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Meteor verglüht an der Rathausritze

Foto: Marco Bertram
Schneller am Ball reicht nicht: Berliner FC Meteor 06 (r.) unterliegt Blau-Weiß 90 Berlin 2:3

Kriegsvereinigung Meteor/Roland Berlin, KSG Meteor/NNW Berlin, SG Schäfersee Berlin und Blau-Gelb Wedding. Der im Juni 1906 gegründete Berliner FC Meteor 06 trug in seiner Geschichte bereits einige Namen, doch seit 1949 wird wieder mit dem ursprünglichen Namen gespielt. Die größten sportlichen Erfolge waren 1968 und 1971 der jeweilige Aufstieg in die Regionalliga Berlin und der Einzug ins Landespokalfinale 1962, in dem man jedoch dem SC Tasmania 1900 Berlin mit 1:4 unterlag. Nach dem Fall der Mauer tingelte Meteor bis 2015 in den Kreisligen A und B, in der zurückliegenden Saison gelang schließlich der Aufstieg in die Berlin-Liga. Mit drei Punkten und 7:7 Toren erfolgte der Start in die laufende Spielzeit, im Pokal musste man am vergangenen Sonntag bei der Sp.Vg. Blau-Weiß 90 Berlin ran, die derzeit in derselben Liga spielt und von der Rückkehr in die NOFV-Oberliga träumt.

An der Rathausritze sind die Blau-Weiß-Fans die klassischen Sonnabend- und Sonntagsspiele gewohnt. Am Sonntag nachmittag müssen bei einigen Fans die Briefmarken gepflegt, klassische Kaffeekränzchen gehalten und Ruhephasen eingelegt werden. So kamen nur 48 zahlende Zuschauer beim recht spannenden Pokalspiel vorbei – insgesamt mögen es 80 Leute gewesen sein, die sich das Geschehen auf dem Rasen anschauten.

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Nach einem kapitalen Bock in der Blau-Weiß-Hintermannschaft ging Meteor 06 nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Führung, Unruhe machte sich im kleinen blau-weißen Fanblock breit, doch nach einer Stunde war Brinkmann mit dem hübschen Ausgleichstreffer zur Stelle. Die spätsommerliche Sonne schien, und einer der alteingesessenen Blau-Weiß-Fans drehte vor Aufregung eine weitere Runde um den Platz, in der Hoffnung, dass es Glück bringen würde. »Lauf, Forrest, lauf!« rief man ihm fröhlich zu. Und schau an, das Glück war tatsächlich auf der Seite der Blau-Weißen! Es ging in die Verlängerung, weitere Bierchen wurden gezapft, und Oliveira und Rausch brachten den einstigen Bundesligisten mit 3:1 in Front. Etwas gruselig wurde es in der 120. Minute, als Mendy das 2:3 für Meteor schoss. War der Ball wirklich drin? Kein Laut zu hören – nichts. Nicht der leiseste Jubel eines Spielers oder Betreuers. So etwas hatte ich selten erlebt. Und so war das ja nicht! Meteor kam noch zweimal nach vorn und hätte mit Hilfe eines Freistoßes durchaus noch den 3:3-Ausgleichstreffer machen können. Am Ende brachte Blau-Weiß 90 die knappe Führung über die Runde und freut sich auf die nächste Pokalrunde. Erst ein kleiner Gegner, danach ein Verein, der ein paar Fans mitbringt – so der Plan manch eines Fans. Sprich: TeBe, den BFC Dynamo und Delay Sports bitte erst ab dem Achtelfinale.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.09.2026, Seite 16, Sport

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