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NATO-Militärausschuss

Karriereleiter für Kriegstreiber

Carsten Breuer wird zum Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses befördert. Pistorius sucht Nachfolge

Foto: IMAGO/Funke Foto Services
Sieht so »Kriegstüchtigkeit« aus? (Berlin, 20.7.2026)

Noch am Mittwoch verkündete Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, im ZDF-Talk »Maischberger« zum x-ten Mal, die Bevölkerung müsse »kriegstüchtig« werden, denn der Russe komme – und das wohl schon 2029. Wer sich so ausdauernd Meriten als Kriegstreiber erworben hat, muss natürlich befördert werden. Am Sonnabend wählte der NATO-Militärausschuss, dem die 32 Generalstabschefs der Mitgliedstaaten angehören, den Deutschen in Kopenhagen zum neuen Vorsitzenden des Gremiums. Es handelt sich um einen der wichtigsten Posten in dem Militärbündnis. Breuer wird damit engster Berater von NATO‑Generalsekretär Mark Rutte.

Der General, der seit März 2023 als oberster deutscher Militär fungierte, tritt Mitte 2027 die Nachfolge des italienischen Admirals Giuseppe Cavo Dragone an. Er setzte sich in geheimer Abstimmung gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch, die im Fall ihrer Wahl die erste Frau an der Spitze des Militärausschusses geworden wäre. Mit Breuer übernimmt nach mehr als 20 Jahren wieder ein deutscher Militär den Posten.

Breuer dankte nach seiner Wahl brav »für das in mich gesetzte Vertrauen«. Die Unterstützung der Generalstabschefs »unserer NATO-Verbündeten« bedeute ihm viel, erklärte er gegenüber dpa. Im Bündnis lägen große Aufgaben »vor uns – für unsere Sicherheit und den Frieden in Europa und darüber hinaus«. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte auf X zur Wahl Breuers, Deutschland übernehme in fordernden Zeiten Verantwortung in der NATO.

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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bescheinigte Breuer strategische Weitsicht. Er habe an entscheidender Stelle mit dazu beigetragen, die Bundeswehr neu aufzustellen. Im Bündnis komme es »mehr denn je auf einen klaren Kurs an«, so der Minister: »Die Bedrohung vor allem durch Russland nimmt zu.« Pistorius räumte ein, dass die europäischen Staaten sich mehr um die eigene Sicherheit kümmern müssten, weil die USA ihren Fokus inzwischen auf andere Regionen richten würden, sprich: China und den Indopazifik.

Mit der Wahl Breuers wird offenbar die enorme Aufrüstung der BRD honoriert. Bei den Rüstungsausgaben liegt Deutschland nach NATO-Zahlen derzeit mit rund 125 Milliarden Euro klar auf Platz eins in der EU, in der militärischen Kommandostruktur des Kriegsbündnisses besetzt es seit diesem Jahr mehr Spitzenposten als die USA. Der NATO-Militärausschuss ist das höchste militärische Gremium der NATO. Der Ausschuss berät den Nordatlantikrat, das wichtigste politische Entscheidungsgremium der NATO, in militärischen Fragen. Er übersetzt politische Beschlüsse in militärische Vorgaben und berät zu Strategie, Einsätzen, Fähigkeiten und Verteidigungsplanung.

Pistorius muss jetzt einen neuen Generalinspekteur finden. Und das möglichst schnell, wie der CDU-Verteidigungspolitiker Thomas Röwekamp am Sonnabend gegenüber dem Spiegel befand. Eine »Hängepartie« an der Spitze der Bundeswehr könne sich das Land »angesichts der sicherheitspolitischen Lage nicht leisten«. Die Vizefraktionschefin der Grünen, Agnieszka Brugger, forderte Pistorius und Merz auf, »keine unnötige Sekunde zu zögern«. Wohl kein Generalinspekteur stehe »historisch vor so großen Herausforderungen wie der Nachfolger von General Breuer«. Auch der Chef des Bundeswehr-Verbandes, André Wüstner, forderte Pistorius gegenüber dem Spiegel auf, nun schnell zu handeln: »Je früher die Einweisung und Übergabe an seinen Nachfolger erfolgt, desto besser.«

Als ein möglicher Kandidat für die Nachfolge Breuers gilt Generalleutnant Christian Freuding, der Inspekteur des Heeres. Er hatte sich schon bei seinem Amtsantritt im Oktober 2025 als Scharfmacher präsentiert, dürfte also beste Chancen haben. Er wolle das Heer »bereit zum Kampf« machen, tönte er damals, »denn der Feind wartet nicht«. Und weiter: »Unsere Ambition für das Morgen muss einhergehen mit dem Willen, den Kampf heute aufzunehmen und zu gewinnen.« Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) drückte Freuding es so aus: Die Bundeswehr sei bereit für den »Fight tonight«.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.09.2026, Seite 4, Inland

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  • Onlineabonnent*in Thomas S. aus O. 21. Sept. 2026 um 00:45 Uhr
    Es ist kein Zufall, dass Breuer auch Leiter des Corona-Krisenstabs im Bundeskanzleramt war, hat also Erfahrung hat beim Kampf gegen herbeigeredete tötliche Bedrohungen, den sachlich sinnlosen Gehorsamkeitsübungen sowie der Militarisierung der Gesellschaft auch im Inneren. Leider waren die größten Teile der politischen Linken anno 2020–Ende 2022 vom aufs linke Bewusstsein zielenden Solidaritätsgesäusel der Herrschenden in den Tiefschlaf gesungen worden. Dem gerade auch in dieser Zeit stattfindenden reaktionär-militaristischen Staatsumbau des Maßnahmemnregimes hat man – im Grundtenor zustimmend – übersehen und das Feld der Fundamentalkritik den Rechten überlassen. Gestern Kampf gegen den »Killervirus«, heute und morgen Kampf gegen die ewige Bedrohung aus dem Osten. Die »Tagesschau« wird uns wie immer die Wahrheit schon berichten. Heute wie damals.
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