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Tagung in Den Haag

Aufruf zur Aufnahme auf UNESCO-Liste

Lagergemeinschaften fordern, KZ-Gedenkstätten unter internationalen Schutz zu stellen

Foto: Hannes P Albert/dpa
Innenraum der »Station Z« von der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen hinter der Figurengruppe von Bildhauer Waldemar Grzimek (Orienienburg, 27.1.2025)

Repräsentanten der Internationalen Lagergemeinschaften von Buchenwald, Mauthausen, Natzweiler, Sachsenhausen und anderer großer ehemaliger Konzentrationslager der Nazis haben sich am 19. März in Den Haag zu einer Konferenz unter dem Titel »Remember the Past, Secure the Future« (Erinnert der Vergangenheit, Sichert die Zukunft) versammelt – mit dem notwendigen Zusatz »A Call to Action« (Ein Aufruf zum Handeln). Die Dringlichkeit einer solchen Tagung ergibt sich für alle, die den Aufschwung der extremen Rechten in den verschiedenen europäischen Ländern mit Sorge verfolgen. Die Lagergemeinschaften, die sich nicht nur als Sprachrohr der ehemaligen Häftlinge und ihrer Angehörigen verstehen, sondern auch als Bewahrer des politischen Vermächtnisses der Überlebenden, hatten zu dieser Tagung eingeladen, um europäische Regierungen dazu zu veranlassen, die KZ-Gedenkstätten als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO zu stellen.

Davon erhofft man sich, dass Einflussnahmen bei Veränderung politischer Mehrheiten sowie die finanzielle Austrocknung durch Kürzungen in diesem Etatbereich erschwert werden. Gegenwärtig übernehmen alle beteiligten Staaten den größten Teil der finanziellen Absicherung der Arbeit in den Gedenkstätten. Gleichzeitig ist zu erleben, wie dies in manchen Ländern mit Vorgaben der jeweiligen Regierungen verbunden ist. Diese Struktur wird beim Anwachsen der extremen Rechten zunehmend problematisch.

Eingeladen waren zu dieser Tagung auch Gedenkstättenleitungen, mit denen man im Sinne des Schutzes der Einrichtung und ihrer Arbeitsfähigkeit vertrauensvoll zusammenarbeiten möchte. Vertreter der Gedenkstätte Auschwitz und Buchenwald präsentierten in einer Gesprächsrunde ihre Probleme. Als Organisationen, die über den Rahmen einer Gedenkstätte hinausgingen, waren die italienische Deportiertenorganisation ANED und die FIR als internationale Dachorganisation antifaschistischer und Veteranenverbände an der Vorbereitung dieser Konferenz beteiligt.

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Das Programm der dreitägigen Tagung war mit interessantem Input, Besichtigungen in der nationalen Gedenkstätte »Oranjehotel« und offiziellen Empfängen gut gefüllt. Die inhaltlichen Debatten zu der auf dieser Tagung der Öffentlichkeit vorgestellten Resolution hatten bereits bei verschiedenen Beratungen im Vorfeld stattgefunden, so dass auf der Konferenz der größte Ertrag sicherlich bei den informellen Begegnungen zwischen den Akteuren auf internationaler Ebene und mit staatlichen Repräsentanten lag. Das dürfte sich in der kommenden Zeit als hilfreich erweisen, wenn es darum geht, die Forderungen, die in der Abschlusserklärung formuliert wurden, praktisch mit Leben zu füllen.

Dort heißt es: »Die Gedenkstätten sind für die gesamte Menschheit von großer Bedeutung, da sie Orte sind, die sichtbar machen, was geschieht, wenn die Würde aller Menschen nicht geschützt wird.« Deren Wert »sowohl als Stätten als auch in dieser Bedeutung« sei universell. Daher forderten die unterzeichnenden internationalen Komitees und die mit ihnen verbundenen Gedenkstätten »ihre jeweiligen Regierungen auf, diese Gedenkstätten für die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zu nominieren, sofern sie nicht bereits gelistet sind«.

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.04.2026, Seite 15, Antifaschismus

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