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UNESCO-Welterbeliste

Waldsiedlung wird Welterbe

Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Bruno Tauts Vision: Die Waldsiedlung in Berlin-Zehlendorf

Die Waldsiedlung Zehlendorf im Berliner Südwesten ist in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen worden. Dies beschloss das UNESCO-Komitee während seiner Sitzung im südkoreanischen Busan.

Es handelt sich dabei um keinen neuen Eintrag in die Welterbeliste, sondern um eine Erweiterung der bereits 2008 anerkannten Welterbestätte »Siedlungen der Berliner Moderne«. Zu dieser zählen nun insgesamt sieben Siedlungen, darunter die Hufeisensiedlung im Neuköllner Ortsteil Britz und die Weiße Siedlung in Reinickendorf.

»Mit ihrer einzigartigen Verbindung von Architektur, Waldlandschaft und urbaner Infrastruktur erweitert die Waldsiedlung Zehlendorf das bestehende Welterbe um eine ganz eigene Facette«, sagte die deutsche UNESCO-Botschafterin Kerstin Pürschel über die Entscheidung.

Laut Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen UNESCO-Kommission, zeigen die Siedlungen der Berliner Moderne bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt. »Die Erweiterung um die Waldsiedlung Zehlendorf macht deutlich, wie visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind«, sagte Böhmer.

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Erbaut wurde die Waldsiedlung Zehlendorf von 1926 bis 1932 unter der federführenden Planung von Architekt Bruno Taut, gemeinsam mit Hugo Häring und Otto Rudolf Salvisberg. Die Gebäude im Bauhausstil lösten während ihrer Entstehung heftige Widerstände innerhalb politisch reaktionärer Kreise aus.

Heute gilt die Architektur unbestritten als wegweisend. Unter dem Leitmotiv »Licht, Luft und Sonne« verbindet Bruno Tauts Konzept moderne offene Architektur und ein von Grünflächen und Bäumen geprägtes Umfeld. Ebenfalls wollte man bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten schaffen.

Eine Besonderheit der Waldsiedlung ist, dass sie flächenmäßig die größte aller Siedlungen der Berliner Moderne ist. Inmitten der Waldsiedlung befindet sich auch die Ladenstraße im U-Bahnhof Onkel Toms Hütte – das Konzept, ein Einkaufszentrum direkt an einen Bahnhof anzubinden, war damals weltweit einmalig.

Hinzu kommen die bunten Wände – gelbe, blaue, grüne oder bordeauxrote Fassaden, dreifarbige Fensterrahmen, farbenfrohe Eingangstüren –, die auch die Inspiration für den Spitznamen der Waldsiedlung – Papageiensiedlung – gegeben haben.

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt noch bis zum 29. Juli. Insgesamt hat das Gremium über rund 30 Nominierungen für die Welterbeliste entschieden. Ein weiteres Thema ist die Erhaltung von bestehenden Kultur- und Naturstätten, die von kriegerischen Konflikten, Naturkatastrophen und zunehmend von den Folgen des Klimawandels gefährdet werden. Etwa 60 Welterbestätten gelten derzeit als bedroht. In Deutschland befinden sich insgesamt 55 Welterbestätten. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.07.2026, Seite 10, Feuilleton

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