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Kurdischunterricht angekündigt

Ankara. Erstmals soll in der Türkei ab kommendem Schuljahr Kurdisch an staatlichen Schulen als freiwilliger Ergänzungsunterricht nach der vierten Klasse angeboten werden. Das kündigte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an. Die prokurdische Oppositionspartei BDP wies diesen von Erdogan als »historisch« bezeichneten Schritt als völlig ungenügend zurück. »Es gibt nichts despotischeres, als eine Muttersprache als Wahlfach zu unterrichten«, beklagt die Parteivorsitzende der BDP, Gültan Kisanak, und fordert generellen muttersprachlichen Unterricht für kurdische Kinder ab der Grundschule. Die türkische Verfassung verbietet den amtlichen Gebrauch von anderen Sprachen als der türkischen, etwa in der Staatsverwaltung und vor Gericht.
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Erschienen in der Ausgabe vom 14.06.2012, Seite 6, Ausland

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