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Giftiger Import

Kroatiens Müllskandal

Der Skandal um illegale Müllablagerungen beschäftigt die Menschen in Gospić weiter. Nach Massenprotesten in Zagreb wandte sich die Initiative »Gospić ist unser Zuhause« an den Petitionsausschuss des EU-Parlaments. In einer Sitzung am 5. November in Brüssel begründete Vjekoslav Bušić, Sprecher der Initiative, die Vorwürfe gegen kroatische Behörden. Die EU-Kommission prüft mögliche EU-Rechtsverstöße und erwartet Stellungnahmen aus Kroatien.

Bušić sprach von 44.000 Tonnen Abfall, davon rund 33.000 Tonnen im Karst. Eine kriminelle Gruppe um Unternehmer Josip Šincek hatte den Müll als recycelbares Plastik deklariert, obwohl er PFAS und andere Schadstoffe enthielt. Das Ehepaar Šincek wurde Ende 2025 ohne Prozess aus der Haft entlassen. Der größte Teil des Abfalls sei aus Italien und Slowenien in über 1.500 Sattelzügen unter falscher Deklaration importiert worden. Dem Staat hätten bereits 2024 Analysen vorgelegen, wonach der Antimon-Grenzwert um bis zu das 700fache überschritten worden sei. Die Bürger seien nicht gewarnt worden. Bereits Anfang 2025 hätten sie Aufklärung und Sanierung verlangt. Im März fanden Gutachter Schwermetalle im Boden, später wurde auch der PFAS-Grenzwert im Wasser mehrfach überschritten. Entfernt worden sei bisher nur etwa ein Prozent des Abfalls. Zudem werde geprüft, ob EU-Regeln zur Abfallverbringung verletzt wurden.

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Ein Vertreter der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission bestätigte die Prüfung von Verstößen. Für Kontrollen und Sanktionen seien die kroatischen Behörden zuständig. Der EU-Abgeordnete Gordan Bosanac erwarte eine schnelle Bewertung, das Verfahren könne aber bis zu einem Jahr dauern. Anfang November begann die Entfernung des Abfalls. Stellungnahmen stehen noch aus. Eine Entscheidung des Ausschusses bedeutet weder die Feststellung eines Rechtsverstoßes noch eine Anordnung zur Sanierung.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.11.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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