Zum Inhalt der Seite
Gaza-Flottille

Acht deutsche Aktivisten der Gaza-Flottille aus Israel ausgeflogen

Foto: AP Photo/Emrah Gurel
Mehrere Aktivisten der Gaza-Flottille mussten nach ihrer Festsetzung in Israel im Krankenhaus behandelt werden (Istanbul, 21.5.2026)

Berlin. Acht deutsche Aktivistinnen und Aktivisten der Gaza-Flottille sind nach Angaben ⁠aus dem Auswärtigen Amt in die Türkei ausgeflogen worden. Die Personen waren zuvor aus internationalen Gewässern nach Israel verschleppt und in Gewahrsam genommen worden. Nun seien sie auf dem Weg in die Türkei, ‌wie es aus dem Ministerium in Berlin am Donnerstag hieß. Das deutsche Generalkonsulat Istanbul werde die Ausgeflogenen ​am dortigen Flughafen in Empfang nehmen. »Das Auswärtige ⁠Amt ⁠und die deutsche Botschaft in Tel Aviv stehen den Angehörigen der ⁠betroffenen deutschen Staatsangehörigen als Ansprechpartner zur ‌Verfügung«, hieß ‌es weiter.

Die rund 430 Aktivisten wollten die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Trotz der im Oktober 2025 zwischen Israel und der Hamas vereinbarten Waffenruhe herrscht in der abgeriegelten Enklave noch immer Hunger, die Versorgungslage ist prekär. Die israelische Regierung lässt nur einen Bruchteil der im Oktober vereinbarten Menge an Lebensmitteln und Hilfsgütern nach Gaza hinein. Tausende Patienten, die auf eine Ausreise warten, um im Ausland lebensrettende Operationen zu erhalten, werden durch Israel außerdem daran gehindert, die Küstenklave zu verlassen.

Anzeige

Nach israelischen Angaben ‌sind alle Aktivisten mittlerweile des Landes verwiesen worden. Ein Video des extrem rechten israelischen Ministers für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, sorgte international für ​Empörung. Darin demütigt er die auf dem ⁠Boden fixierten Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte. Die israelische Menschenrechtsorganisation Adalah hatte den Sicherheitsbehörden auf Basis der Aussagen von Betroffenen und des von Ben-Gvir veröffentlichten Videos Folter, Demütigung und unrechtmäßige Haft friedlicher Aktivisten vorgeworfen. (Reuters/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen am 22.05.2026, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!