- → Sport
Einmal Freud’, zweimal Leid
Einen wunderschönen guten Morgen! Was für eine Woche für Brasilien! Erst der »Maracanãzo« der Boca Juniors im Halbfinalrückspiel der Copa Sudamericana gegen Vasco da Gama (1:3 nach 1:0 im Hinspiel), dann der zweite Maracanãzo innerhalb von Tagen, als Estudiantes de La Plata im Halbfinalrückspiel der Copa Libertadores niemand geringeren als Titelverteidiger Flamengo im Elfmeterschießen eliminiert (3:2) – und zum Wochenabschluss verwandelt Staatspräsident Lula da Silva mit der gewonnenen Präsidentschaftswahl gegen den Faschisten Flávio Bolsonaro das Land in ein einziges Freudenmeer. Es war auch eine Wahl gegen den Einfluss des Kriegsverbrechers Donald Trump in der Region.
Bereits in der Gruppenphase waren Estudiantes LP und Flamengo aufeinander getroffen: In La Plata hieß es 1:1, in Rio de Janeiro siegte Flamengo mit 1:0. Vergangenes Jahr trafen beide in den Viertelfinals der Libertadores aufeinander: Im Maracanã verloren die Argentinier mit 1:2, daheim gewannen sie mit 1:0, im Elfmeterschießen setzten sich die Brasilianer mit 4:2 durch. Dieses Mal endete nicht nur das Hinspiel im Estadio »Jorge Luis Hirschi« mit 0:0, auch im Maracanã fielen keine Tore, beide Teams neutralisierten sich komplett. Am Ende gewann das Team von »Cacique« Medina vom Punkt mit 3:2 und schaffte die Sensation. Held des Abends war Uruguays Nationaltormann Fernando Muslera (mit schweren Fehlern bei der WM), der nacheinander die Tritte von Jorginho, Lucas Paquetá (beide schwach ausgeführt) und den von Bruno Henrique abwehrte. Alle drei wählten (vom Schützen aus) links unten. Der zweite Schütze von Estudiantes LP, der Kolumbianer Edwuin Cetré, musste doppelt antreten: Beim ersten Tritt traf er den Ball mit beiden Füßen, der zweite Versuch ging in die Wolken.
Für das Match erhielt der vom Racing Club zu Estudiantes LP gewechselte Marcos Rojo, Vizeweltmeister 2014, vom Internationalen Sportsgerichtshof per Eilverfahren die Einsatzberechtigung. Die argentinischen Pincharrata (Rattenpiekser) stellten von Beginn an das Mittelfeld zu und hatten mit Leandro González Pírez und Rojo gleich zwei klare Torchancen, die Ex-Boca-Tormann Agustín Rossi jedoch entschärfte, wie auch einen Distanzschuss von Baltasar Rodríguez. In infernalischem Regen verlor Flamengo ungewöhnlich viele Ballduelle, Jorge Carrascal und Samuel Lino fanden nicht ins Spiel. Mehr als ein Schüsschen von Pedro hatte Flamengo im ersten Abschnitt nicht zu bieten.
Nach dem Wechsel zeigte der brasilianische Meister jedoch Aktivität; günstig war auch, dass Rodríguez schon nach fünf Minuten mit seiner zweiten gelben Karte vom Platz flog. Muslera wehrte einen Freistoß von Paquetá ab. Leonardo Jardim brachte beim Fla nun Giorgian de Arrascaeta für Carrascal, doch Estudiantes LP stellte alle Räume zu. Muslera verhinderte einen Treffer des eingewechselten Ecuadorianers Gonzalo Plata. Der Mengão (großes Flamengo) attackierte vehement, fast hätte Paquetá noch mit dem Kopf eingenetzt. Bei der Entscheidung vom Punkt trafen für Estudiantes LP dann der extra dafür eingewechselte Ex-Münchner José Sosa (41), Eros Mancuso sowie Tiago Palacios. Für den Regattaverein trafen der Uruguayer de Arrascaeta und Leo Pereira. Der ehemalige Atlético-Madrid-Star Saúl Ñíguez kam dort nicht zum Einsatz, er erhält generell wenig Spielzeit.
Im Finale trifft Estudiantes La Plata nun am 28. November im legendären Estadio Centenario von Montevideo auf Vorjahresfinalist SE Palmeiras. Fünf der letzten sechs Libertadores-Finals waren rein brasilianische Duelle. Die letzten sieben Titel gingen alle nach Brasilien. Letzter argentinischer Gewinner der Copa war 2018 im Santiago-Bernabéu-Stadion von Madrid River Plate (gegen Boca Juniors).
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
