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Totschlagwerkzeug des Tages: Elektroroller

Foto: Hanno Bode/imago

Sie schießen ungebremst in Fußgängergruppen, zugedröhnte Fahrer aller Geschlechter torkeln mit ihnen über belebte Bürgersteige und sie stehen möglichst auf jedem Fußweg quer: Mietbare Elektroroller. Sie sind eine Ausgeburt der deutschen Verkehrshölle, die bis 2021 insgesamt 16 Jahre lang von CSU-Ministern wie zuletzt von Andreas Scheuer geheizt wurde und neue Autobahnen für Bayern sowie Elektroroller ausspuckte. Der verstorbene Dichter Wiglaf Droste ahnte das bajuwarische Unheil, als er einst BMW-Fahrer als »Böse mit Wichsgesicht – und auch innen verspiegelter Sonnenbrille« durchschaute, vom Medusenhaupt der Kamikazerollerschwärme, die jede Zivilisation oder zumindest deren Fußgänger in Schreckstarre bannen, wusste er noch nichts.

Einer Meldung vom Donnerstag ist zu entnehmen, dass sich die Zahl der Unfälle mit »Elektrokleinstfahrzeugen« von 2021 bis 2024 von 4.000 auf 8.000 verdoppelt hat. Eine Propagandalüge. 2024 registrierte die Polizei bereits 12.000 Kollisionen der Trittbrettfahrer und 27 Tote, davon 14 »Alleinunfälle«. Fast die Hälfte der Aufgeprallten war jünger als 25 Jahre.

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Den Geschwindigkeitsräuschlern will nun Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zaghaft ein paar Zügel anlegen: Bisher war bei Unfällen der Rollerfahrer oft unauffindbar und der Vermieter galt als unschuldig. Der kassiert ja nur. Nun soll er »die Verantwortung« (Hubig) übernehmen, selbst bei Unfällen mit kreuz- und querstehenden Rollern. Die wurden bislang nicht einmal statistisch erfasst. Am Donnerstagabend sollte der Bundestag beschließen.

Besser als nichts? Nein, wieder einmal eine sozialdemokratische Verschlimmbesserung. Die Scheuersche Pest muss wenigstens zurück nach Bayern. Das Batterierecycling können dort ehemalige Verkehrsminister in Handarbeit übernehmen, der Rest in einem Alpensee versenkt werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.07.2026, Seite 3, Ansichten

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