Verhandlungen: USA und Iran weiter uneins
Washington. Im Iran-Krieg dauert das Ringen um eine Wiederaufnahme von Verhandlungen an. US-Präsident Donald Trump ist bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, damit der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Krieges macht. Dies meldeten das US-Nachrichtenportal Axios und der Sender Fox News am Donnerstag unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten des Weißen Hauses. Trump habe Teheran keine Frist für die Vorlage eines Vorschlags gesetzt. Er sei es aber, der den Zeitplan vorgebe, sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Der Iran sieht das anders: Die »Verliererseite kann die Bedingungen nicht diktieren«, sagte ein Berater des Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf. Vermittlerstaaten, darunter die Türkei, Pakistan und Ägypten, bemühen sich laut Wall Street Journal fieberhaft, ein neues Treffen zwischen den USA und dem Iran zu arrangieren, möglicherweise für diesen Freitag. Beide Seiten drohten sich gegenseitig, sie seien bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen.
US-Streitkräfte brachten unterdessen nach eigenen Angaben im Indischen Ozean ein Schiff mit iranischem Öl an Bord auf. Das Schiff sei geentert und inspiziert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. Es war die zweite derartige Aktion in der Region innerhalb einer Woche. Das staatliche Fernsehen in Iran veröffentlichte wiederum ein Video, das die Stürmung eines großen Frachtschiffs durch Marineeinheiten des Korps der Iranischen Revolutionsgarden vom Mittwoch zeigte. Das Filmmaterial, das ohne Kommentar präsentiert wurde, zeigte auch Aufnahmen eines weiteren Containerschiffes. Der stellvertretende Parlamentspräsident Hamidreza Hajibabaei erklärte, die ersten Einnahmen aus einer Mautgebühr, die der Iran nun von Schiffen erhebt, die die Meerenge passieren, seien auf das Konto der Zentralbank überwiesen worden. Er machte keine weiteren Angaben dazu, wer die Gebühr entrichtet habe, wann dies geschehen sei und wie hoch der Betrag sei.
Somalia verkündete derweil am Mittwoch, israelischen Schiffen die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Meerenge von Bab Al-Mandab zu verbieten – eine der weltweit wichtigsten Seehandelsrouten. Die Ankündigung erfolgte kurz nachdem Israel damit begonnen hatte, ein Abkommen über den Austausch von Botschaftern mit Somaliland umzusetzen – ein Schritt, der als beispiellos gilt, seit das Gebiet 1991 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, obwohl es im Rahmen der Vereinten Nationen keine internationale Anerkennung genießt. (jW)
Probeabo
Sie lügen wie gedruckt. wir drucken, wie Sie lügen.
Jetzt 2 Wochen gratis lesen – das Probeabo endet automatisch!
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Ähnliche:
Stringer/REUTERS23.04.2026»Sie haben immer noch keinen Plan«
UIG/imago22.04.2026Rotlicht: Seeblockade
IMAGO/Pacific Press Agency21.04.2026Iran behält sich Antwort vor
Mehr aus: Ausland
-
Wieso profitieren Sahrauis nicht von der Regelung?
vom 24.04.2026 -
Ohne Kommentar
vom 24.04.2026 -
Warum ist die Wahl eines Unidirektors so wichtig?
vom 24.04.2026 -
Politischer Gefangener wird 72
vom 24.04.2026 -
Grünes Licht aus Brüssel
vom 24.04.2026 -
Lasst Kuba atmen
vom 24.04.2026 -
Wahlkampf um die UN-Spitze
vom 24.04.2026
