Nachschlag: Arschlecken
→ Deadpool 2. So., 20.15 Uhr, Pro sieben
Deadpool ist nicht nur eine eifersüchtige Zweithandversion von Wolverine und Möchtegern-X-Man, er ist auch ein Punk. Im ursprünglichen Sinne des Wortes: ein übler Penner mit dem Ethos eines Straßenschlägers, der nicht nur alles umnietet, was sich ihm in den Weg stellt, sondern dabei auch selten auf üble Nachrede verzichtet. Seine Superkräfte heißen Zynismus und Geschwätzigkeit. Inflationäre Selbstironie/Selbstreferentialität ist zum Markenzeichen des großen Elends geworden. Keine Sequenz kommt mehr ohne kommentierenden Zwischenschnitt aus, der eine Zuschauerreaktion antizipiert, statt sie auf herkömmliche Weise zu evozieren, schlicht, weil Szenenaufbau und Schnitt viel zu konfus sind, als dass man sich auf ihre Wirkung noch verlassen könnte. Konfusion ist auch der wahre Grund für die Aggressivität, mit der Deadpool jede seiner Handlungen kommentiert: »Hallo, ich habe gerade in die Ecke geschissen. Dorthin, genau. Na so was von in die Ecke geschissen. Hahaha. Ich mach’s gleich noch mal: Hier, seh’n Se« (macht’s gleich noch mal). (aha)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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