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Über welche Gäste freuen Sie sich am meisten?
Berlin: Friedensfest der DKP-Zeitung soll auch helfen, Kraft für kommende Kämpfe zu tanken, sagt Björn Blach
Der Auftakt zum »Fest des Friedens und der Solidarität«, das von der DKP-Zeitung Unsere Zeit ausgerichtet wird, steht kurz bevor. Was gibt es angesichts der unfriedlichen Gegenwart zu feiern?
Neben den gemeinsamen politischen Kämpfen und inhaltlichen Diskussionen ist es auch wichtig, dass wir zusammen feiern. Um Kraft zu tanken in einer Zeit des Generalangriffs auf unsere sozialen und demokratischen Rechte. Im Herbst stehen die nächsten wichtigen Aktionen an, beginnend mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht. Schließlich finden bald wieder die großen Friedensdemos in Berlin und Stuttgart statt.
Am Freitag sollen die UZ-Friedenstage in Berlin am Franz-Mehring-Platz beginnen. Warum dort und nicht am Hauptsitz der Zeitung in Essen?
Berlin hat als Bundeshauptstadt eine besondere Bedeutung in der politischen Auseinandersetzung in diesem Land, insbesondere was die Militarisierung betrifft. Gleichzeitig treten unsere Genossinnen und Genossen zu den Abgeordnetenhauswahlen am 20. September an. Da zielen wir auf einen doppelten Effekt in der Debatte darum, ob Berlin Rüstungshauptstadt der BRD werden soll, um alle Probleme zu lösen. Wir sagen: Berlin muss die Hauptstadt des Friedens sein.
Sie feiern nicht alleine. Viele Gäste von kommunistischen und sozialistischen Parteien aus mehr als einem Dutzend Staaten sind angekündigt. Über welche Zusagen sind Sie besonders froh?
Insgesamt haben sich Vertreterinnen und Vertreter von 20 kommunistischen Parteien aus der ganzen Welt angekündigt. Zu den Höhepunkten zählen sicherlich die Genossinnen Ana Prestes, internationale Sekretärin der KP Brasiliens, und Abed Kanaaneh, Mitglied des Politbüros der KP Israels. Diskutiert wird mit Vertretern unter anderem der DFLP, aber noch weiterer Palästina-Soligruppen, unter anderem aus Deutschland. Es freut uns sehr, dass wir mit den Genossinnen aus Brasilien Vertreter einer kommunistischen Partei haben, die in einem BRICS-Mitgliedsland kämpfen und sich auch dort für eine Alternative gegenüber der US-amerikanischen sowie europäischen Hegemonie einsetzen. Und da die Situation im Nahen Osten sehr stark geprägt ist von der Politik Israels, freut es uns ebenso, dass trotz des Wahlkampfes in Israel auch Vertreter der dortigen Kommunistischen Partei anwesend sein werden, die Teil der Friedensbewegung und der Bewegung gegen die Besatzung sind.
Ursprünglich sollte auch der Generalsekretär der Kommunistischen Partei (Marxistisch) Kenias dabei sein. Aber die Bundesregierung verweigerte Booker Omole das nötige Visum.
Das ist unglaublich schade, weil so diese Stimme Afrikas zumindest live auf den Friedenstagen fehlen wird. Aber wir werden auf jeden Fall ein Grußwort von Booker bekommen.
Angekündigt sind auch Botschaftsvertreter aus China, Laos, Vietnam und der DVR Korea.
Auch das gehört für eine breite internationale Perspektive dazu. Sicherlich auch interessant wird die Veranstaltung mit dem Botschafter der Russischen Föderation. Schließlich finden auch in Berlin beständig Angriffe auf das historische Erbe der Befreiung vom Faschismus statt, gerade auf die Denkmäler der Sowjetunion. Hinzu kommen diese Angriffe auf alles in der Stadt, was man mit dem heutigen Russland in Verbindung bringt, auch im Zeichen der Kriegsvorbereitung der NATO.
Auf der Webseite zu den Friedenstagen ist Sergej J. Netschajew nicht als einer der internationalen Gäste genannt. Gab es Druck von Behörden gegen seinen Auftritt?
Das nicht. Aber wir hatten im Vorfeld eine Diskussion mit dem Vermieter des Bürohauses, in dem das Gespräch stattfinden sollte. Dieses hätte nicht dem Statut des Hauses entsprochen. Wir haben diese Veranstaltung deshalb an einen anderen Ort verlegt, was leider dazu geführt hat, dass wir etwas weniger Sitzplätze haben und dort ein Anmeldeverfahren machen mussten.
Geht es Ihnen auch darum, dem Botschafter der Russischen Föderation in der BRD zu zeigen, wo die DKP steht?
Ich glaube, er weiß das sehr gut. Die DKP steht auf der Seite der historischen Verantwortung Deutschlands. Anders als diejenigen, die einen wirklich affigen Wahlkampf mit Verbalattacken gegen das Russische Haus machen, tragen wir zum Frieden und zur Völkerverständigung bei.
Björn Blach (DKP) ist Redakteur der Wochenzeitung Unsere Zeit, der Parteizeitung der Deutschen Kommunistischen Partei. In der DKP ist er stellvertretender Vorsitzender sowie im Sekretariat für die Organisationspolitik verantwortlich.
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