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Heimatloser des Tages: Zbigniew Ziobro

Foto: Agencja Wyborcza.pl/Robert Kowalewski/via REUTERS
Zbigniew Ziobro (Warschau, 31.1.2025)

»Wie soll man auf dem Pariser Pflaster Pole bleiben?« seufzte in den 1830er Jahren der romantische Nationaldichter Adam Mickiewicz. Damals war der mediale Hype um die »tapferen Polen« nach dem Aufstand gegen Russland von Ende 1830 irgendwann auch wieder eingeschlafen, und Mickiewicz, Chopin und andere polnische Kulturschaffende im Exil standen vor der Notwendigkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Immerhin das Problem hat der frühere polnische Justizminister Zbigniew Ziobro nicht. Obwohl das Pflaster, das er jetzt tritt, das der USA ist. Denn der PiS-Rechtsaußen, der sich vor drohender Strafverfolgung in der Heimat zuerst ins Ungarn ­Viktor Orbáns abgesetzt hatte, hat seinen Wohnort wieder wechseln müssen. Nicht in eine polnische Haftanstalt, sondern in ein dem Anschein nach komfortables Exil in Trumpistan. Der US-Präsident soll nach Recherchen polnischer Medien persönlich das Außenministerium angewiesen haben, dem inzwischen staatenlosen Ziobro ein Visum auszustellen – gegen den Rat von Marco Rubio und des US-Botschafters in Warschau. Eine Einkommensquelle hat Ziobro drüben auch schon: Er soll für den rechten Sender TV Republika als Kommentator den »amerikanischen Standpunkt« dem polnischen Publikum nahebringen.

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Was schadet es da, dass es mit Ziobros Englischkenntnissen offenbar nur mäßig bestellt ist. PiS-Chef Jarosław Kaczyński hat ihm, bevor er ins EU-Parlament wechselte, geraten, erst mal ordentlich Englisch zu lernen, sonst werde er immer ein »viertklassiger Abgeordneter« bleiben. Aber ein erstklassiger Märtyrer, dem sich die Tusk-Regierung nicht an den Karren zu fahren traut, ist er jetzt schon. Ob man nicht die Demütigung lieber schlucken sollte, als das Patronat Trumps zu riskieren, unkte am Wochenende die Zeitung Rzeczpospolita. Ach, die Polen. Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.05.2026, Seite 3, Ansichten

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  • Onlineabonnent*in Christoph H. aus W. 11. Mai 2026 um 21:49 Uhr
    Sieht aus, als hätten die USA tatsächlich ein Problem mit kriminellen Immigranten.
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