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Im Zeichen Fidels
Kuba feiert 100. Geburtstag des Revolutionsführers mit vielen Aktionen und Gästen. Internationale Konferenz bringt Unterstützer gegen mörderische US-Blockade zusammen
Mit zahlreichen Veranstaltungen ist am Donnerstag in Kuba und weltweit der 100. Geburtstag des 2016 verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro Ruz begangen worden. Auf der Insel fanden eine Karawane zu seinem Geburtsort Birán sowie dezentrale Gedenkveranstaltungen in den Provinzen des Landes statt. Auf dem Friedhof in Santiago de Cuba, auf dem der ehemalige Präsident begraben liegt, versammelten sich nach Angaben von Prensa Latina Tausende Menschen, symbolträchtig wurden 100 neue Mitglieder in die Kommunistische Partei Kubas (PCC) aufgenommen.
Der zentrale Festakt fand vor 5.000 Gästen im Theater »Karl Marx« in Havanna in Anwesenheit von Staatspräsident Miguel Díaz-Canel, Raúl Castro und weiteren Persönlichkeiten aus der Staatsführung und der Leitung der PCC statt. In seiner immer wieder von Beifall und Sprechchören unterbrochenen Rede erinnerte Díaz-Canel an den jungen Fidel und ging auf die aktuelle Situation durch die totale Blockade des Landes seitens der USA ein. Díaz-Canel nannte die Bauern und Arbeiter, die »trotz der schwierigen Lage täglich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen, die wahren Helden des Landes« und schloss mit den Worten »Patria o muerte, venceremos« (Vaterland oder Tod, wir werden siegen).
Nach der Ansprache erlebten die Anwesenden eine hochemotionale szenische Darstellung einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen. In dem Stück wurden drei Pioniergruppen von einer unbekannten Stimme, die sich als »ehemaliger Pionier« und »Stimme der Erfahrung« vorstellte, auf Erkundungsfahrt geschickt und konnten verschiedene Fragen stellen. Als roter Faden zogen sich das Bekenntnis zur Solidarität und die Idee des »Niemand Zurücklassens« durch die knapp zweistündige Darbietung, die von den Zuschauern mit großem Beifall bedacht wurde.
Die Veranstaltung war auch der Abschluss der dreitägigen Konferenz »100 Jahre Fidel – Vermächtnis und Zukunft«, die mit 1.500 Delegierten aus 63 Ländern von Montag bis Mittwoch in Havanna stattfand. In dem umfangreichen Programm diskutierten die Teilnehmer auf parallelen Panels verschiedene Aspekte des Lebens und Wirkens des Revolutionsführers, darunter den kubanischen Internationalismus, das weltweite geachtete Gesundheitssystem, »Fidel und Religion« sowie Militärthemen.
Nachdem Díaz-Canel die Konferenz mit einer Rede eröffnet hatte, folgten Grußworte verschiedener Bewegungen, Regierungen und linker Parteien. Als Regierungsvertreter sprachen Elijah Ngurare, Premierminister Namibias von der SWAPO, sowie Repräsentanten aus China, Laos und Vietnam. Aus der Russischen Föderation wurde ein Grußwort von Präsident Wladimir Putin verlesen. Lateinamerika war mit der Landlosenbewegung MST aus Brasilien und Kommunistischen Parteien zur Eröffnung vertreten. Repräsentanten der verbliebenen progressiven Regierungen des Kontinents sprachen nicht zur Eröffnung, ebensowenig ein Regierungsvertreter aus Venezuela, jahrzehntelang einer der engsten Verbündeten Kubas in Lateinamerika.
Zum Ende des Kongresses diskutierten internationale Solidaritätsgruppen im Beisein von Díaz-Canel und den »Cuban Five« – Kundschaftern, die jahrelang in US-Haft waren, weil sie, eingeschleust in ultrarechte exilkubanische Gruppen, die Behörden über geplante Anschläge informiert hatten. Onyesonwu Chatoyer von der US-Solidaritätsbrigade »Venceremos« plädierte dafür, die internationale Kampagne »Kein Krieg gegen Kuba« zu verstärken, permanente Proteste vor Parlamenten zu organisieren und den Druck auf die UNO zu erhöhen.
Ein Vertreter des Netzwerks der Kommunisten aus Italien erklärte, in den vergangenen Monaten sei immer wieder zu hören gewesen: »Kuba ist nicht allein.« Das sei richtig – er wolle aber ans Publikum auch die Frage richten, ob es nicht heißen müsse: »Solange Kuba überlebt, sind wir nicht allein.« Soan Tanis von der Unabhängigkeitsbewegung aus Puerto Rico sagte: »Revolutionen sind auch in unserer Zeit möglich.« Dafür müsse eine »antiimperialistische und antikoloniale Volksmacht aufgebaut werden«. Ähnlich äußerte sich Giorgios Marinos vom Politbüro der Kommunistischen Partei Griechenlands: Seine Partei orientiere »auf Klassenkampf und sozialistische Revolution, die Arbeiterklasse hat das Werkzeug für den Aufbau des Sozialismus«.
Gloria La Riva vom humanitären Hilfsprojekt »Hatuey« aus den USA erinnerte daran, dass Fidel Castro bereits am 7. Dezember 1989, vor dem drohenden Zusammenbruch der sozialistischen Staaten in Osteuropa, gesagt hatte: »Auch wenn Kuba das letzte sozialistische Land sein wird, wir halten die Fahne des Sozialismus hoch.« La Riva erklärte, dass ihre Organisation in der Coronapandemie mit konkreter materieller Hilfe für Kuba begonnen habe und mittlerweile sehr erfahren in Hilfslieferungen sei und diese trotz Blockade nach Kuba gelangten. Magdalena Rosales von der »Freundschaftsgruppe Mexiko–Kuba« konnte verkünden, dass in ihrem Land »Tonnen von Hilfsgütern« gesammelt wurden. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum sei Unterstützerin Kubas, betonte sie. Rosales fordert dazu auf, in allen Ländern Druck auf die Regierungen auszuüben, »das zu liefern, was Kuba am nötigsten braucht: Erdöl«.
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