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Film

Hannelore Hoger tot

Hannelore Hoger ist tot, teilte das ZDF auf Anfrage der dpa mit. Die Schauspielerin starb laut Mitteilung ihres Managements bereits am 21. Dezember in ihrer Heimatstadt Hamburg.

Wie alt Hoger geworden ist, bleibt unklar, denn die Grimme-Preisträgerin fand die Frage danach stets »uncharmant« – so schwankten die Angaben zu ihrem Geburtsjahr zwischen 1940 und 1943. In einem von Hogers Agentur online gestellten Steckbrief zur Vita der Schauspielerin wird das Jahr 1940 als Geburtsjahr angegeben.

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Hoger studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Ab 1961 folgten Bühnenengagements in Ulm, Stuttgart, Köln und Berlin. Ihr Spielfilmdebüt gab sie 1965 in Peter Beauvais’ »Tag für Tag«. In den 60er und 70er Jahren wurde sie zu einem der Aushängeschilder des Neuen Deutschen Films, vornehmlich durch die Arbeiten von Regisseur und Produzent Alexander Kluge. Hoger spielte in Kluges Filmen »Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos« (1968), »Der große Verhau« (1970), dem Episodenfilm »Deutschland im Herbst« (1978) sowie in »Die Patriotin« (1979) und »Die Macht der Gefühle« (1983). Ebenfalls zu sehen war sie in der Heinrich-Böll-Verfilmung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« (1975) von Volker Schlöndorff und Margarethe von Trotta sowie in Tankred Dorsts »Eisenhans« (1983).
Komödiantisches Talent bewies sie 1997 in Helmut Dietls Gesellschaftssatire »Rossini« (1997), in der sie als Klatschreporterin neben Kollegen wie Götz George und Mario Adorf agierte. Bis zum Jahr 2018 spielte Hoger in der ZDF-Erfolgsreihe »Bella Block«, in der sie fast ein Vierteljahrhundert und 38 Folgen lang als die Titelfigur, eine Kriminalkommissarin, zu sehen war.

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda lobte die Hamburgerin Hoger für ihre Schauspielkunst. »Die Sterne am Theaterhimmel trauern. Hannelore Hoger war der Inbegriff einer großen Schauspielerin«, sagte Brosda, der auch Präsident des Deutschen Bühnenvereins ist. »Ganz gleich ob am Theater, im Film oder im Fernsehen – sie verstand es, sich Charakteren vollständig anzuverwandeln und dabei in der Rolle stets präsent zu bleiben. Ihre Kunst war das psychologisch feinfühlige Spiel, ihre Gabe das Gespür für ein großes Publikum, und ihre Leidenschaft die unbedingte Freiheit.« Brosda weiter: »Hamburg und die Schauspielwelt trauern um eine beeindruckende Persönlichkeit, deren Werke noch lange wirken werden.« (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.12.2024, Seite 11, Feuilleton

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