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Immer dicker
junge Welt ist die preisgünstigste überregionale Tageszeitung am Kiosk. Das ist aber nicht der Grund, warum sie auch die einzige ist, die nicht dramatisch an Auflage verliert, sondern sogar zulegen kann
Besonders fett aber treibt es die taz. Die Wochenendausgabe wird um satte 39 Prozent von 2,30 Euro auf 3,20 Euro erhöht, sie soll aber auch erweitert werden. »taz wird dick und gemütlich« wirbt die in Berlin herausgegebene Zeitung und meint: »Zeitung, wenn Sie Zeit haben: taz am Wochenende.« Und warum baut die taz an so einer Wochenendausgabe? »Weil es immer mehr Menschen gibt, die nur am Wochenende Zeit für eine Zeitung finden. Und weil immer mehr Leser nicht mehr interessiert sind an der täglichen (…) Information über Politik, Umwelt oder Gesellschaft. Die wollen gar nicht öfter als einmal die Woche ihren Stoff. (…) Unsere Kunst muß darin liegen, (…) die wahren Trends zu erkennen (…)«, kann man dazu im taz-Hausblog nachlesen. An anderer Stelle heißt es, daß es die taz auch von Montag bis Freitag wohl noch geben wird – solange die Leserinnen und Leser dafür bezahlen. Und dann wird angekündigt, daß auch die unveränderte Ausgabe von Montag bis Freitag von 1,60 auf 1,90 Euro um rund 19 Prozent verteuert wird.
Die junge Welt wird vorläufig ihre Preise nicht erhöhen müssen und bleibt damit die mit Abstand preisgünstigste überregionale Tageszeitung am Kiosk. Auch bei der jungen Welt gibt es eine erweiterte Wochenendausgabe und ein Wochenendabo, wir setzen aber auf das Vollabo: Unsere Leserinnen und Leser sind mehr denn je interessiert an täglicher Information über Politik, Umwelt oder Gesellschaft in Deutschland und weltweit – weil in der jungen Welt nicht das steht, was sie so oder so ähnlich schon oft und woanders sowieso gehört oder gelesen haben. Wer aber ausführlich über die nächste Tarifrunde oder die Wahlen in Venezuela, die gesellschaftlichen Entwicklungen in Cuba oder Analysen zu globalen und regionalen Entwicklungen von einem Standpunkt aus lesen will, der nicht den Besitzenden im Lande verpflichtet ist, braucht die junge Welt. Und zwar täglich.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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