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Quälix Austria

Schön verlieren

Quälix Austria

Foto: Kirby Lee/IMAGN IMAGES via Reuters
Paul Wanner und Marko Arnautović (r.) haben die WM hinter sich

Am Ende wurde es herzzerreißend. Marcel Sabitzer, Torwart Alexander Schlager und dann noch Marko Arnautović: Vor den Kameras des österreichischen Privatsenders mit Rechtsdrall Servus TV zeigten sie ihre Enttäuschung, kämpften mit den Tränen. So etwas hatte man von den Deutschen nicht gesehen: Teamgeist noch nach der Niederlage, echte Verbindung, Identifizierung. Das ÖFB-Team wirkte auch abseits des Platzes wie eine Einheit.

Vorher auf dem Rasen in Los Angeles gegen Spanien hatten sie sehr gute Ansätze gezeigt. Taktisch versiert, sehr gut in der Umschaltbewegung; eine Begrifflichkeit, die ich hier zum ersten Mal verstanden habe. Oder anders: Lange habe ich das nicht mehr so präzise auf beiden Seiten gesehen wie seit ungefähr Dortmund gegen Bayern München 2013 im Finale der Champions League. Ballgewinne, die gleich in Vorwärtskombinationen verwandelt wurden. Supergut.

Aber man konnte auch sehen, woran es mangelte: Zum einen wird aus Michi Gregoritsch, so gerne ich ihn mag, einfach kein Robert Lewandowski mehr, zum anderen fehlte Österreich lange ein Stürmer, der anziehen kann und/oder ins Dribbling gehen (Ralf Rangnick versuchte das mit der Hereinnahme von Carney Chukwuemeka zur Pause zu kompensieren). Zum dritten die Präzision im letzten Pass – die vorher haben alle gepasst – und schließlich der Punch im Abschluss. Stefan Posch, in der zweiten Halbzeit Saša Kalajdžić hatten Chancen; gegen Spanien muss man sie nutzen.

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So spielte halt Österreich gegen Spanien, und das war irgendwie auch allen klar, im Studio und draußen an den Geräten. Nur am Platz scheint’s nicht: Die diesmal ganz Weißen hatten sich allen Ernstes etwas ausgerechnet. De facto aber wurden sie ausgespielt. Die Tore der Spanier fielen nicht, weil sie sich durchgesetzt hatten oder individuell brilliert (obwohl, das können sie auch) – sie fielen durch Kombinationsfußball: Räume erkennen, Passfolgen herstellen, dastehen oder dahinlaufen, wo es hinzulaufen gilt: pure Fußballgeometrie. Das war schon auch sehr schön anzuschauen.

Eine schöne Niederlage. Für Marko Arnautović, der bei 137 Spielen und leider nur 49 Toren »hält«, war es das nun. Der Mann, schon auch ein Brecher vor dem Herrn, war darob sturztraurig. Für David Alaba war es das wohl ebenfalls. Auch für ihn ein Abtritt nach Maß. Österreich muss deswegen nicht untergehen – aber beim nächsten Mal wieder dabei sein, das wollen sie.

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.07.2026, Seite 16, Sport

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