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Literatur

Verbrannte Ebene

»Literarisch Bournout«: Die siebte Nummer des Honich-Magazins

Foto: Ranurte/unsplash
Könnte noch ein gutes Buch werden

Was von Literaturdeutschland nicht abgebrannt ist, ist ausgebrannt. Was noch schreibt, hat einen Prozessor – Rechner haben Zeit, die müssen keine Miete zahlen. Wer sich noch den notwendigen Luxus erlauben kann, Literatur anzufertigen, der hat sich verbarrikadiert, meist als Endgerät, wird nicht vom schreienden Kind geweckt, vom Chef mit Privatnachrichten belästigt, und im Hinterstübchen von der Sorge abgelenkt, dass der Roman nicht fertig wird, ehe der dritte weltweite Waffengang losgeht.

Zur sozialen Krise kommt die ästhetische: Sackgassen, wo man hintippt. Verlage, die nur noch literarisches Plätschern zwischen Buchdeckel packen, genau die zu Brei gerührte Langeweile, die auch eine Maschine ausspucken könnte. Die allgemeine Krise der Literatur spüren Schreibende wie Publikum, so letzteres das Lesen anders meint als nur performativ und aus Standesdünkel.

Das Leipziger Literaturmagazin Honich hat seine siebte Ausgabe entsprechend dem Burnout gewidmet. »Literarisch Burnout«, wie es darin in zarter Schiefübersetzung aus dem Englischen heißt, womit daran erinnert wird, dass es auch in einer sich zurück in den Analphabetismus entwickelnden Gesellschaft wie der unseren nie ganz ohne Literatur zugeht.

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Im Meme ist sie konserviert, wie der Keim in der kalten Asche einer verbrannten Ebene. »Was wächst darauf?«, fragt die Redaktion in der Beilage zum Heft. Und sie ruft dazu auf, dem Verdruss zum Trotz bis zum 15. Mai etwas einzureichen, damit die achte Ausgabe nicht ebenso leer bleibt: »Zeigt uns die Folgen der literarischen Brandrodung und steckt frische Setzlinge in die gepflügte Erde.«

Schreiben als Gärtnern: Das unbestellte Feld ist die siebte Nummer der »Honich«. Denn die ist als analoges Endgerät gedacht, ein schmuckes Notizheftchen.

→ Honich – Magazin für literarische Texte, Ausgabe 7, 96 Seiten, 10 Euro, honich.com

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.05.2026, Seite 11, Feuilleton

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