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Aus Leserbriefen an die Redaktion

Foto: ZUMA Press/imago/Montage jW

»Der grüne Bogenschütze«

→ Zu jW vom 20.8.: »Froschmann geht ins Netz«

Das Foto passt jedenfalls zum Artikel. Edgar-Wallace-Kenner wussten es gleich: Der Frosch mit der Maske steckt hinter dem Anschlag auf die Pipelines!

Oliver Sümnick, Teneriffa

»Das Geheimnis der gelben Narzissen«

→ Zu jW vom 13.8.: »Wir sagen an dieser Stelle einfach mal: Danke, Comandante«

Ich möchte über einen überraschenden Nebenaspekt dieses Artikels berichten, der mit der großartigen Gestaltung der Seite zu tun hat. Der Schriftzug »junge Welt« war so gestaltet, dass er sofort ins Auge stach. Meinem Nachbarn im Bus, mir unbekannt, fiel er jedenfalls derartig auf, dass er mich daraufhin ansprach und fragte, ob die junge Welt, die er in der DDR gelesen hatte, wieder erscheine. Er staunte nicht schlecht, als ich ihm sagte, dass sie mit einer Unterbrechung seit der Wende wieder zu lesen sei. Er wunderte sich selbst sehr darüber, dass er nun erst davon erfahren habe. Als eine Art Erklärung fügte er hinzu, dass er fünf Jahre in Frankreich verbracht habe. Aus der Bemerkung allerdings, dass er in diesem Zusammenhang viel Schreckliches erlebt hatte, über das er nicht reden möchte, meinte ich schließen zu können, er sei wohl in der Fremdenlegion gewesen. Diese Vermutung behielt ich allerdings für mich.

Lothar Zieske, Hamburg

»Die Bande des Schreckens«

→ Zu jW vom 13.8.: »Vergessenes Datum des Tages: 13. August 1961«

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Die westlichen bürgerlichen Medien haben es geschafft, dass immer von »Mauer« (bzw. »Mauerbau«, »Mauerfall«) gesprochen wird, wenn es um die Schließung der unkontrollierten Grenze zwischen den beiden damals mächtigsten Militärblöcken der Welt – NATO und Warschauer Vertrag – geht. Es war ja auch ein kurzer, eingängiger Begriff. Verschleiert wurde die Frontlinie zwischen NATO und Warschauer Vertrag mit dem Begriff »innerdeutsche Grenze«. Die offizielle Bezeichnung in der DDR war länger und nicht so eingängig: antifaschistischer Schutzwall. Als dann die Grenze geöffnet wurde und er damit seiner Funktion verlustig ging, kamen sie sprungbereit, um das nun ungeschützte, ihnen bis dahin unzugängliche Territorium zu erobern: Gauland, Höcke, von Storch u. a. m. Das war die nachträglich gelieferte Bestätigung dafür, dass die offizielle, für den allgemeinen Sprachgebrauch etwas umständliche Bezeichnung durchaus berechtigt war.

Davon ist natürlich in den bürgerlichen Medien nie die Rede. Da werden die DDR-Bürger als Ursprung der AfD hingestellt. Die AfD-Führer haben es geschickt verstanden, die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Politik der Bundesregierungen – egal, von welchen Parteien jeweils gestellt – mit all ihren sozialpolitischen Verschlechterungen für sich zu nutzen, sich als nicht etablierte Partei darzustellen. Mit anderen Worten: Die Bundespolitik treibt die Massen in die Arme der AfD, die man sich als Reserve hält für den Zeitpunkt, wenn die Diktatur des Kapitals nicht mehr mit der verbrämten liberalen Demokratie gewährleistet werden kann. Deshalb wird die AfD auch nicht verboten wie 1956 die KPD, die damals die im Interesse des Kapitals angestrebte Militarisierung der BRD verhindern wollte, während die AfD nichts gegen die jetzige Aufrüstungshysterie und Militarisierung der Gesellschaft hat.

Gerhard Mertschenk, Berlin

»Im Banne des Unheimlichen«

→ Zu jW vom 14.8.: »Trockene Böden, kleinere Brötchen«

Der Titel mit den »kleineren Brötchen« klingt zwar niedlich, ist mir aber eine verharmlosende Verkleinerung. Die der Text dann auch nicht mitmacht. Zur Erinnerung: Es waren Spekulationen an der Chicagoer Börse, die durch steigende Getreidepreise dazu führten, dass die Menschen im Maghreb sich ihr täglich Brot nicht mehr leisten konnten bzw. Länder wie Tunesien und Ägypten in Versorgungskrisen gerieten. Der Funke einer Selbstverbrennung genügte, um den sogenannten arabischen Frühling auszulösen. Das ist nun 15 Jahre her. Die weltweiten Missernten werden wieder zu Hunger (nicht nur im Maghreb) führen, zu Verzweiflung, (blutig niedergeschlagenen) Revolten, (tödlicher) Flucht. Dieses Jahr, nächstes Jahr … Und auch hier in Deutschland/Europa wird die Zahl der hungernden Kinder weiter steigen und die Spaltung zwischen jenen, die »wie immer« ihre Brötchen bekommen werden, und jenen, die tagelang, wochenlang kein Brot haben werden, wird mehr und mehr durch die Familien hindurchgehen. Diese Krise wird nicht durch das Backen kleinerer Brötchen bewältigt werden.

Johannes Feldner, Gießen

»Der Hexer«

→ Zu jW vom 14.8.: »Nirgendwo sicher«

Während der Staat angeblich verstärkt gegen verdeckten Voyeurismus vorgehen will, macht er sich zusammen mit der Bahn zum unverdeckten Obervoyeur, indem er Bahn-Wachleute mit Bodycams ausstatten lässt. Jeder Security-Mitarbeiter kann damit ganz legal »auf Jagd gehen«, um z. B. zuvor provozierte Fahrgäste, ausgewählte Körperteile, attraktive Personen oder auch solche in unvorteilhaften Situationen zu filmen. Wir haben keinerlei Einfluss darauf, wo diese Daten dann gespeichert werden und wer darauf Zugriff hat.

Klaus Büchner, Berlin

»Neues vom Hexer«

→ Zu jW vom 13.8.: »Bundesgeheimpolizei«

Warum die Scheu? »Bundesgeheimpolizei«? Geheime Staatspolizei klingt doch viel besser und lässt sich viel besser abkürzen: Gestapo. Das Amalgam von BND, MAD und VS ist doch lediglich ein weiteres wichtiges Puzzlestück dieses Staates auf dem Wege der Faschisierung. Nachdem die Medien gleichgeschaltet, das Militär hochgerüstet, der Sozialstaat abgebaut und der Wiederbeginn der Bundesliga eingeläutet ist, kann der »Bundesmichel« sich wieder voll und ganz dem Preisvergleich bei Aldi, Lidl, Penny und Rewe widmen. Zwischendurch mal dieses und jenes beklagen, sich von Maischberger, Illner und Miosga aufklären und beschwichtigen lassen. (…)

Manfred Pohlmann, Hamburg

Edgar-Wallace-Kenner wussten es gleich: Der Frosch mit der Maske steckt hinter dem Anschlag auf die Pipelines!

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.08.2026, Seite 14, Leserbriefe

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