast, die Regierung abtreten, dafür helfe man wieder aufzubauen, was man an ökonomischen und sozialen Verheerungen zuvor angerichtet hat. Unannehmbar, nicht nur für Präsident Díaz-Canel und die Genossen, sondern für die gesamte Bevölkerung. Bei aller Sehnsucht nach Linderung der Nöte und so etwas wie Normalität: Es ist eine Frage der Würde.

Foto: Santiago Flores / jW 2605-CantoPorCuba-SantiagoFlores-05-7187.jpg
Die Moderatorin: Jutta Kausch

Diesen Widerstand aufrechtzuerhalten, dabei helfen auch die kubasolidarischen Kräfte hierzulande. Etwa in Form von Konzerten wie dem »Canto por Cuba« am Freitag, den 22. Mai, im Berliner Kino Babylon. Die Reste dessen, was einmal der Geist internationaler Solidarität war, wie sie von der DDR praktiziert wurde, sind im alten Osten besonders rege. Durch den Abend führte die Schauspielerin Jutta Kausch, eine Veteranin der Friedensbewegung aus dem Westteil der Stadt. Es spielten und sangen nicht weniger profilierte Künstler: die Liedermacher Nicolás Miquea (Foto) und Pablo Miró, Sängerin Caro Kunde, das Nicky Márquez Trio Cuba sowie Rapper konTa standen auf der Bühne, der große Saal war gut gefüllt. Einen intensiven Auftritt bot etwa die Zeuthenerin Caro Kunde, die schon mit einem Divenprogramm auftrat, mancher verglich sie bereits mit der frühen Nina Hagen. Nicht zu Unrecht. Der argentinische Liedermacher Pablo Miró, Lesern dieser Zeitung wohlbekannt, überzeugte mit poetischem Schmelz, während die Gitarre des immer wieder beeindruckend energetischen Virtuosen Nicolás Miquea (Chile) alle etwaigen Zweifel beseitigte: ¡El pueblo unido jamás será vencido!

Foto: Santiago Flores / jW 2605-CantoPorCuba-SantiagoFlores-11-1552.jpg
Applaus, Applaus!
Anzeige

»Eine gerechte Idee ist stärker als jede Waffe, und das ist unsere Stärke in Kuba«, erklärte die kubanische Botschafterin Juana Martínez González in einem Grußwort und versicherte, »zusammen mit euch wird die Revolution auf Kuba noch lange fortdauern«.

Foto: Santiago Flores / jW 2605-CantoPorCuba-SantiagoFlores-33-7686.jpg
Kraftvoll: Nicky Márquez Trio Cuba

Helfen heißt hier übrigens Hilfe zur Selbsthilfe: Die Erlöse des Konzertes tragen dazu bei, die ca. 45.000 US-Dollar aufzubringen, um die Agrarkooperative »Cooperativa de Crédito y Servicios (CCS) Juanelo Casanueva« in der Provinz Pinar del Rio mit Solaranlagen auszustatten, um den alltäglichen Strombedarf zu decken. Mit Sonne ist die Karibikinsel bekanntlich ebenso gesegnet wie mit Mut. (jW)

Foto: Santiago Flores / jW 2605-CantoPorCuba-SantiagoFlores-18-7418.jpg
Das Publikum

Themen:
→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen in der Ausgabe vom 26.05.2026, Seite 10, Feuilleton

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!