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VW-Bosse eskalieren Konflikt
Volkswagen-Töchter kündigen Tarifverträge. Beim Mutterkonzern wirken zehn Tarife nach
Der Tarifkonflikt bei Volkswagen spitzt sich zu. Wie die Industriegewerkschaft Metall (IGM), Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, am Montag mitteilte, haben die VW-Tochtergesellschaften Volkswagen Group Services, Wolfsburg AG und Autovision GmbH die tarifliche Zusatzvergütung gekündigt. Außerdem wollen sie die Klausel im Manteltarifvertrag streichen, die die mögliche Umwandlung der Zulage in zusätzliche freie Tage regelt. Die Kündigungen werden zum 1. Januar kommenden Jahres wirksam.
Die Schreiben der VW-Töchter trafen nach Angaben der IG Metall nur wenige Stunden nach der unerwarteten Aufkündigung von zehn Tarifverträgen durch die Konzernmutter Volkswagen AG am 30. September ein. Lediglich die Autostadt GmbH lässt die Tarife unberührt. Bei allen vier Töchtern arbeiten rund 1.000 Beschäftigte, und es gelten einheitliche Regelungen analog zum Mutterkonzern.
»Volkswagen hat sich jahrzehntelang mit dem Begriff der Sozialpartnerschaft geschmückt. Davon ist nichts mehr übrig«, erklärte Katja Brammertz, Tarifsekretärin der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, am Montag in einer Mitteilung. Sie stellte einen direkten Zusammenhang mit der gewerkschaftlichen Bekanntgabe der Tarifforderung von fünf Prozent mehr Lohn für zwölf Monate am 29. September her. »Gemeinsam bereiten wir nun eine Auseinandersetzung vor, wie es sie bei den Volkswagen-Töchtern noch nicht gegeben hat«, warnte Brammertz.
Die IG Metall bei VW veröffentlichte zudem am Dienstag eine Übersicht der zehn gekündigten Tarifverträge mit den Auswirkungen auf die 130.000 Beschäftigten. Bis auf die Jubiläumszahlungen zu 25jähriger und 35jähriger Betriebszugehörigkeit gelten die Regelungen noch, jedoch nur für aktuell Beschäftigte mit Gewerkschaftsbuch. Wer nicht in der IG Metall organisiert ist oder nach dem 31. Dezember dieses Jahres eingestellt wird, schaut in die Röhre.
Die wichtigsten Tarifverträge, die das Management aufkündigte, sind der Entgelt- und der Manteltarifvertrag. Dort werden zum einen die Entlohnung verbindlich festgelegt, zum anderen grundlegende Arbeitsbedingungen wie die 35-Stunden-Woche, Überstundengrenzen, Schichtarbeit und die Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Die Metaller werten das als Provokation: »Wer Tarifverträge kündigt und damit die Grundpfeiler der Beschäftigten bei VW in Frage stellt, darf sich über entschlossenen Widerstand nicht wundern«, sagte der niedersächsische IGM-Bezirksleiter Thorsten Gröger am Freitag in einer Stellungnahme.
Weitere gekündigte Tarife betreffen eine monatliche Zulage von derzeit 167 Euro monatlich für alle, eine Zusatzzahlung von 27,5 Prozent eines Monatsgehalts, die in sechs freie Tage umgewandelt werden kann, und andere verbindliche Standards für Metallgewerkschafter. Zentral bleibt die Beschäftigungssicherung bis 2030, die 2024 vereinbart wurde, den Verlust von 50.000 Jobs beinhaltete und unkündbar ist. Im Gegenzug verzichteten die VW-Arbeiter bis 2031 auf eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, die ihre Kollegen im Flächentarifvertrag durchsetzen konnten. Das entspricht einem jährlichen Gesamtlohnniveauverlust von 1,5 Milliarden Euro.
Die Milliardeneinbußen sollten kein Geschenk sein – der Vorstand verpflichtete sich zu Investitionen. Weil statt dessen seit dem Frühsommer Pläne zum Abbau von weiteren 50.000 Stellen und der Schließung von vier Werken an die Medien durchgestochen wurden, pochte die IG Metall auf ein vertraglich eingeräumtes Überprüfungsgespräch am 30. September. Das nutzte der VW-Vorstand, um zum Großangriff auf den Haustarif zu blasen.
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Rayan 8. Okt. 2026 um 09:39 UhrBezeichnend, dass dieses Thema betreffend bei den üblichen verdächtigen Medien- und Politschranzen plötzlich die doch sonst ach so geliebte Verdummungspropagandavokabel der sgn. »Sozialpartnerschaft« kaum noch auffindbar ist … Wie üblich Totschweigen als Propaganda 2. Grades, wenn die Herrschaftsideologie mit der Praxis kollidiert. Aber dem könnte doch recht leicht Abhilfe geleistet werden: Zeigt den Leuten anhand dieser Praxis, was das Dummgeschwätz der Kapitalisten und deren eingekaufter Höflinge wert ist; sie lügen wie gedruckt.
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