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Afrikagipfel

»Natürliche Verbündete«

Afrikagipfel in Moskau: Putin sucht Schulterschluss mit den Ländern des Kontinents und kritisiert Erpressung durch Schulden

Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin vai AP/dpa
Von gleich zu gleich: Russland Präsident berät sich mit seiner namibischen Amtskollegin Nandi-Ndaitwah (Moskau, 29.10.2026)

Russland und die Staaten des afrikanischen Kontinents werden ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen: Mit dieser Mitteilung ist am Donnerstag in Moskau der dritte Russland-Afrika-Gipfel zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Treffens, zu dem Delegationen von 48 der 55 Staaten des Kontinents angereist waren – 22 davon mit den Staatschefs –, wurde eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, die nicht zuletzt die Fortsetzung der Russland-Afrika-Gipfel ankündigt und eine Ausweitung des bilateralen Handels in Aussicht stellt. Russlands Präsident Wladimir Putin betonte im Hinblick auf die eher mäßige Steigerung der vergangenen Jahre, es könne gelingen, das Handelsvolumen von zuletzt 27 Milliarden US-Dollar im Jahr schon »in naher Zukunft« zu verdoppeln. Für die Staaten Afrikas drang Burundis Präsident Évariste Ndayishimiye, der derzeitige Vorsitzende der Afrikanischen Union (AU), darauf, über den Handel hinaus vermehrt auch die Industrialisierung des Kontinents mit Investitionen voranzutreiben: Man suche Unterstützung dabei, »die Kapazitäten zu stärken«, nicht nur Rohstoffe zu verkaufen, sondern »eigenen Wohlstand zu schaffen«, hielt Ndayishimiye fest.

Einige konkrete Vorhaben schafften den Sprung aus dem Gipfelgeschehen in die Schlagzeilen. Das galt insbesondere für Maßnahmen zum Ausbau der Transportinfrastruktur und für einige Rüstungsprojekte. Malis Übergangspräsident Assimi Goïta etwa vereinbarte Details zur geplanten Lieferung von 350 Nutzfahrzeugen des russischen Konzerns Kamaz; das 45-Millionen-Euro-Geschäft beinhaltet unter anderem die Ausbildung von Mechanikern und den Bau eines Wartungszentrums sowie einer Montageanlage in Mali. Äthiopiens Premierminister Abiy Ahmed teilte mit, er habe den Kauf weiterer Kampfjets Su-35 und vor allem von vier Flugabwehrbatterien S-400 vereinbart. Der Konflikt zwischen Äthiopien und Eritrea eskaliert gerade, Putin hat angeboten, zwischen beiden Staaten zu vermitteln. Ob das neue Drohnenabwehrsystem, das Rosoboronexport (die russische Handelsagentur für Rüstungsgüter) am Rande des Gipfels vorführen wollte, Anklang fand – auch in Afrika rüsten heute etwa Dschihadisten und andere Aufständische immer mehr mit Drohnen auf –, war zunächst nicht bekannt. Von Russlands Abwehrfähigkeiten konnten sich die Delegationen live überzeugen: Die Ukraine feuerte während des Gipfels mehr als 600 Drohnen in Richtung Moskau.

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Putin wies auf dem Gipfel nicht nur die Zollkriege, die Sanktionen und die wirtschaftliche Erpressung zurück, mit denen vor allem die westlichen Staaten Afrika plündern. Er urteilte auch, Russland und Afrika seien – beide vom Westen niedergehalten – »natürliche Verbündete« beim Aufbau einer multipolaren Weltordnung. Putin sprach zudem Afrikas Schuldenprobleme an, die immer mehr Länder zu drastischen Ausgabenkürzungen zwingen. Er attackierte die Schuldenfalle, in die der Westen diverse afrikanische Staaten lockt, scharf und zitierte dabei Thomas Sankara. Burkina Fasos sozialistischer Staatschef hatte kurz vor seiner Ermordung 1987 konstatiert: »Schulden sind Neokolonialismus.« Afrikanische Staaten hätten »nette finanzielle Arrangements angeboten« bekommen und sich »für 50, 60 Jahre« oder gar mehr verschuldet: »Das bedeutet, dass wir gezwungen sind, Kompromisse einzugehen.« Schulden machten also abhängig.

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Erschienen in der Ausgabe vom 31.10.2026, Seite 6, Ausland

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