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Union vor Zerreißprobe
Die CDU-Parteiführung berät über ihren Umgang mit der AfD. Ein BSW-Auftritt bei einer Compact-Veranstaltung sorgt ebenfalls für Debatten
Angesichts dreier krachend verlorener Landtagswahlen und bundesweiter Umfragewerte von um die 20 Prozent steckt die CDU in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Am Sonntag begann in Berlin eine zweitägige Klausurtagung des Parteipräsidiums, auf der nach Wegen aus der Misere gesucht werden soll. Es gehe darum, »Vertrauen in uns und unsere Politik zurückzugewinnen und dabei die Modernisierung unseres Landes nicht aus dem Blick zu verlieren«, erklärte CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann zum Auftakt.
Ein Thema der Präsidiumsmitglieder dürfte die Wahl des AfD-Mannes Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt – vermutlich mit CDU-Stimmen – sowie die Frage des Umgangs mit der AfD sein. Bereits vor Beginn der Tagung stellten Unionspolitiker erneut die scharfe Abgrenzung zur Rechtsaußenpartei in Frage, andere verteidigten die sogenannte Brandmauer.
Gegenüber der Welt am Sonntag (WamS) plädierte etwa der sachsen-anhaltische CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer für eine punktuelle Zusammenarbeit mit der AfD, für die »rote Linien« definiert werden müssten. »Mit der Brandmauer haben wir uns eingemauert, dahinter brennt es aber weiter«, erklärte er. Koalitionen mit der AfD oder der Linkspartei halte er aber für ausgeschlossen.
Fraktionsvize Günter Krings (CDU) wies die Vorstöße zurück. Er halte die These für gewagt, »dass die AfD ohne unseren Unvereinbarkeitsbeschluss nicht gewachsen wäre«, sagte er der WamS. Auch die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien pochte auf eine starke Abgrenzung ihrer Partei zur AfD. Die CDU habe eine klare Beschlusslage, die Kooperationen mit AfD und Linken kategorisch ausschließe, so Prien im Bayerischen Rundfunk: »Sonst wird es die CDU, wird es die Union in dieser Form auf Dauer nicht mehr geben.«
Auch beim BSW wurde am Wochenende kontrovers über den Umgang mit der AfD debattiert. Auslöser war, dass alle fünf BSW-Landtagsabgeordneten in Sachsen-Anhalt am Donnerstag einer Einladung des neurechten Compact-Magazins gefolgt waren, das in Magdeburg sein neues TV-Studio einweihte. Zu den Gästen zählten auch Rausch und AfD-Fraktionschef Oliver Kirchner. Am Freitag veröffentlichte der BSW-Bundesvorsitzende Fabio De Masi daraufhin einen Post auf X, in dem er die Haltung seiner Partei zur AfD klarstellte.
Ohne die Compact-Veranstaltung direkt zu erwähnen, schrieb er, es dürfe »nicht der Eindruck der Kumpanei oder einer privilegierten Partnerschaft entstehen«. Die AfD sei sein »politischer Gegner«. Zwar wolle das BSW den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren, »aber kein AfD TV«. Und weiter: »Wir lehnen Geschichtsrevisionismus und völkisches Gedankengut oder die Abwertung von Menschen mit Behinderungen ab.« Sevim Dagdelen, stellvertretende Parteivorsitzende, sprang De Masi bei. Die AfD stehe für einen »völkischen Nationalismus, der die ethnische Abstammung und kulturelle Ausschließlichkeit zum Kern politischer Zugehörigkeit« mache, sowie für »Sozialabbau, NATO-Treue, Waffenlieferungen nach Israel und gigantische Aufrüstung«.
Rausch schien sich zu beeilen, Dagdelens Einschätzung zu bestätigen. Gegenüber Compact sagte er am Sonntag, er würde »gerne wirklich den amerikanischen Botschafter zuerst einladen«, anschließend den israelischen und dann erst den russischen Botschafter.
Christian Leye, auch BSW-Vize, stimmte De Masi mit den Worten zu: »Sollte jemand den Kurs des BSW auf Kumpelei mit der AfD verschieben wollen, sollte es eine Debatte mit offenem Visier geben – dann kann die Partei mitdiskutieren.« Claudia Wittig, BSW-Fraktionsvize in Magdeburg, widersprach bei X: »Menschen mit unterschiedlichen politischen Ansichten können zusammen essen und auch ein Glas Wein zusammen trinken.«
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Onlineabonnent*in Manfred G. aus H. 11. Okt. 2026 um 20:21 UhrEs lebe die Borniertheit. Auf dem Compact-Sommerfest 2026 in Stößen gab es viele Redebeiträge von unterschiedlichen Rednern. Anhand des Beifalls konnte man erkennen, welcher politische Kurs und welche politische Aussage die meiste Zustimmung bekam. Sehr viel Beifall bekamen Aussagen, dass die USA und die NATO Kriegstreiber sind, dass der Krieg gegen Russland sofort beendet werden muss, dass Freundschaft mit Russland wichtig ist und dass die Ukraine faschistisch ist, von der Leyen und die korrupte EU wurden heftig kritisiert, kritisiert wurde der Völkermord Israels an den Palästinensern, der Krieg der USA gegen den Iran. Es wurde generell und allgemein die Form faschistischer Diktaturen kritisiert. Es wurde ganz vehement die gegenwärtige BRD‑Politik kritisiert, ebenso wurde die AfD kritisiert. Beifall bekam ein Redebeitrag, der tagespolitische Gemeinsamkeiten mit dem BSW hervorhob. Zum Schluss wurde die Nationalhymne der DDR gesungen. Das zeigt mir, dass die Mehrheit der Compact-Menschen Patrioten sind. Wer behauptet, das seien Faschisten, der kennt nicht den Unterschied zwischen Patrioten und Nationalisten. Manni Guerth
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Dagmar 11. Okt. 2026 um 20:12 UhrTja, eine Compact-Veranstaltung und die CDU kann sich dort nicht wohlfühlen. Das Problem hat die CDU auch bestimmt mit der Rosa Luxemburg Konferenz und den Uz Festtagen, wo all die roten Socken zu Tage treten. Das BSW kann mit der AFD essen und trinken, gemeinsame pol. Punkte beantragen, aber gibt doch eigentlich ständig öffentliche Versprechen ab, keine Ehe mit der AFD führen zu wollen. Ich denke, das BSW handelt im Sinne der Wähler und versucht professionell, sich den gegebenen Möglichkeiten zu stellen. Im Kindergarten sagt man auch immer: „Mit Dir spiele ich nicht." Die CDU gibt sich demokratisch und hat vergessen, dass bei Adenauer Nazis willkommen waren.
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