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Commerzbank-Übernahme

Aufgehübschte Zahlen dank KI

Commerzbank kämpft weiter gegen Übernahme durch Unicredit

Foto: IMAGO/W2Art

In der Abwehrschlacht der Commerzbank gegen eine feindliche Übernahme durch die Mailänder Großbank Unicredit wird mit harten Bandagen gekämpft. Der Jobabbau ist eingepreist. Nun hat die Vorstandsvorsitzende des Frankfurter Geldhauses, Bettina Orlopp, präzisiert, welche der rund 3.000 Stellen gestrichen werden: Die Stammbelegschaft der Commerzbank soll es kaum treffen. Das ist schlau, denn die gehört, so wie Betriebsräte, Gewerkschaft und Bundesregierung, zu den Gegnern der vollständigen Übernahme durch die Unicredit. Treffen wird es vorwiegend externe Dienstleister in Callcentern oder bei der IT.

Um 3.000 Menschen dort zu ersetzen, will die Commerzbank künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Orlopp behauptete gegenüber dpa, dass »KI sehr kraftvoll in verschiedenen Bereichen« sei. Wenn sie damit viele vermeidbare Missverständnisse meint, die jeder Dienstleistungskunde kennt, der zu »Gesprächen« mit den Algorithmusmaschinen genötigt wird, dann sind »sehr kraftvoll« vor allem die Schimpfwörter, die die KI um die nicht vorhandenen Ohren gedonnert bekommt. Was die Technik im IT-Bereich alles anstellen wird, dürfte die Commerzbank-Kundschaft erst nach und nach mitbekommen – vielleicht unkontrollierte Hackerangriffe?

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Allerdings stellt sich die Frage, welche Chancen für die zweitgrößte deutsche Privatbank bestehen, ihre weitgehende Eigenständigkeit zu wahren. Dass eine Übernahme durch die Unicredit nichts Gutes für die Belegschaft bedeuten würde, ist sicher; haben die Mailänder doch nach dem Einstieg bei der Hypovereinsbank 2005 im großen Stil Stellen abgebaut. Bei der Commerzbank geht es ums Umschmeicheln der Aktionäre, die ihre Wertpapiere nicht an die Unicredit verkaufen sollen. Wer Geld mit Geld verdient, ist allein mit harten Daten zu überzeugen. Das überhaupt nicht neue Rezept gegen die Übernahme lautet: Man nehme hohe Umsatz- und Gewinnzahlen, auch erzielt mit dem Stellenabbau – und erhalte einen Konzern, der sich vorerst gegen Unicredit behauptet. Bis zur nächsten Offerte, der dann mit noch mehr KI- statt Menscheneinsatz begegnet werden muss.

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Erschienen in der Ausgabe vom 16.05.2026, Seite 5, Inland

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