Kuba-Konferenz der jungen Welt: Die Paypal-Compliance-Abteilung schaltet sich ein
Am Sonntag wies ein Leser der Zeitung die Redaktion auf Probleme hin, die ihm der Zahlungsdienstleister Paypal bereitet, nachdem er eine Karte für die von der jungen Welt ausgerichtete »Kuba-Konferenz« am 11. April in Berlin erworben hatte. Folgendes Schreiben soll ihn erreicht haben:
Hallo (Name der Redaktion bekannt),
aus Sicherheitsgründen werden die Kontoaktivitäten in unserem System regelmäßig überprüft. Bei einer Überprüfung haben wir kürzlich ein Problem mit einer Ihrer Transaktionen festgestellt.
Im Zusammenhang mit diesem Problem hat die Compliance-Abteilung von Paypal Ihr Konto überprüft und Aktivitäten festgestellt, zu denen wir weitere Informationen von Ihnen benötigen.
Am 24. Januar 2026 haben Sie eine Zahlung (…) in Höhe von 42 Euro für »Kuba-Konferenz plus RL-Preisverleihung – Ticket normal« gesendet. Bitte machen Sie folgende Angaben:
• Eine Erläuterung der Bezugnahme auf »Kuba«.
• Der Zweck dieser Zahlung, einschließlich einer vollständigen und detaillierten Erläuterung, wofür die Zahlung verwendet wird.
Sie können diese Angaben auf der Seite »Konfliktlösungen« machen. Um die Seite »Konfliktlösungen« aufzurufen, loggen Sie sich in Ihr Konto ein, und klicken Sie im oberen Bereich einer beliebigen Seite auf »Hilfe«, und klicken Sie auf »Konfliktlösungen«.
Wir bedanken uns im voraus für Ihre schnelle Antwort. Für eventuelle Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen.
Viele Grüße
Paypal-Compliance-Abteilung
Die Gewerkschaft Verdi ruft in einer Mitteilung vom Sonntag für den 28. Januar an Berliner Hochschulen zum Warnstreik auf:
(…) »Gerade an den Berliner Hochschulen erleben wir derzeit massive Haushaltskürzungen, die die Beschäftigten und Studierenden unmittelbar treffen. Wenn Stellen nicht nachbesetzt, Studienplätze und Lehre ausgedünnt werden und Arbeitsbelastungen immer weiter steigen, sind gute Arbeits- und Studienbedingungen in Gefahr«, sagte Michaela Müller-Klang von der Verdi-Betriebsgruppe an der Technischen Universität Berlin und im Verdi-Landesfachbereichsvorstand Berlin/Brandenburg. »Mit dem Hochschulaktionstag machen Beschäftigte und Studierende deutlich: Wir brauchen gute Arbeits- und Studienbedingungen statt Kürzungen. Deswegen müssen sich die Arbeitgeber in der Tarifrunde endlich bewegen.«
Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 15./16. Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt. Verdi fordert Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich mindestens 300 Euro. Nachwuchskräfte sollen monatlich 200 Euro mehr bekommen und nach erfolgreicher Ausbildung unbefristet übernommen werden. Zudem will Verdi erreichen, dass der Tarifvertrag bundesweit auch für studentische Hilfskräfte gilt.
»Ob studentische Beschäftigte, wissenschaftlicher Mittelbau, Technik und Verwaltung oder Forschungseinrichtungen – alle tragen den Betrieb der Berliner Hochschulen. Doch Kürzungen, Befristungen und Personalmangel gefährden schon heute gute Lehre und Forschung«, betonte Jana Seppelt, Verdi-Landesfachbereichsleiterin für den Bereich Wissenschaft in Berlin/Brandenburg. »Die Verantwortlichen in der Politik und in den Hochschulleitungen sind in der Pflicht. Wer die Zukunft von Wissenschaft und Ausbildung will, darf nicht bei den Beschäftigten sparen. Gute Arbeit und gute Studienbedingungen gibt es nicht zum Nulltarif.« (…)
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Leserbrief von Onlineabonnent/in Andreas E. aus Schönefeld (26. Januar 2026 um 07:10 Uhr)Liebe Junge Welt, ihr hättet meinen Namen ruhig ausschreiben können, denn ich stehe öffentlich zu meiner Solidarität mit allen Menschen, die sich gegen dieses imperialistische System international und national wehren. Es ist für mich bezeichnend, dass sich dieses System, das sich als »Hüter« der Demokratie und Meinungsfreiheit (selten so gelacht) bezeichnet, auf diese Art und Weise in die solidarische Bewegung mit den unterdrückten Menschen in der Welt einmischt. Es passt zu den Vorfällen um Jaques Baud, Alina Lipp, Thomas Röper und Hüseyin Dorgu, um das Debanking der DKP und der Roten Hilfe. Uns muss endlich klar sein, dass wir dieser, die Grundrechte der Menschen extrem einschränkenden bzw. unterdrückenden Machtelite, »den Stecker« ziehen müssen. Wer wird sonst der Nächste sein? Ich werde meine Konsequenzen ziehen – es wird heute von mir ein Gespräch mit dieser Abteilung von Paypal geben und dann werde ich das Konto kündigen. Ich hoffe, mir folgen viele, sehr viele Friedensfreundinnen und Friedensfreunde nach. Und wir sehen uns am 11. April 2026 im Kino Babylon. Mit solidarischen Grüßen, Andreas Eichner
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