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Meister müssen aufsteigen

Foto: Jan Huebner/IMAGO
Grund zum Jubeln: Lok Leipzig nach dem 3:1 gegen FSV 63 Luckenwalde (24.7.2026)

Hurra, schrie so mancher Fußballfan in sich hinein, der nach dem deutschen Debakel bei der WM in den USA endlich wieder seine Heimmannschaft spielen sehen wollte. Die Regionalligen machten den Anfang. Ehrlicher Fußball zu erschwinglichen Preisen. Doch bevor der Ball wieder rollte, ruhte er direkt nach Anpfiff, zumindest in der Regionalliga Nordost: eine gewollte einminütige Verzögerung durch die Spieler – im Namen ihrer Vereine. Vor Beginn sollte deren Protest um die gescheiterte Reform besagter vierter Liga öffentlich demonstriert werden. Denn solange ein Meistertitel nicht direkt zum Aufstieg in die höhere Klasse führt, ist er auch seines Wertes beraubt und das System krank. Dazu kommt die unfaire Regelung, dass zwei elitäre Verbände, der Süden und ­Südwesten, immer in den Genuss des Aufstiegs kommen, während drei andere in »schönem Wechsel« um das ihnen eigentlich Zustehende eine Relegation auszufechten haben, einer immer betrogen um Arbeit und Erfolg einer ganzen Saison: »Wir werden diesen Kampf auf keinen Fall aufgeben. Der Meister muss aufsteigen«, so ganz klar der Sportchef des Halleschen FC, Marian Unger, im Gespräch mit dem MDR. Letzterer Slogan war auch in vielen Fankurven der DDR-Traditionsvereine präsent. Dazu begrüßte Unger, dass sich der DFB des Problems annehmen wolle, warf sogar den Namen des neuen Bundestrainers in den Ring, der ja das Leistungsprinzip befürworte. Man wird sehen.

Im kleinen Aue im Erzgebirge waren am erste Spieltag, in der Ferienzeit, über 8.600 Fans am Start. Und dies, obwohl der 80jährige Verein in der letzten Spielzeit tragischerweise ausgerechnet im Jubiläumsjahr aus der dritten Liga abgestiegen war. Womit immer ein riesiger Umbruch verbunden ist. Ganz im Gegenteil zu bereits länger eingespielten Mannschaften, die sich auf ausgewählten Positionen eher personell verstärken können. So ein Gegner war der Ostberliner Vorortverein VSG Altglienicke, mit Torsten Mattuschka als sportlichem Leiter. Bei Union Berlin, wo »Tusche« neun Jahre spielte, schrie das ganze Stadion »Fußballgott«, sobald sein Name fiel. Von der Oberliga stieg er in die Regionalliga über die dritte bis zur zweiten Liga mit den Eisernen auf, ein Sinnbild des Klubs. Nach Station im Heimatort Cottbus klang seine Karriere in Altglienicke aus, wo er in seine jetzige Funktion wechselte. Ein Typ mit Ehrgeiz, der weiß, wo es langgeht. Derzeit wird Altglienicke von den Trainern der Liga als Aufstiegsfavorit gehandelt. Verstärkungen wie der ehemalige US-Nationalspieler John Brooks (Hertha BSC) und Tolga Ciğerci (auch mal Hertha, Galatasaray, dann beim Aufstieg von Cottbus dabei) sollen mit ihrer Erfahrung helfen. Zumindest reichte es in Aue zu einem 3:3, was beide Teams unzufrieden zurückließ.

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Die Lok aus Leipzig, die als dreimaliger Meister unter den unfairen Aufstiegsregelungen der Regionalliga am meisten leiden musste, hatte sich vor dem Sieg in Luckenwalde (3:1) etwas Besonderes ausgedacht und ließ ihre Anhänger kleine Meisterpokale auf den Rasen werfen: einfach nur Schrott, so ein Meistertitel.

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.07.2026, Seite 16, Sport

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