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Porsche AG und SE

Drohne 911 Turbo

Porsche: Konzernüberschuss mager, Dividende muss trotzdem sein. Automobilkonzern setzt auf das Geschäft mit Kriegsgerät

Foto: Marijan Murat/dpa
Frei nach Gründer Ferdinand: Das letzte Auto, das gebaut werden wird, wird kein Porsche sein

Der Luxusautomobilhersteller Porsche steckt seit längerem in der Krise. Bei der Hauptversammlung der AG am Dienstag hagelte es Kritik, vor allem an Vorstand und Aufsichtsrat. Doch trotz eines Einbruchs des Konzernüberschusses für 2025 um 91 Prozent auf 310 Millionen Euro stimmten die Aktionäre einer Dividendenausschüttung von rund 916 Millionen Euro an die Anteilseigner zu.

Dividenden von einem Euro pro Stammaktie und 1,01 Euro für die Vorzugsaktie stellten dabei bereits eine reduzierte Ausschüttung dar, berichtete Auto Motor und Sport am Mittwoch. Mit diesem »Mittelweg« sollten Aktionäre beteiligt bleiben, doch wolle sich Porsche auch noch »ausreichend finanziellen Spielraum für die laufende Transformation sichern«. Worin diese besteht, ließ sich am Donnerstag dem Handelsblatt entnehmen: Vor allem in »Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien« strebe die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE weitere Investments an, hieß es mit Verweis auf Vorstandschef Hans Dieter Pötsch. Der Bereich biete »erhebliches Wachstums- und Innovationspotential«.

Keine wirklich überraschende Nachricht, engagieren sich inzwischen doch immer mehr Industriebetriebe in der Wachstumsbranche Rüstung. Die Porsche SE ist etwa am Drohnenhersteller Quantum Systems und dem Raketenstartup Isar Aerospace beteiligt. Insgesamt berichtete der Vorstandschef bei der Hauptversammlung der SE am Donnerstag von sechs Portfoliobeteiligungen, die einen »Unicorn-Status« erreicht hätten, was eine Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar bedeutet. So trugen diese Beteiligungen mit 193 Millionen Euro zum insgesamt mageren Gewinn des Sportwagenherstellers bei.

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Kein gutes Haar ließen die Teilnehmer der AG-Hauptversammlung an den Entscheidungen, die rund ums Kerngeschäft getroffen worden waren. Zu späte Interventionen, eine mangelnde Kontrolle und strategische Fehlentscheidungen hätten aus einem der profitabelsten Autobauer Europas einen Konzern im Umbau- und Krisenmodus gemacht, hieß es bei Auto Motor und Sport. Wie andere deutsche Autobauer habe Porsche den Übergang zur Elektromobilität nicht hinbekommen. Waren beim Börsengang des Unternehmens 2022 die Erwartungen an Expansion und Entwicklung noch riesengroß, habe sich das zerschlagen. Im Vergleich zum Deutschen Aktienindex (Dax) stehe die Porsche-Aktie seit damals um 146 Prozentpunkte schlechter da.

»Wir Aktionäre blicken heute auf Porsche und sehen einen Scherbenhaufen«, sagte Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Deka bei der Hauptversammlung. Nicht nur Absatz-, sondern auch Strukturschwächen seien für die schlechten Zahlen verantwortlich. Der Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Wolfgang Porsche habe zu lange Oliver Blume zugleich an der Spitze von Porsche und Volkswagen gehalten und die Elektrostrategie nicht ausreichend kontrolliert. Besser fiel die Beurteilung von Michael Leiters aus, der Anfang 2026 die operative Führung bei Porsche übernommen hat. Er stehe für eine Neuausrichtung, die über neue Produkte und eine klarere Modellstrategie erzielt werden soll. Ob das eine Ausweitung beim Modell Drohne oder Rakete bedeutet, blieb offen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 26.06.2026, Seite 5, Inland

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